Michael Mann: Collateral
mit Tom Cruise, Jamie Foxx u. a.
      Kritik:
"Collateral" ist ein brillant fotografierter und ausgezeichnet besetzter Thriller von Michael Mann im Stil des neo noir. Allerdings wirkt die Geschichte nicht besonders glaubwürdig. Filmkritik
 

Collateral

 
  Inhalt:
Max fährt nachts Taxi in Los Angeles. Ein elegant gekleideter Herr möchte sich von ihm für 700 Dollar nacheinander zu fünf Adressen und anschließend zurück zum Flughafen fahren lassen. Als Max ein aus dem Fenster gestürzter Toter aufs Dach kracht, während er bei der ersten Adresse auf seinen Fahrgast wartet, begreift er, dass es sich bei dem Herrn um einen Auftragsmörder handelt. Dieser zwingt Max mit vorgehaltener Pistole, ihn zur nächsten Zielperson zu bringen ... Handlung, Inhaltsangabe

Collaterial – Originaltitel: Collateral – Regie: Michael Mann – Drehbuch: Stuart Beattie – Kamera: Dion Beebe, Paul Cameron – Schnitt: Jim Miller, Paul Rubell – Musik: James Newton Howard – Darsteller: Tom Cruise, Jamie Foxx, Jada Pinkett Smith, Mark Ruffalo, Peter Berg, Bruce McGill, Irma P. Hall, Javier Bardem, Barry Shabaka Henley, Emilio Rivera u.a. – 2004; 120 Minuten

   


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Michael Mann: Collateral

Inhaltsangabe:

Nachdem Max (Jamie Foxx) in dieser Nacht in Los Angeles die Staatsanwältin Annie (Jada Pinkett Smith) fuhr, die dem sympathischen Afroamerikaner nach dem Verlassen des Taxis ihre Karte gab, steigt am Flughafen ein Mann ein, der mit seinem gepflegten grauen Haar, dem teuren Anzug, der Aktentasche und dem Laptop wie ein Geschäftsmann aussieht. Bücher von Dieter Wunderlich Es handelt sich jedoch um einen Profikiller namens Vincent (Tom Cruise), der nach L. A. gekommen ist, um vier Zeugen und die Staatsanwältin zu töten, die bei einem Gerichtstermin am nächsten Tag dazu beitragen wollen, dass sein Auftraggeber Felix (Javier Bardem) wegen Drogenhandels verurteilt wird. Vincent bietet dem Taxifahrer 700 Dollar dafür, dass dieser ihn zu den fünf Adressen in L. A. bringt und danach rechtzeitig zur 6-Uhr-Maschine, mit der er die Stadt wieder verlassen will. Er sei Immobilienmakler und müsse zu fünf Objekten, erklärt Vincent. Zögernd lässt Max sich auf das Geschäft ein. Er träumt davon, das Startkapital für die Eröffnung eines eigenen Limousinenservices zusammenzusparen, aber er fährt nun schon seit zwölf Jahren Taxi, ohne der Verwirklichung seines Traums näher gekommen zu sein.

Während Max bei der ersten Adresse auf Vincent wartet, stürzt ein Mann (Thomas Rosales jr.) aus einem Fenster und kracht auf das Taxi. Er ist tot. Entsetzt springt Max aus dem Fahrzeug. Er begreift sofort, dass Vincent den Mann erschoss und kein Immobilienmakler, sondern ein Auftragsmörder ist. Vincent zwingt Max mit vorgehaltener Waffe, ihm dabei zu helfen, die Leiche im Kofferraum zu verstecken.

Max drängt Vincent, allein weiterzufahren, aber darauf lässt der Killer sich nicht ein, und Max bleibt nichts anderes übrig, als ihn zur nächsten Adresse zu bringen. Dort kettet Vincent ihn mit Handschellen ans Lenkrad. Verzweifelt hupt Max, um Passanten auf sich aufmerksam zu machen, aber die einzigen, die nach ihm sehen, sind zwei Ganoven, die Vincents Aktentasche aus dem Fond stehlen. Sie kommen allerdings nicht weit: Vincent, der gerade von seinem zweiten Mord in dieser Nacht zurückkommt, erschießt sie, um seine Aktentasche zurückzubekommen.

Vincent ist offenbar einsam und gefühlskalt; er geht seinem verbrecherischen Job wie ein Geschäftsmann nach: professionell und ohne Skrupel. Als Max ihn nach der Erledigung des ersten Auftrags fragt, was ihm der Mann angetan habe, antwortet Vincent: "Nichts. Ich habe ihn heute zum ersten Mal gesehen." Max ist schockiert, und der Killer fährt fort: "Soll ich einen Menschen etwa erst töten, nachdem ich ihn kennengelernt habe?" Er erzählt Max, er habe in der Zeitung von einem Mann gelesen, der in einer U-Bahn in Los Angeles gestorben und noch stundenlang herumgefahren sei, ohne dass sich ein Fahrgast um ihn gekümmert habe. Bei den Milliarden von Menschen auf der Erde und dem Massensterben beispielsweise in Afrika sei der Tod eines Einzelnen ohnehin belanglos.

Immerhin versucht Vincent beim dritten Auftrag, sich erst einmal ein Bild von seinem Opfer zu machen. Er hört sich mit Max ein Jazzkonzert an und plaudert dann mit dem Trompeter Daniel (Barry Shabaka Henley), dem Besitzer des Klubs, fachkundig über die Musik, bevor er ihn erschießt.

Als Vincent hört, dass Max jede Nacht seine Mutter Ida (Irma P. Hall) im Krankenhaus besucht, fährt er mit ihm zusammen hin, denn er will vermeiden, dass jetzt schon nach dem Taxifahrer gesucht wird.

Max nimmt dabei die Gelegenheit wahr, mit Vincents Aktentasche davonzulaufen und sie von einer Brücke auf einen stark befahrenen Highway zu werfen, wo sie sofort unter die Räder eines Lastwagens gerät. Vincent hat damit zwar keine Unterlagen mehr über die letzten beiden Zielpersonen dieser Nacht, aber er hält gewissenhaft an seinen Aufträgen fest. Dazu benötigt er von Felix einen Datenstick mit Kopien der verlorenen Fotos und Adressen. Um seine Identität geheim zu halten, schickt er Max vor, der sich für ihn ausgibt und behauptet, er habe den Aktenkoffer aus Sicherheitsgründen verschwinden lassen, weil er verfolgt worden sei.

Felix wird von der Polizei observiert und mit versteckten Kameras überwacht. So kommen das FBI und das Los Angeles Police Department auf die Spur des Taxifahrers, den sie aufgrund seines Treffens mit Felix für den Auftragskiller halten, der in dieser Nacht bereits drei Belastungszeugen und zwei Kleinganoven tötete. Nur Kriminalkommissar Ray Fanning (Mark Ruffalo) vermutet, dass es sich nicht bei dem Taxifahrer, sondern bei dessen Fahrgast um den Mörder handelt.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

In einer Diskothek erschießt Vincent sein viertes Opfer. Fast zur gleichen Zeit erscheint ein Polizeiaufgebot, das Max festnehmen will. Vincent eröffnet das Feuer auf die Beamten. Fanning versucht, Max aus dem Getümmel zu holen und ihn zu retten, aber Vincent erschießt den Kommissar und zwingt den Taxifahrer dazu, mit ihm davonzurasen.

In der Nähe der fünften Adresse bringt Max den Wagen absichtlich zum Schleudern. Die beiden Insassen klettern leicht verletzt aus dem Wrack. Während Vincent losläuft, um seinen letzten Auftrag in dieser Nacht zu erfüllen, wird Max von einem Streifenpolizisten festgenommen. Doch es gelingt ihm, den Beamten zu überwältigen und ihm die Dienstwaffe abzunehmen. Über sein Handy alarmiert er die Staatsanwältin Annie, die in ihrem Büro sitzt und sich auf den Prozess am nächsten Morgen vorbereitet. Max warnt sie vor dem Killer, der auf dem Weg zu ihr ist. Ausgerechnet in diesem Augenblick ist sein Akku leer. Max dringt in das Gebäude ein. Annie versteckt sich, doch Vincent spürt sie auf. Gerade als er auf sie zielt, schießt Max ihn mit der Dienstwaffe des Polizisten nieder und flüchtet mit Annie. Vincent verfolgt sie bis in die U-Bahn, wo er seiner Verletzung erliegt.

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Filmkritik:

Der Titel "Collateral" bezieht sich darauf, dass Max immer dann, wenn er sich dem Profikiller Vincent widersetzt, ungewollt die Zahl der Opfer erhöht. Die Handlung des spannenden Thrillers spielt in einer einzigen Nacht in Los Angeles. Stilistisch orientierte Michael Mann sich am neo noir. "Collateral" ist brillant (mit einer Viper Thompson HD Digitalkamera) fotografiert und ausgezeichnet besetzt; allerdings wirkt die Geschichte nicht besonders glaubwürdig.

Inhaltsangabe

Inhaltsangabe und Kommentar: © Dieter Wunderlich 2007

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