Die Schwester

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Die Schwester

Originaltitel: Die Schwester – Regie: Margarethe von Trotta – Drehbuch: Johannes Reben – Kamera: Axel Block – Schnitt: Silke Franken – Musik: Christian Heyne – Darsteller: Rosemarie Fendel, Cornelia Froboess, Matthias Habich, Christina Geiße, Bogdan-Artur Swiderski, Diego Wallraff, Lutz Lansemann, Jörg Zick, Nicole Unger u.a. – 2010; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Seit 60 Jahren leben die Schwestern Margot und Wilma zusammen im Haus ihrer längst verstorbenen Mutter in Frankfurt am Main. Wilmas Beine sind gelähmt, aber sie trägt mit ihrer Rente den Hauptteil der Lebenshaltungskosten – und nutzt jede Gelegenheit, Margot zu tyrannisieren. Der fällt es schwer, sich dagegen zu wehren, obwohl sie die Ältere ist, aber mit 80 nimmt sie sich vor, sich endlich zu emanzipieren ...
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Kritik

Das kammerspielartige Drama "Die Schwester" wird weder vom Drehbuch noch von der Inszenierung getragen, sondern von den drei eindrucksvollen Schauspielern Rosemarie Fendel, Cornelia Froboess und Matthias Habich.
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Seit sechzig Jahren leben die beiden Schwestern Margot und Wilma Brunner (Rosemarie Fendel, Cornelia Froboess) zusammen im Haus ihrer längst verstorbenen Mutter in Frankfurt am Main. Margot ist inzwischen achtzig Jahre alt. Früher sang sie als Altistin in einem Chor. Obwohl Margot die ältere der beiden Schwestern ist, hat Wilma das Sagen, nicht nur, weil sie mit ihrer Rente den größeren Anteil zum Haushaltseinkommen beisteuert, sondern auch, weil sie durch die Lähmung ihrer Beine verbittert ist, hart gegenüber sich und ihrer Schwester. Ihre Tyrannei raubt Margot die Luft zum Atmen.

Fürs Kochen und Putzen bezahlen Margot und Wilma die Polin Jolanda (Christina Geiße), deren Ehemann Adrian (Bogdan-Artur Swiderski) auch kleinere Reparaturen durchführt. Hin und wieder beklagt Jolanda sich darüber, dass er viel Geld versäuft und zu vier verschiedenen Huren geht.

Keine der beiden Schwestern war jemals verheiratet, aber beide hatten im Lauf der Zeit mehrere Liebesverhältnisse.

Eines Tages sieht Margot bei einem Spaziergang einen Straßenkünstler, der die Primadonna Maria Callas imitiert und wirft ein paar Münzen in den Hut des dazugehörigen Bettlers. Der bietet auch zwei Hundewelpen zum Kauf an, und Margot kann der Versuchung nicht widerstehen, einen davon zu nehmen. Als sie nach Hause kommt, zählt Wilma gerade ihr Geld und hustet heftig. Da hält Margot es für besser, den Welpen erst einmal ins Tierheim zu bringen.

Sie bewirbt sich um eine Sozialwohnung und kündigt ihrer Schwester an, dass sie ausziehen werde. Wilma weist darauf hin, dass Margot von ihrer Rente kaum die Miete bezahlen könne, aber diesmal lässt die Ältere sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen.

Als Margot sich eine Konzertkarte kauft, sucht Wilma heimlich im Internet nach einem Begleiter für eine ältere Dame und sorgt dafür, dass Margot eine alte Brosche aus dem Familienschmuck ansteckt, die als Erkennungsmerkmal dienen soll. Bei dem Mann, der sich meldete, handelt es sich zufällig um Gregor Antonion (Matthias Habich), den Obdachlosen, dem Margot den Welpen abkaufte. Er trägt an diesem Abend einen dunklen Anzug, spricht Margot in der Pause an, und nach dem Konzert essen sie zusammen noch ein Eis. Als sie ihn nach seiner Telefonnummer fragt, gesteht er, im Männerheim zu übernachten.

Margots Wohnungsgesuch wird abgelehnt. Die Enttäuschung macht sie krank.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Nachdem Gregor zwei Wochen lang nichts von Margot gehört hat, bringt er einen Blumenkohl aus dem Gemüsegarten des Männerheims vorbei, und die beiden Schwestern laden ihn zum Essen ein. Wilma gibt sich nicht der Illusion hin, dass sie die Beziehung von Margot und Gregor verhindern könnte. Stattdessen schenkt sie dem Paar das Geld für ein langes Wochenende in einem Hotel.

Sie weiß inzwischen, dass Gregor bis vor fünfundzwanzig Jahren als Callboy tätig war. Aber das verschweigt sie ihrer Schwester.

Als Jolanda sich den rechten Arm bricht, springt Gregor für sie ein und übernachtet in dieser Zeit auch bei Margot und Wilma.

Eines Abends hört Margot in ihrem Zimmer, wie Gregor sich nebenan gegen den Versuch Wilmas wehrt, zu ihm ins Bett zu schlüpfen. Am anderen Morgen sind er und seine Sachen fort. Margot redet daraufhin nicht mehr mit ihrer Schwester. Und als Wilma umfällt, überlässt sie es Jolanda, sie aufzuheben. Sie geht stattdessen zum Friseur und holt den Hund aus dem Tierheim. Dann sucht sie Gregor im Gemüsegarten des Männerheims.

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Ähnlich wie in „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ geht es in diesem Fernsehfilm um zwei greise Schwestern, die seit Jahrzehnten in einem gemeinsamen Haushalt leben. In beiden Fällen ist eine von ihnen behindert und bestreitet mit ihrem Geld den Großteil der Ausgaben. Die beiden sind aufeinander angewiesen, machen sich aber das Leben zur Hölle. Anders als in „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ tyrannisiert hier allerdings die behinderte Schwester die andere.

Das kammerspielartige Drama „Die Schwester“ wird weder vom Drehbuch noch von der Inszenierung getragen, sondern von den drei eindrucksvollen Schauspielern Rosemarie Fendel, Cornelia Froboess und Matthias Habich.

Die Erstausstrahlung erfolgte am 8. September 2010 im Ersten Programm der ARD.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010

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