Karakter

Karakter

Karakter

Originaltitel: Karakter - Regie: Mike van Diem - Drehbuch: Mike van Diem, Ruud van Meggen und Laurens Geels, nach dem Roman "Karakter" (deutsch: "Büro Rechtsanwalt Stroomkoning") von Ferdinand Bordewijk - Kamera: Rogier Stoffers - Schnitt: Jessica de Koning - Musik: Het Paleis van Boem - Darsteller: Fedja van Huêt, Jan Decleir, Betty Schuurman, Victor Löw, Tamar van den Dop, Hans Kesting, Lou Landré, Bernard Droog, Frans Vorstman, Fred Goessens, Lou Landré, Rick Van Gastel, Tamar van den Dop u.a. - 1997; 120 Minuten

Inhaltsangabe

Der mitleidlose Rotterdamer Bankier und Gerichtsvollzieher Dreverhaven wird in den Dreißigerjahren tot aufgefunden. Er stürzte in seinem Lager offenbar kurz zuvor mehrere Stockwerke tief und hat ein Messer im Bauch. Unter dem Verdacht, ihn ermordet zu haben, wird Jacob Willem Katadreuffe festgenommen, ein junger Mann, der gerade seine Zulassung als Rechtsanwalt bekommen hat ...
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Kritik

In seiner mit einem "Oscar" ausgezeichneten Verfilmung des Romans "Karakter" (deutsch: "Büro Rechtsanwalt Stroomkoning") von Ferdinand Bordewijk orientiert Mike van Diem sich an expressionistischen Filmregisseuren und großen niederländischen Malern.
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Der mitleidlose Rotterdamer Bankier und Gerichtsvollzieher Dreverhaven (Jan Decleir) wird in den Dreißigerjahren tot aufgefunden. Er stürzte in seinem Lager offenbar kurz zuvor mehrere Stockwerke tief und hat ein Messer im Bauch. Unter dem Verdacht, ihn ermordet zu haben, wird Jacob Willem Katadreuffe (Fedja van Huet) festgenommen, ein junger Mann, der gerade seine Zulassung als Rechtsanwalt bekommen hat. Zwei Polizeikommissare verhören ihn.

Joba Katadreuffe (Betty Schuurman), die Mutter des Verdächtigen, war vor Jahren die Haushälterin Dreverhavens. Einmal vergewaltigte er sie. Als sie davon schwanger wurde, gab sie ihre Stelle auf, und nach der Niederkunft zog sie mit ihrem Kind in eine Mietwohnung am anderen Ende der Stadt. Jeden Monat schickte Dreverhaven ihr Geld und eine schriftliche Aufforderung, ihn zu heiraten, aber die schweigsame, unbeugsame Frau verweigerte jedes Mal die Annahme.

Ihr Sohn wird in der Schule als Bastard verspottet. Als seine Mutter später einen Untermieter aufnimmt, weiß Jacob Willem Katadreuffe, dass sie ihn loshaben möchte. Um einen Tabakladen zu übernehmen, leiht er sich Geld — ohne zu ahnen, dass der Geldverleih seinem Vater gehört. Bei einer Überschwemmung versucht er, die Ware aus dem Kellerlager zu retten. Dabei stellt er fest, dass die Säcke statt Tabak wertloses Heu enthalten. Er muss Bankrott erklären, weil er jedoch außer ein paar auf dem Dachboden gefundenen Büchern nichts besitzt, kann nichts gepfändet werden.

Bei den Büchern handelt es sich um die Bände A bis S einer englischen Enzyklopädie. Damit bringt er sich nicht nur Englisch bei, sondern er nutzt die Bücher auch, um sich autodidaktisch zu bilden.

Als er sich wegen des Bankrotts in der Anwaltskanzlei Stroomkoning (Bernhard Droog) melden muss, ist er von dem geschäftigen Treiben dort so beeindruckt, dass er unbedingt selbst Rechtsanwalt werden möchte. Weil er zufällig zur Stelle ist, um zwischen einem englischen Klienten und den Anwälten dolmetschen zu können, wird er als Assistent De Gankelaars (Victor Löw) eingestellt.

Sobald Jacob Willem Katadreuffe über ein regelmäßiges Einkommen verfügt, sorgt sein Vater für einen Gerichtsbeschluss über die Eintreibung der alten Schulden durch Gehaltspfändungen.

Jacob Willem Katadreuffe verliebt sich in seine Kollegin Lorna te George (Tamar van den Dop), und sie scheint seine Gefühle zu erwidern. Aber er versäumt es, ihr seine Liebe zu gestehen, und eines Tages kündigt sie, um einen anderen Mann zu heiraten. Da beginnt Jacob Willem Katadreuffe zu ahnen, dass er einmal so reich, einsam und hartnäckig wie sein Vater enden wird.

Nachdem Stroomkoning den Büroleiter Rentenstein (Lou Landré) wegen Betrügereien entlassen hat, ernennt er Jacob Willem Katadreuffe zu dessen Nachfolger. Schließlich absolviert der ehrgeizige junge Mann auch die erforderlichen Staatsprüfungen und wird selbst als Anwalt zugelassen. Auf der für ihn veranstalteten Feier hält es ihn nicht: Er eilt in das Kontor seines Vaters, rammt ein Messer vor ihm in den Schreibtisch und unterrichtet ihn über seinen Erfolg. Plötzlich greifen sich die beiden Männer an und schlagen sich.

Mit Verletzungen im Gesicht zieht Jacob Willem Katadreuffe sich zurück.

Dreverhaven stellt sich an den Rand einer Aussparung im Boden, durch die Waren zwischen den Stockwerken der Lagerhalle transportiert werden können. Er stößt sich das Messer in den Bauch, wankt und stürzt in den Abgrund.

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In dieser düster-tragischen Vater-Sohn-Geschichte geht es um Stolz, Schuld und verletzte Gefühle. Mike van Diem versucht in „Karakter“ erst gar nicht, den Zuschauern die einsamen, verschlossenen und beinahe wie surreale Karikaturen wirkenden Figuren näher zu bringen.

In seiner filmischen Umsetzung des Romans „Karakter“ (1938; deutsch: „Büro Rechtsanwalt Stroomkoning“, 1939), den der populäre niederländische Schriftsteller Ferdinand Bordewijk (1884 – 1965) 1938 veröffentlicht hatte, orientierte Mike van Diem sich an großen niederländischen Malern wie Rembrandt und expressionistischen Filmregisseuren wie Fritz Lang und Friedrich Wilhelm Murnau.

„Karakter“ wurde 1998 mit einem „Oscar“ für den besten ausländischen Film prämiert.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003

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