Lammbock

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Lammbock

Originaltitel: Lammbock. Alles in Handarbeit - Regie: Christian Zübert - Buch: Christian Zübert - Kamera: Sonja Rom - Schnitt: Andrea Mertens - Darsteller: Moritz Bleibtreu, Lucas Gregorwicz, Marie Zielcke, Elmar Wepper, Alexandra Schalaudek, Julian Weigend, Alexandra Neldel, Christof Wackernagel, Nils Brunckhorst, Wotan Wilke Möhring u.a. - 2000; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Zwei befreundete Mitzwanziger betreiben in Würzburg einen als Pizzaservice getarnten Handel mit Produkten aus selbst angebautem Marihuana. Bevor ein Undercover-Drogenfahnder sie auffliegen lassen kann, begreift einer der beiden Freunde, dass er endlich sein Jurastudium abschließen und Verantwortung für sein Leben übernehmen muss.
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Kritik

Die Kifferkomödie "Lammbock" überzeugt weniger durch die Handlung, als durch die Figuren, einige komische Szenen und die lakonischen Dialoge, die wie spontan wirken.
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Kai (Moritz Bleibtreu) braucht sich aufgrund einer Erbschaft keine finanziellen Sorgen zu machen und lebt entsprechend unbekümmert. Seinen Freund Stefan (Lucas Gregorwicz) nervt er mit philosophischen Monologen beispielsweise über die Frage, ob die Qualität der Brustimplantate die Ursache dafür war, dass Pamela Anderson erfolgreicher als Erika Eleniak war. Ganz schlimm wird es, wenn er seine logischen Schlussfolgerungen auf rein hypothetischen Annahmen aufbaut („was wäre, wenn …“). Stefan ist der Sohn eines Richters (Elmar Wepper), studiert selbst Jura und grübelt darüber nach, warum er nie zufrieden ist mit dem, was er bekommen kann. Es quält ihn auch die Frage, wieso ihn trotz seiner festen Beziehung mit Gina (Alexandra Schalaudek) der Gedanke an seine ehemalige Freundin Jenny (Alexandra Neldel) erregt. Die beiden jungen Männer betreiben in Würzburg gemeinsam den Pizzaservice „Lammbock“. Ihre Kunden sind in der Regel nicht hungrig, sondern sie holen sich nur die jeweils unter einer Scheibe Salami versteckten Cannabisprodukte heraus, die Kai und Stefan aus eigenem Anbau gewinnen und auch selbst unentwegt konsumieren.

Als Stefans jüngere Schwester Laura (Marie Zielcke) ihren festen Freund Tim zum Geburtstag mit einer Party überraschen will und sich die Gäste heimlich versammeln, geht plötzlich das Licht aus und das Geräusch eines Staubsaugers ertönt. Laura führt die Horde ins Wohnzimmer. Tim, der gerade masturbieren wollte und dabei den Staubsauger zu Hilfe nahm, gerät vor Schreck mit seinem Penis ins Vakuumrohr und muss von den Partygästen mühsam befreit werden. Nach diesem peinlichen Zwischenfall verlässt Laura ihn und versucht, sich mit Kai zu trösten, aber der erweist sich ihr gegenüber als impotent, weil sie für ihn immer die kleine Schwester seines Freundes war und er sich von diesem Bild nicht lösen kann.

Als Kai und Stefan an ihren Cannabispflanzen auf einer entlegenen Lichtung im Wald Blattläuse entdecken, suchen sie nach einem Mittel zur Bekämpfung der Schädlinge. Dabei geraten sie an den Undercover-Drogenfahnder Achim (Julian Weigend), der ihnen rät, es mit Gallwespen zu versuchen. Offenbar kennt Achim sich mit Dope aus, denn er verfügt nicht nur über hervorragenden Stoff, sondern er erzählt auch tolle Insidergeschichten.

Stefan weiß, dass er den Erwartungen seines Vaters nicht genügt, und er nimmt sich immer wieder vor, etwas aus seinem Leben zu machen. Ausgerechnet während eines Abendessen mit einem einflussreichen Juristen und dessen Ehefrau, das Stefans Vater eigens arrangiert hat, um seinem Sohn karriereförderliche Beziehungen zu verschaffen, beginnt dieser aufgrund seines Drogenkonsums plötzlich zu halluzinieren.

Weil die Blattlausplage durch die ausgesetzten Gallwespen nicht beendet wurde, führen Kai und Stefan ihren vermeintlichen Freund Achim zu der versteckten „Plantage“. Achim hat ein starkes Insektenvernichtungsmittel dabei. Panisch vor Angst, entdeckt zu werden, besteht Stefan darauf, das kleine Marihuanafeld sofort abzuernten und aufzugeben. Widerstrebend gibt Kai nach, obwohl die Ausbeute in drei Wochen noch weit größer wäre. Ausgerechnet in dem Augenblick, als Achim, der auf dem Weg einen von Kai und Stefan angebotenen Waldpilz gegessen hat, sich in Krämpfen am Boden windet, taucht ein Jäger auf. Die beiden Freunde betäuben zuerst Achim, dann auch den Waidmann mit dem Insektenvernichtungsmittel und packen sie zusammen mit der Ausbeute ihrer Anpflanzung in den Kofferraum. Bei einer Tankstelle kaufen sie einige Flaschen Schnaps, die sie dem bewusstlosen Jäger einflößen, bevor sie seinen Wagen in den Straßengraben schieben und den Unfall eines Betrunkenen vortäuschen. Als sie den Kofferraum erneut öffnen, richtet Achim sich auf und weist sich als Polizeibeamter aus. Reflexartig schlagen sie den Deckel wieder zu.

Jetzt kann nur noch Stefans Vater helfen. Sie fahren zu ihm und beichten ihm alles. Der Richter ruft Achims Vorgesetzten (Christof Wackernagel) an, und der verspricht, die Angelegenheit unter den Teppich zu kehren. Bevor er losfährt, vergewissert er sich, dass auch die von Kai und Stefan geernteten drei Kilogramm Cannabis im Kofferraum sind, denn er zieht auch selbst gerne einen durch.

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Christian Zübert wuchs selbst in Würzburg auf und erinnert sich daran, wie es war, mit Mitte Zwanzig nach wie vor cool sein zu wollen, aber dann doch endlich einmal die Verantwortung für das Erwachsenwerden übernehmen und Weichenstellungen vornehmen zu müssen. Der Name „Lammbock“ geht auf einen Pizzaservice in Würzburg zurück, der „Lambo“ hieß. Als Sönke Wortmann das Drehbuch gelesen hatte, übernahm er nicht nur die Produktion des Films, sondern er ermutigte Christian Zübert auch, Regie zu führen.

Plot und Stil von „Lammbock. Alles in Handarbeit“ erinnern ein wenig an die Grundidee des Romans „Grün ist die Hoffnung“ von Tom Coraghessan Boyle.

„Lammbock“ überzeugt weniger durch die Handlung, als durch die Figuren, einige komische Szenen und die lakonischen Dialoge, bei deren Formulierung Christian Zübert sich wohl auch an Quentin Tarantino orientiert hat. Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowicz gelingt es, die Dialoge wie spontan wirken zu lassen.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

Cannabis: Haschisch, Marihuana

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Es sind ernste und heitere, frivole und erbauliche, stets prägnant formulierte Geschichten, mit denen Boccaccio die italienische Novelle begründete. Die wenigsten sind frei erfunden; Boccaccio griff auf klassische, orientalische und mittelalterliche Stoffe zurück.
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