Leben!

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Leben!

Leben! - Originaltitel: Huozhe - Regie: Zhang Yimou - Drehbuch: Wei Lu, nach einem Roman von Yu Hua - Kamera: Yue Lu - Schnitt: Yuan Du - Musik: Jiping Zhao - Darsteller: Ge You, Gong Li, Niu Ben, Guo Tao, Jiang Wu u.a. - 1994, 125 Minuten

Inhaltsangabe

Nachdem ihr Ehemann Fugui den gesamten Besitz verspielt hat, verlässt Jiazhen ihn, obwohl sie schwanger ist. Ein Jahr später kehrt sie mit ihrem kleinen Sohn zu ihm zurück. Fugui hat zwar inzwischen die Spielsucht überwunden, aber die chinesische Familie wird vom Bürgerkrieg bedroht und leidet später unter der Kulturrevolution.
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Kritik

Das Filmepos "Leben!" hat einen eigenen ruhigen Rhythmus, fesselt die Zuschauer nicht durch action, sondern durch sorgfältig komponierte Bilder, eine fulminante Geschichte und grandiose Schauspieler wie Gong Li und Ge You.
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Vergeblich versucht Jiazhen (Gong Li), ihren Ehemann Fugui (Ge You) von seiner Spielleidenschaft abzubringen. Kurz bevor er seinen gesamten Besitz beim Glücksspiel verliert und dem Gewinner Chunsheng (Tao Guo) das Familienanwesen, auf dem auch seine Eltern wohnen, überlassen muss, verlässt ihn die schwangere Jiazhen zusammen mit ihrer kleinen Tochter und zieht zu ihren Eltern.

Ein Jahr später kehrt Jiazhen mit ihrer Tochter und ihrem inzwischen geborenen Sohn zu Fugui zurück, der sich als Straßenverkäufer durchschlägt. Sein Vater starb vor Zorn und Aufregung, als er das Haus verlassen hätte sollen, und seine Mutter, mit der zusammen Fugui in einer kleinen Kammer wohnt, ist seit damals krank. Von seiner Spielleidenschaft ist Fugui jedoch geheilt.

Als er Chunsheng bittet, ihm Geld zu leihen, damit er mit seiner Familie in eine größere Wohnung ziehen kann, überlässt dieser ihm stattdessen eine Kiste mit Spielfiguren. Fugui bildet eine kleine Truppe und zieht mit seinem Schattenfiguren-Theater übers Land.

Plötzlich zerfetzen Soldaten mit ihren Bajonetten die Leinwand und rekrutieren Fugui zwangsweise zur Kuomintang, der nationalistischen Armee Chiang Kai-sheks (1887 – 1975), der 1949 einen Bürgerkrieg gegen die Rote Armee führt, aber nicht verhindern kann, dass Mao Zedong (1893 – 1976) am 1. Oktober die Volksrepublik China proklamiert. Fugui kann nicht einmal seiner Frau Bescheid geben.

Nach einiger Zeit kehrt Fugui aus der Gefangenschaft bei der Roten Armee zu seiner Familie zurück. Während er fort war, starb seine Mutter, und seine Tochter wurde durch eine Krankheit stumm. Jiazhen und die Kinder verdienen sich den Lebensunterhalt, indem sie Wasser austragen. Da nachts und frühmorgens am meisten zu tun ist, kommen auch die Kinder kaum zum Schlafen.

Der kommunistische Ortsvorsteher (Ben Niu) heißt Fugui willkommen und fordert ihn auf, zu einer öffentlichen Hinrichtung zu kommen. Chunsheng weigerte sich, sein großes Anwesen dem Staat zu überlassen und brannte es stattdessen nieder. Dafür wird er erschossen. Fugui erschrickt: Wenn er den Familienbesitz nicht beim Glücksspiel verloren hätte, würde man jetzt wahrscheinlich nicht Chunsheng, sondern ihn hinrichten!

1958 propagiert der linke Flügel der Kommunistischen Partei Chinas den „Großen Sprung nach vorne“. Um Taiwan zurückerobern und Großbritannien in der Stahlproduktion überholen zu können, sammeln die kommunistischen Kader alle Gegenstände aus Eisen ein. Töpfe und Pfannen benötigen die chinesischen Hausfrauen ohnehin nicht mehr, denn die Dorfgemeinschaft wird jetzt von einer Volksküche versorgt.

An einem Vormittag, als Fuguis übermüdeter Sohn endlich einmal schläft, werden alle Schüler zusammengerufen, um beim Eisenschmelzen zu helfen. Jiazhen würde ihren Sohn lieber schlafen lassen, aber Fugui möchte nicht, dass jemand aus der Familie negativ auffällt, denn das könnte gefährlich sein. Er trägt den Jungen zu den Schmelzöfen. Der Bezirksleiter, der zur Besichtigung kommt, drückt beim Zurücksetzen mit seinem Auto versehentlich eine Wand ein – und tötet Fuguis Sohn, der dahinter schlief. Fugui und Jiazhen sind untröstlich.

1966 beginnt die „Große Proletarische Kulturrevolution“. Auf Anraten des Ortsvorstehers verbrennt Fugui seine sorgfältig aufbewahrten Schattenfiguren, die jetzt als reaktionär gelten. Der Ortsvorsteher vermittelt schließlich die Eheschließung zwischen Fuguis und Jiazhens stummer Tochter und einem Fabrikarbeiter, der seit einem Betriebsunfall gehbehindert ist. Es ist eine glückliche Wahl: Die beiden jungen Leute lieben sich, und die Eltern der Braut verstehen sich sehr gut mit ihrem Schwiegersohn.

Bald darauf wird die junge Frau schwanger. Als sie zur Entbindung ins Krankenhaus gebracht wird, stellt sich heraus, dass alle Ärzte vertrieben wurden, weil man Akademiker grundsätzlich für Volksfeinde hält. Dem werdenden Vater gelingt es zwar, unter einem Vorwand einen Gynäkologie-Professor in die Klinik zu holen, aber der hat seit drei Tagen nichts gegessen und ist halb ohnmächtig. So kann er auch nicht helfen, als die junge Mutter nach der Geburt verblutet.

Einige Jahre später: Jiazhen ist inzwischen gebrechlich und bettlägrig, aber sie hat ebenso wenig wie Fugui die Hoffnung aufgegeben. Beide sind zuversichtlich, dass ihr Enkel es einmal besser haben wird.

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In dem Epos „Leben!“ erzählt Zhang Yimou bedächtig vom Schicksal einer chinesischen Kleinfamilie mit zwei Kindern, die 1949 durch den Bürgerkrieg auseinandergerissen wird und sich nach der Rückkehr des Mannes aus dem Krieg mit dem Regime von Mao Zedong arrangiert. Wenn der Mann seinen Besitz nicht beim Glücksspiel verloren hätte, würde man ihn jetzt als Großgrundbesitzer hinrichten. Die Angst, beim „Großen Sprung nach vorn“ negativ aufzufallen, führt 1958 zum Unfalltod des kleinen Sohnes. Und weil während der „Großen Proletarischen Kulturrevolution“ alle Ärzte aus dem Krankenhaus verbannt sind, verblutet die Tochter 1969 bei der Geburt ihres Sohnes. Für das mutterlose Kind sorgen der Vater und die Großeltern, die darauf hoffen, dass es in eine glückliche Zukunft hineinleben wird.

„Leben!“ hat einen eigenen ruhigen Rhythmus, fesselt die Zuschauer nicht durch action, sondern durch sorgfältig komponierte, vorwiegend ockerfarbige Bilder, eine fulminante Geschichte und grandiose Schauspieler wie Gong Li und Ge You.

Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde Ge You als bester männlicher Darsteller mit einer „Goldenen Palme“ ausgezeichnet. Für den Film gab es den Großen Preis der Jury.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

Zhang Yimou (Kurzbiografie)

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Zhang Yimou: Judou
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Anton Cechov

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