Schiller

Schiller

Schiller

Originaltitel: Schiller - Regie: Martin Weinhart - Drehbuch: Martin Weinhart und Hendrik Hölzemann, nach einer Idee von Günther Weinhart - Kamera: Klaus Eichhammer - Schnitt: Christian Nauheimer - Musik: Thomas Osterhoff - Darsteller: Matthias Schweighöfer, Robert Dölle, Teresa Weißbach, Jürgen Tarrach, Ulrich Noethen, Barbara Auer, Carola Regnier, Christian Näthe, Martin Feifel, Catrin Striebeck, Nikolaus Paryla, Florian Stetter u.a. - 2005; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Nach der erfolgreichen Aufführung seines ersten Bühnenwerks – "Die Räuber" – desertiert der Militärarzt Friedrich Schiller und flieht aus dem Herzogtum Württemberg. Am Hof- und Nationaltheater Mannheim versucht er, die Stelle des Hausdramatikers zu bekommen, aber dabei konkurriert August Wilhelm Iffland mit ihm, der auch als Verehrer der Nachwuchsschauspielerin Katharina Baumann sein Rivale ist.
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Kritik

Martin Weinhart geht es nicht um eine Biografie, sondern um ein filmisches Porträt. Der stürmische Rebell Schiller – der von Matthias Schweighöfer dargestellt wird – wirkt exaltiert und zerrissen.

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Als Friedrich Schiller (Kind: Hans Broich, Erwachsener: Matthias Schweighöfer) dreizehn Jahre alt ist, ordnet Herzog Karl Eugen von Württemberg (Timo Dierker) an, ihn auf die militärische „Pflanzschule“ in Stuttgart zu schicken. Friedrich wird gedrillt, studiert Medizin und beginnt als kärglich besoldeter Militärarzt bei einem Stuttgarter Grenadierregiment. Seine Leidenschaft gehört jedoch dem Theater. Weil er im Sommer 1782 verbotenerweise zu einer Aufführung seines Schauspiels „Die Räuber“ nach Mannheim ritt, lässt ihn der Herzog zwei Wochen lang einsperren. Sein Vater (Michael Hanemann) drängt ihn, sich endlich zu fügen und der militärischen Disziplin zu unterwerfen, aber als er merkt, dass es aussichtslos ist, steckt er ihm ein leeres Buch zu.

Mit Hilfe des Kameraden Schaffenstein (Florian Stetter) flieht Friedrich Schiller aus der Garnison und reist mit seinem Freund, dem Musiker Andreas Streicher (Christian Näthe), nach Mannheim, wo er sich eine Anstellung als Bühnendramatiker am Hof- und Nationaltheater erhofft. Aber der Intendant Heribert Baron von Dalberg (Jürgen Tarrach) reagiert erst einmal entsetzt auf die Nachricht, dass Schiller desertiert ist, denn er befürchtet Schwierigkeiten mit dem Herzog von Württemberg. Immerhin erklärt er sich bereit, das von Friedrich Schiller mitgebrachte Manuskript eines Stückes mit dem Titel „Die Verschwörung des Fiesko zu Genua“ zu lesen.

Schon beim ersten Besuch im Theater verliebte Schiller sich in die Nachwuchsschauspielerin Katharina Baumann (Teresa Weißbach), auf die es allerdings auch deren Kollege August Wilhelm Iffland (Robert Dölle) abgesehen hat.

Als Friedrich Schiller einigen Schauspielern Passagen aus „Die Verschwörung des Fiesko zu Genua“ vorliest, lässt er sich von seiner Begeisterung hinreißen, bis die Zuhörer über sein exaltiertes Verhalten spotten. August Wilhelm Iffland, der in „Die Räuber“ erfolgreich die Rolle des Franz Moor spielt, hält dem gleichaltrigen Friedrich Schiller vor, er kopiere William Shakespeare, und zwar vor allem dessen Fehler. Sein neues Stück sei außerdem viel zu kompliziert. „Warum muss alles so übertrieben sein?“ Maliziös kündigt Iffland an, er werde sich mit Katharina und dem Posten des Hausautors am Hof- und Nationaltheater Mannheim zufrieden geben und überlasse Schiller den Ruhm der Nachwelt.

Heribert von Dalberg entscheidet, statt des Trauerspiels „Die Verschwörung des Fiesko zu Genua“ ein von August Wilhelm Iffland geschriebenes Stück ins Programm aufzunehmen.

Als Soldaten aus Württemberg auftauchen und am Hof- und Nationaltheater Mannheim nach Friedrich Schiller fragen, eilt Katharina zu ihm in seine Kammer, warnt ihn und versteckt ihn in der Villa reicher Leute, die verreist sind und für die sie putzt. Der junge Dichter und die Nachwuchsschauspielerin verbringen zusammen eine Liebesnacht.

Katharinas Konkurrentin, die berühmte Schauspielerin Caroline Wiethoeft (Barbara Auer), deren Gesicht durch eine Erkrankung entstellt ist, verliebt sich in den stürmischen Dichter Friedrich Schiller, verführt ihn und setzt sich bei Baron von Dalberg, mit dem sie ebenfalls ins Bett geht, erfolgreich für ihn ein, indem sie ihn glauben lässt, Schiller sei dabei, sein neuestes Stück – „Luise Millerin“ („Kabale und Liebe“) – in Frankfurt am Main herauszubringen. Der Mannheimer Intendant bietet Friedrich Schiller daraufhin den Posten des Hausdramatikers an und gewährt ihm einen Vorschuss.

Dagegen wehrt August Wilhelm Iffland sich, indem er der pfälzischen Kurfürstin (Carola Regnier) seine Aufwartung macht, von der er weiß, dass sie seine konventionellen Schauspiele bevorzugt und es ablehnt, sich „Die Räuber“ anzuschauen, weil einige Hofdamen während der Aufführung vor Aufregung ohnmächtig wurden. Erwartungsgemäß bringt die Kurfürstin den Intendanten ihres Theaters dazu, trotz seiner Zusage an Schiller Iffland als Hausdichter anzustellen.

Iffland träumt bereits davon, zum Intendanten und Theaterleiter aufzusteigen und versucht Katharina zu beeindrucken, indem er ihr verspricht, er werde dann jede große Rolle mit ihr besetzen. Er macht ihr einen Heiratsantrag, und Katharina ist bereit, ihn anzunehmen, merkt aber im letzten Augenblick, dass zwischen ihm und seinem Diener Georg (Alexander Merbeth) eine homosexuelle Beziehung besteht. Trotzdem setzt Iffland sich bei Baron von Dalberg dafür ein, Katharina fest am Hof- und Nationaltheater anzustellen.

Weil Friedrich Schiller seine Kammer nicht bezahlen kann, wirft der Wirt ihn schließlich hinaus. Verzweifelt verkauft Schiller ein Gedicht und bewirbt sich bei einem Arzt (Hans-Joachim Bliese) um eine Hilfstätigkeit in dessen Praxis. Schiller wird krank, arbeitet jedoch unermüdlich weiter, bis er den Federkiel nicht mehr halten kann und seine Texte nur noch Katharina diktieren kann.

Da wird ein wohlhabender Jurist aus Leipzig auf Friedrich Schillers Stücke aufmerksam, subskribiert sie und übernimmt die Schulden des jungen Dichters.

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Martin Weinhart (*1963) beschränkt sich in seinem rasanten, aber nicht besonders tiefgründigen Film auf die Zeit, die Friedrich Schiller in Mannheim verbrachte (1783 – 1785) und hält sich auch nicht strikt an die historischen Fakten, denn es geht ihm nicht um eine Biografie, sondern um ein filmisches Porträt. Er zeigt Schiller nicht als etablierten Dichter, sondern als Idealisten Mitte zwanzig, der seinen Weg erst noch finden muss. Der stürmische Rebell – der von Matthias Schweighöfer dargestellt wird – wirkt exaltiert und zerrissen.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

Friedrich Schiller (Kurzbiografie)

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