Kill Bill. Vol. 2

Kill Bill. Vol. 2

Kill Bill. Vol. 2

Originaltitel: Kill Bill. Vol. 2 – Regie: Quentin Tarantino – Drehbuch: Quentin Tarantino, Uma Thurman – Kamera: Robert Richardson – Schnitt: Sally Menke – Musik: Robert Rodriguez – Darsteller: Uma Thurman, David Carradine, Lucy Liu, Vivica A. Fox, Chia Hui Liu, Michael Madsen, Daryl Hannah, Michael Parks, Bo Svenson, Jeannie Epper, Stephanie L. Moore, Shana Stein, Caitlin Keats, Christopher Allen Nelson, Samuel L. Jackson, Reda Beebe, Sid Haig, Larry Bishop, Laura Cayouette, Clark Middleton, Claire Smithies, Perla Haney-Jardine, Helen Kim u.a. – 2004; 135 Minuten

Inhaltsangabe

In einer Hochzeitskapelle in El Paso richtet ein Killerkommando ein Blutbad an, das niemand außer der schwangeren Braut überlebt. Schwer verletzt liegt sie am Boden. Ein Mann namens Bill beugt sich über sie, redet ruhig auf sie ein und schießt ihr aus nächster Nähe in den Kopf. Vier Jahre lang liegt die junge Frau im Koma. Dann kommt sie unerwartet wieder zu sich und beginnt einen Rachefeldzug. Fünf Namen stehen auf ihrer kill bill ...
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Kritik

Quentin Tarantino erzählt die Geschichte nicht chronologisch, sondern verschachtelt. Mit einem Genremix aus Splatter, Kung-Fu, Martial-Arts, Italowestern, Manga und Comics schafft er eine surreale Welt, die einer eigenen Logik folgt: "Kill Bill".
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Ausführliche Inhaltsangabe zu „Kill Bill Vol. 1“

Kapitel 6: Das Massaker von Two Pines

In einer Hochzeitskapelle in El Paso, Texas, steht ein Brautpaar. Es handelt sich jedoch nicht um die Trauungszeremonie, sondern um eine Vorbesprechung und Probe derselben. Während der Bräutigam Tommy Plympton (Christopher Allen Nelson) zahlreiche Familienangehörige zur Hochzeitsfeier eingeladen hat, ist die schwangere Braut (Uma Thurman), die sich Aline nennt, allein – bis ein Fremder auftaucht, den sie als ihren soeben überraschend aus Australien zurückgekehrten Vater Bill (David Carradine) vorstellt.

Tatsächlich waren Bill und Beatrix Kiddo – so heißt die Braut in Wahrheit – ein Paar, und er ist nicht ihr Vater, sondern der des ungeborenen Kindes. Wegen der Schwangerschaft hat Beatrix ihn und seine Bande von Auftragskillern verlassen: Das Kind soll nicht bei Gangstern aufwachsen, sondern in einer bürgerlichen Familie: Tommy betreibt in El Paso einen Second-Hand-Plattenladen.

Wenige Minuten später schreiten drei Frauen und ein Mann auf das Kirchenportal zu. Es handelt sich um die anderen Mitglieder der „Deadly Viper Assassination Squad“: O-Ren Ishii alias „Cottonmouth“ (Lucy Liu), Vernita Green alias „Copperhead“ (Vivica A. Fox), Elle Driver, alias „California Mountain Snake“ (Daryl Hannah) und Budd alias „Sidewinder“ (Michael Madsen). Sie haben automatische Schusswaffen im Anschlag und veranstalten in der Kirche ein Massaker.

Jahre später. Die Gebrüder Bill und Budd reden darüber, dass Beatrix Kiddo – die nach vier Jahren aus dem Koma erwacht war – eine ganze Armee von Schwertkämpfern tötete, die O-Ren Ishii vor ihrer Rache beschützen wollten. Budd arbeitet inzwischen als „Rausschmeißer in einer Tittenbar“ und haust in einem Wohnwagen. Sein unbezahlbares Hattori-Hanzo-Schwert habe er für 250 Dollar versetzt, behauptet er. Als einziges Mitglied der Bande fühlt Budd sich wegen des Massakers in El Paso schuldig und zeigt Verständnis für Beatrix‘ Rachefeldzug.

Kapitel 7: Das einsame Grab der Paula Schultz

Nach eine Auseinandersetzung mit dem Barbesitzer Larry Gomez (Larry Bishop) kehrt Budd zu seinem einsam abgestellten Wohnwagen zurück.

Beatrix schleicht sich an, hält ihr Hattori-Hanzo-Schwert hoch und reißt die Tür auf. Da wird sie von einer Ladung Schrot in die Brust getroffen und ein paar Meter weit zurückgeschleudert. Schwer verletzt bleibt sie am Boden liegen. Budd ruft Elle an, berichtet kurz, was geschehen ist und bietet ihr Beatrix‘ Schwert für 1 Million Dollar an. Elle willigt ein und verspricht, am nächsten Morgen vorzubeikommen, verlangt jedoch von Budd, dass er Beatrix möglichst qualvoll sterben lässt.

Ein Kumpel hilft Budd noch in der Nacht, Beatrix an Händen und Füßen zu fesseln, sie in einen Sarg zu legen, den Deckel zuzunageln und die Frau lebendig zu begraben. Auf dem Grabkreuz steht: „Paula Schultz“.

Kapitel 8: Der grausame Weg von Pai Mei

Bill bringt Beatrix als Schülerin zu seinem Kung-Fu-Meister Pai Mei (Chia Hui Liu), dem Oberpriester des Clans „Weißer Lotos“. Der hasst nicht nur Weiße im Allgemeinen und Amerikaner im Besonderen, sondern verachtet auch Frauen. Eine Schülerin akzeptiert er nur, weil er sich einsam fühlt. – Nachdem Pai Mei von einem Mönch beleidigt worden war, hatte er alle sechzig Mönche eines Shaolin-Tempels getötet. Ebenso grausam ist seine Ausbildungsmethode, aber Beatrix lernt von ihm nicht nur, wie man massive Bretter mit der Handkante zertrümmert, sondern auch die Fünf-Punkte-Pressur-Herzexplosions-Technik, mit der man einen Menschen durch eine Abfolge von fünf Schlägen töten kann.

Aufgrund ihrer Ausbildung bei Pai Mei gelingt es Beatrix, sich von den Fesseln zu befreien, den Sargdeckel zu zertrümmern und sich aus dem Grab zu wühlen.

Kapitel 9: Elle und ich

Am nächsten Morgen fährt Elle Driver zu Budd, um das Hattori-Hanzo-Schwert abzuholen.

Wie Bill und Beatrix war auch Elle eine Schülerin von Meister Pai Mei. Weil sie ihn als „widerlichen Affen“ beschimpft hatte, riss er ihr das rechte Auge aus. Seither trägt sie eine Augenklappe. Die hinterhältige Schwertkämpferin rächte sich, indem sie Pai Mei mit einem vergifteten Fischkopf tötete.

Als Budd den Geldkoffer öffnet und gierig nach den Banknotenbündeln greift, schießt eine Schwarze Mamba heraus und beißt ihn mehrmals ins Gesicht. Während er sich am Boden wälzt und stirbt, liest Elle ihm die Notizen vor, die sie sich während einer Internet-Recherche über Schwarze Mambas machte. Diese Giftschlange wählte sie nicht zufällig aus, sondern weil Beatrix Kiddo sich als Killerin „Schwarze Mamba“ genannt hatte und es ihr missfällt, dass die tapfere Kämpferin von dem heruntergekommenen Budd ermordet wurde. „Sie hätte Besseres verdient“, meint sie.

Beatrix ist jedoch nicht tot. Plötzlich steht sie in der Tür und packt das Schwert, das ihr von Budd abgenommen worden war. Elle entdeckt ein zweites Hattori-Hanzo-Schwert: Budd hatte seines also doch nicht verkauft. Die beiden Frauen kämpfen. Doch statt Elle zu töten, schneidet Beatrix ihr das linke Auge heraus und zertritt es am Boden. Während Elle blind in dem Wohnwagen herumtobt, in dem sich auch noch die Schwarze Mamba befindet, geht Beatrix fort.

Letztes Kapitel: Von Angesicht zu Angesicht

Nachdem Beatrix sich an O-Ren Ishii, Vernita Green und Elle Driver gerächt hat und Budd nicht mehr lebt, steht nur noch Bill auf ihrer Todesliste, der kill bill.

Von dem achtzigjährigen Bordellbesitzer Esteban Vihaio (Michael Parks) erfährt Beatrix in Mexiko, auf welcher Hazienda Bill zu finden ist.

Als Beatrix die Tür aufreißt, trifft sie nicht nur auf Bill, sondern zu ihrer Verblüffung auch auf ein vierjähriges Mädchen, das mit einer Spielzeugpistole auf ihn und Beatrix schießt. Es handelt sich um B. B. (Perla Haney-Jardine), die Tochter von Bill und Beatrix. Das Kind war mit einem Kaiserschnitt zur Welt gebracht worden, während Beatrix nach dem Massaker von Two Pines im Koma gelegen hatte. Erst jetzt erfährt Beatrix, dass ihre Tochter lebt.

Nachdem Bill und Beatrix das Kind liebevoll ins Bett gebracht haben, wenden sie sich einander zu und bleiben ganz ruhig, obwohl sie wissen, dass ihnen ein Kampf auf Leben und Tod bevorsteht.

Beatrix klärt Bill zunächst darüber auf, was vor dem Massaker geschah. Auf dem Weg zu ihrer letzten Zielperson, der Chinesin Lisa Wong in Los Angeles, merkte sie im Flugzeug, dass sie schwanger war. Da beschloss sie, den Auftragsmord nicht auszuführen, unterzutauchen und ein neues Leben als Mutter zu beginnen. Lisa Wong hatte allerdings ihrerseits eine Killerin auf sie angesetzt, die als Zimmermädchen verkleidet durch die Tür des Hotelzimmers schoss: Karen Kim (Helen Kim). Als die beiden Frauen sich mit gezogenen Pistolen gegenüberstanden, überzeugte Beatrix ihre Gegnerin davon, dass sie schwanger sei und niemanden mehr töten wolle. Daraufhin gingen sie unverletzt auseinander. Auf das Geständnis antwortet Bill, er habe sie damals für tot gehalten, drei Monate lang um sie getrauert und nach ihrem Mörder gesucht. Stattdessen fand er dann Beatrix, merkte, dass sie schwanger war und veranstaltete das Massaker in El Paso. „Ich habe überreagiert“, meint er bedauernd.

Schließlich ziehen Bill und Beatrix ihre kostbaren Hattori-Hanzo-Schwerter. Bill gelingt es in dem Kampf, Beatrix die Waffe aus der Hand zu schlagen, doch da wendet sie die Fünf-Punkte-Pressur-Herzexplosions-Technik an, die Bill das Herz zerreißt.

Danach verlässt Beatrix mit ihrer Tochter die Hazienda.

Am nächsten Morgen

Während B. B. in einem Hotelzimmer vor dem Fernsehgerät sitzt und einen Animationsfilm anschaut, liegt Beatrix im Bad auf dem Boden, zunächst schluchzend, dann lachend. Als sie sich wieder unter Kontrolle hat, setzt sie sich zu ihrer Tochter und nimmt sie in den Arm.

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„Kill Bill“ kann man als „töte Bill“, aber auch als „Todesliste“ übersetzen.

Wie in „Pulp Fiction“ erzählt Quentin Tarantino auch in „Kill Bill“ die Geschichte nicht chronologisch, sondern zeitversetzt. Die Kapitel in chronologischer Reihenfolge:

  1. Kill Bill. Vol. 2: Kapitel 8 (1. Teil)
  2. Kill Bill. Vol. 2: Kapitel 10 (Rückblende)
  3. Kill Bill. Vol. 2: Kapitel 6 (1. Teil)
  4. Kill Bill. Vol. 1: Kapitel 1 (1. Teil)
  5. Kill Bill. Vol. 1: Kapitel 2
  6. Kill Bill. Vol. 1: Kapitel 3
  7. Kill Bill. Vol. 1: Kapitel 4
  8. Kill Bill. Vol. 1: Kapitel 5
  9. Kill Bill. Vol. 2: Kapitel 6 (2. Teil)
  10. Kill Bill. Vol. 1: Kapitel 1 (2. Teil)
  11. Kill Bill. Vol. 2: Kapitel 7
  12. Kill Bill. Vol. 2: Kapitel 8 (2. Teil)
  13. Kill Bill. Vol. 2: Kapitel 9
  14. Kill Bill. Vol. 2: Kapitel 10

Auf unnachahmliche Weise zitiert Quentin Tarantino in „Kill Bill“ verschiedene Filme und Genres: Splatter, Kung-Fu, Martial-Arts, Yakuza-Drama, Samurai-Epos, Italowestern, Manga, Comics. Mit diesem Genremix schafft er eine surreale Welt, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat, aber einer eigenen Logik folgt und stilistisch etwas Neues ist.

„Kill Bill“ ist ein zynisches, furioses Action-Kino mit sorgfältig komponierten Einstellungen. Quentin Tarantino achtet jedoch nicht nur auf die Bildsprache, sondern auch auf den Ton. Geräusche setzt er effektvoll ein, etwa als Beatrix lebendig begraben wird und die Leinwand dunkel bleibt; da hören wir nichts als das Poltern der Erde auf dem Sargdeckel. Nicht selten kontrastiert die Atmosphäre einer Szene mit dem dazu gespielten Song. Auch auf die in „Kill Bill. Vol. 1“ zu kurz gekommenen schrägen Nonsense-Dialoge, für die Quentin Tarantino berühmt ist, brauchen wir in „Kill Bill. Vol. 2“ nicht zu verzichten. Es wirkt beispielsweise urkomisch, wenn Beatrix, nachdem sie eine Ladung Schrot in die Brust bekommen und sich aus dem Grab gewühlt hat, blutig und verdreckt in einer Bar auftaucht und ganz ruhig fragt: „Kann ich bitte ein Glas Wasser haben.“ Oder wenn Bill das von ihm angerichtete Massaker bedauert: „Ich habe überreagiert.“

Uma Thurman hat auch an der Ausarbeitung der verletzten und rachsüchtigen, intelligenten und nervenstarken Hauptfigur mitgewirkt.

Die Dreharbeiten für „Kill Bill“ begannen im Mai 2001. Um den fertigen, fast vierstündigen Film nicht kürzen zu müssen, machte Quentin Tarantino zwei Teile daraus: „Kill Bill. Vol. 1“ kam am 16. Oktober 2003 in die deutschen Kinos, „Kill Bill. Vol. 2“ am 22. April 2004. Außerdem plant Quentin Tarantino Gerüchten zufolge ein Prequel in Form eines Zeichentrickfilms über die Geschichte Bills und seiner drei Lehrmeister in Mexiko, Japan und China.

Übrigens: Den Musiker Rufus in der Hochzeitskapelle spielt Samuel L. Jackson.

Folgende Songs sind in „Kill Bill. Vol. 2“ zu hören:

  • Uma Thurman: „A Few Words from the Bride“
  • Shivaree: „Goodnight Moon“
  • Ennio Morricone: „Il Tramonto“
  • Charlie Feathers: „Can’t Hardly Stand It“
  • Lole / Manuel: „Tu Mira“
  • Luis Bacalov: „Summertime Killer“
  • Alan Reeves, Phil Carradine, Philip Brigham: „The Chase“
  • David Carradine und Uma Thurman: „The Legend of Pai Mei“
  • Ennio Morricone: „L’Arena“
  • Johnny Cash: „A Satisfied Mind“
  • Ennio Morricone: „A Silhouette of Doom“
  • Malcolm McLaren: „About Her“
  • David Carradine und Uma Thurman: „Truly and Utterly Bill“
  • Chingon: „Malagueña Salerosa“
  • Meiko Kaji: „Urami Bushi“
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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007

Samurai

Uma Thurman (Kurzbiografie)

Quentin Tarantino: Reservoir Dogs. Wilde Hunde
Quentin Tarantino: Pulp Fiction
Quentin Tarantino: Jackie Brown
Quentin Tarantino: Kill Bill Vol. 1
Robert Rodriguez, Frank Miller, Quentin Tarantino: Sin City
Quentin Tarantino: Death Proof. Todsicher
Quentin Tarantino: Inglourious Basterds
Quentin Tarantino: Django Unchained
Quentin Tarantino: The Hateful 8

Robert Rodriguez: From Dusk Till Dawn (Drehbuch von Quentin Tarantino)

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