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Originaltitel: Next – Regie: Lee Tamahori – Drehbuch: Gary Goldman, Jonathan Hensleigh, Paul Bernbaum, nach der Kurzgeschichte "Der goldene Mann" von Philip K. Dick – Kamera: David Tattersall – Schnitt: Christian Wagner – Musik: Mark Isham – Darsteller: Nicolas Cage, Julianne Moore, Jessica Biel, Thomas Kretschmann, Tory Kittles, José Zúñiga, Jim Beaver, Jason Butler Harner, Michael Trucco, Laetitia Danielle, Peter Falk u.a. – 2007; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Chris Johnson tritt in Las Vegas als Magier auf. Nicht alles in seiner Show basiert auf Tricks, denn er kann zwei Minuten in die Zukunft blicken. Als er einen Raubüberfall mit zwei Toten vorhersieht, stürzt er sich auf den Verbrecher und reißt ihm die Pistole aus der Hand. Dadurch gerät er selbst unter Verdacht. Die FBI-Agentin Callie Ferris, die nach einer Terrorbande mit einer Atombombe fahndet, hofft jedoch, Chris könne ihr helfen ...
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Kritik

Die Grundidee von "Next" ist zwar absurd, aber reizvoll. Daraus entwickelten die Drehbuchautoren allerdings eine abstruse Handlung. Und die Schauspieler haben keine Gelegenheit, ihr Können zu demonstrieren.
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Unter dem Künstlernamen Frank Cadillac tritt Chris Johnson (Nicolas Cage) in Las Vegas als Magier auf. Nicht alles in seiner Bühnenshow basiert auf Tricks, denn er kann zwei Minuten in die Zukunft sehen, die ihn persönlich betrifft. Diese Gabe nutzt er auch, um in den Spielcasinos verhältnismäßig bescheidene Gewinne zu erzielen. Als er voraussieht, dass der Mann, der sich gerade nähert, beim Raubüberfall auf die Kasse des Casinos zwei Menschen erschießen wird, stürzt er sich auf ihn, reißt ihn zu Boden und nimmt ihm die Pistole ab. Weil er sie in der Hand hält, als der Sicherheitschef Roybal (José Zúñiga) angerannt kommt, fällt der Verdacht auf ihn, und dass er beteuert, er habe zwei Morde verhindern wollen, glaubt ihm zunächst niemand. Johnson flieht.

Als die FBI-Agentin Callie Ferris (Julianne Moore) eingeschaltet wird und sich die entsprechende Aufnahme der Überwachungskamera anschaut, glaubt sie an die hellseherische Fähigkeit Johnsons und hofft, er könne ihr helfen, eine vor fünf Wochen in Russland gestohlene und wahrscheinlich bereits in die USA geschmuggelte Atombombe zu finden. Deshalb lässt sie nach ihm fahnden.

Chris lernte inzwischen in einem Diner seine große Liebe Elizabeth („Liz“) Cooper (Jessica Biel) kennen, so wie von ihm nicht erst seit zwei Minuten, sondern seit Tagen vorhergesehen. Die beiden sind mit dem Auto unterwegs nach Flagstaff, Arizona. Weil das letzte Stück der Straße nach einem Unwetter blockiert ist, übernachten sie im Cliffhanger Motel kurz vor Flagstaff. Dort spürt das FBI sie auf.

Als Liz fürs Frühstück einkauft, spricht Callie sie an, behauptet, es handele sich bei ihrem Begleiter um einen gefährlichen Soziopathen und gibt ihr ein Schlafmittel, das sie ihm in den Orangensaft mischen soll, wenn er seit mindestens zwei Minuten nicht im Raum ist. Liz bringt es jedoch nicht fertig, ihren neuen Freund ans FBI auszuliefern. Sie warnt Chris. Er flieht getrennt von ihr.

Auf Chris wird geschossen, aber dank seiner Gabe weicht er der Kugel aus. Der Scharfschütze ist nicht vom FBI, sondern von der deutsch-französischen Terrorgruppe, die im Besitz der Atombombe ist und sich ihr Vorhaben, Los Angeles zu zerstören, nicht von einem Hellseher vereiteln lassen will. Angeführt wird die Verbrecherbande von einem Deutschen (Thomas Kretschmann).

Während Chris von Callie festgenommen wird, gerät Liz in die Gewalt der Terroristen.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Offenbar kann Chris weiter als zwei Minuten in die Zukunft sehen, wenn es Liz betrifft. Er sieht deshalb, wie die Terroristen Liz einen Sprengstoffgürtel umschnallen, sie in einen Rollstuhl gefesselt auf einem Parkdeck absetzen und die Explosion auslösen. Er nennt Callie das Kennzeichen des Lieferwagens, mit dem die Verbrecher Liz transportieren wollen. Das FBI spürt das Fahrzeug auf und schlägt zu. Liz wird befreit.

Aber wo ist die Atombombe?

Als sie explodiert, weiß Chris, dass er einen Fehler gemacht hat.

Glücklicherweise liegt er noch immer mit Liz im Bett des Motels und hat geträumt. Während Liz noch schläft, steht er auf und ruft Callie an, um anzukündigen, dass er ihr bei der Suche nach der Atombombe helfen werde, wenn das FBI Liz aus dem Spiel lasse. Dann verabschiedet er sich von Liz und erklärt ihr, er habe etwas zu erledigen. Wenn sie auf ihn warte, werde er sie wiederfinden.

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Im Vorspann des Actionthrillers „Next“ wird die 1954 von Philip K. Dick veröffentlichte Kurzgeschichte „The Golden Man“ als literarische Vorlage genannt. Aber mehr als den Namen des Protagonisten und seine hellseherische Fähigkeit wurden für den Film nicht übernommen.

Die Grundidee von „Next“ – ein Mann sieht zwei Minuten weit in die Zukunft – ist zwar absurd, aber reizvoll. Daraus entwickelten die Drehbuchautoren Gary Goldman, Jonathan Hensleigh und Paul Bernbaum allerdings eine ebenso abstruse wie konfuse Handlung. Bei der Inszenierung setzte Lee Tamahori auf Actionszenen, aber mehr als solides Handwerk ist dabei nicht herausgekommen. Eine Komödie wollte er wohl nicht drehen, auch wenn hin und wieder Humor aufleuchtet, etwa wenn Chris Johnson auf den bewaffneten Geiselnehmer zugeht und ihn warnt: „Ich habe jedes Ende gesehen, und keines geht gut für dich aus!“ Die Besetzung von „Next“ ist erstklassig; Nicolas Cage, Julianne Moore, Jessica Biel und Thomas Kretschmann haben jedoch keine Gelegenheit, ihr schauspielerisches Können zu demonstrieren. Fazit: „Next“ ist zwar unterhaltsam, aber abstrus und anspruchslos.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010

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