Die Auflehnung

Die Auflehnung

Die Auflehnung

Originaltitel: Die Auflehnung – Regie: Manfred Stelzer – Drehbuch: Lothar Kurzawa, nach dem Roman "Die Auflehnung" von Siegfried Lenz – Kamera: Wedigo von Schultzendorff – Schnitt: Bernd Schriever – Musik: Jörg Lemberg – Darsteller: Jan Fedder, André Hennicke, Jodie Leslie Ahlborn, Daniela Schulz, Kirsten Block, Josef Heynert, Susanne Lothar u.a. – 2010; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Als der Tee-Verkoster Willy Wittmann seinen Geschmacksinn und damit auch seine Arbeit in Hamburg verliert, trennt seine Ehefrau sich von ihm. Frustriert sucht er Zuflucht auf dem von seinem Bruder Frank bewirtschafteten Hof seiner verstorbenen Eltern in Schleswig-Holstein, den er vor 28 Jahren verlassen hatte. Frank war dagegen vom Vater gezwungen worden, die familieneigene Teichwirtschaft zu übernehmen ...
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Kritik

Bei "Die Auflehnung" handelt es sich um eine Verfilmung des gleichnamigen Heimat- bzw. Familienromans von Siegfried Lenz. Die Inszenierung von Manfred Stelzer ist ruhig und unspektakulär.
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Mit seinen außergewöhnlichen Geschmacksnerven hat Willy Wittmann (André Hennicke) einem Hamburger Tee-Handelsunternehmen zum Erfolg verholfen. Seit kurzem ist er jedoch nicht mehr in der Lage, verschiedene Teesorten zu unterscheiden. Der Unternehmer wäre bereit, eine andere Tätigkeit für ihn zu suchen, aber Willy zieht es vor, zu kündigen. Dass er in seiner Lebensfremdheit nicht einmal daran gedacht hat, eine Abfindung herauszuschlagen, bestärkt Willys Ehefrau Tekla (Susanne Lothar) in ihrem Entschluss, sich von ihm zu trennen.

Frustriert sucht Willy Zuflucht auf dem Hof seiner längst verstorbenen Eltern bei Barglund in Schleswig-Holstein, auf dem sein Bruder Frank (Jan Fedder) mit seiner Familie lebt, den aber auch Willy zur Hälfte geerbt hat. Er kann die noch nicht ganz fertige Ferienwohnung beziehen.

Vor achtundzwanzig Jahren war Willy nach Hamburg gezogen. Der Vater hatte ihn zwar gehen lassen, aber Frank dazu gezwungen, auf dem Hof zu bleiben und die familieneigene Teichwirtschaft in der dritten Generation zu übernehmen. Frank betreibt sie mit Hilfe seiner Frau Sophie (Kirsten Block) und seiner erwachsenen Tochter Ute (Jodie Leslie Ahlborn).

Als Frank beim Abendessen erfährt, dass Willy arbeitslos ist, befürchtet er, dass sein Bruder ausbezahlt werden möchte. Dabei ist Frank selbst seit einem großen Fischsterben mit der Tilgung seiner Kredite im Rückstand und weiß nicht, wo er die überfälligen 30 000 Euro hernehmen soll. Zu allem Überfluss haben Kormorane die Fischteiche entdeckt. Die Kormorane stehen unter Naturschutz, und Frank besitzt keinen Waffenschein. Aber er übernahm nun einmal die Fischzucht, auch wenn es gegen seinen Willen geschah. Also holt er sein Gewehr und kämpft um den Erhalt des Familienbetriebs.

Willy ahnt bald, dass sein Bruder in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Er bietet ihm Geld an, aber Frank ist zu stolz, um darauf einzugehen.

Eigentlich hat er genug Sorgen, aber eines Tages erfährt er auch noch, dass Ute sich auf eine Beziehung mit Bernhard Drews (Josef Heynert) eingelassen hat. Die beiden wollen heiraten. Dabei hat Frank verboten, den Namen des jungen Mannes in seinem Haus auch nur zu nennen, denn er ist überzeugt, dass Frank ihn betrog, als er neun Jahre lang für ihn arbeitete. Frank wiederum fühlte sich ungerecht behandelt und verschaffte sich durch Diebstähle und Unterschlagungen einen Ausgleich für den einbehaltenen Lohn – bis Frank ihn vom Hof jagte. Inzwischen hat Bernhard damit angefangen, Nerze zu züchten, und Ute bringt ihm heimlich Fischabfälle.

Willy weiß, dass seine Nichte gern Meeresbiologie studiert hätte. Ihr Vater will davon allerdings nichts hören, denn er benötigt Utes Arbeitskraft im Familienbetrieb. Da erinnert Willy sich daran, wie der Vater seinen Bruder über Nacht an einen Baum fesselte, um ihn daran zu hindern, den Hof zu verlassen. Die Geschichte wiederholt sich offenbar in der nächsten Generation.

In einer Teestube verliebt Willy sich in die aus Helgoland stammende Kellnerin Corinna Sabri (Daniela Schulz). Die junge Frau fühlt sich durch das Werben des eleganten Herrn aus der Stadt geschmeichelt und trifft sich ein paar Mal mit ihm. Willy lebt wieder auf und gewinnt seinen Geschmacksinn zurück. Ohne zu erkennen, dass er chancenlos ist, schlägt er Corinna gemeinsame Reisen nach Indien oder Ceylon vor. Als er begreift, dass Corinna jüngere Männer vorzieht, verliert er erneut seine Fähigkeit, Teesorten blind schmecken zu können.

Der Dorfpolizist verdächtigt Frank, verbotenerweise Kormorane zu schießen und besorgt sich einen Durchsuchungsbeschluss für den Hof. Das Gewehr findet er jedoch nicht, weil Willy es rechtzeitig versteckt hat. Es dauert allerdings nicht lang, bis der Gendarm Frank auf frischer Tat ertappt.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Eines Abends, als Ute wieder mit Fischabfällen zu ihrem Geliebten radelt, sieht sie ihn durchs Fenster seiner Kate mit einer anderen Frau. Verstört rennt sie davon. In der Nacht kehrt sie zurück und lässt in ihrem Zorn die Nerze frei.

Bernhard zeigt Ute an.

Frank fährt daraufhin mit ihr zu Bernhard und zwingt sie, sich bei ihm zu entschuldigen. Am Abend bringt sie ihrem bisherigen Geliebten aus eigenem Antrieb ihre ganzen Ersparnisse, um ihm einen Teil des Schadens zu ersetzen. Bernhard will das Geld nicht, sondern Ute zurückgewinnen. Weil sie sich gegen seine Umarmung sträubt, wirft er sie aufs Bett und vergewaltigt sie. Nachdem sie sich wieder angezogen hat, schießt sie mit seinem Gewehr auf ihn, verfehlt ihn jedoch. Ohne ein weiteres Wort verlässt sie sein Haus.

Als Ute spätabends immer noch nicht nach Hause kommt, geht Frank los, um nach ihr zu suchen. Die Fische in den Teichen treiben mit den Bäuchen nach oben. Sofort verdächtigt er Bernhard als Verursacher des Fischsterbens, und er eilt zu ihm. Die Kate steht in Flammen. Polizei und Feuerwehr sind vor Ort. Weil Frank befürchtet, dass Ute bei Bernhard ist, stürmt er in das brennende Haus – und rettet Bernhard, der sich offenbar in seiner Verzweiflung das Leben nehmen wollte [Suizid].

Ute hat sich inzwischen bei ihrem verständnisvollen Onkel im Gästehaus verkrochen. Willy geht zu ihr und streichelt ihr Gesicht.

Damit Ute ihr eigenes Leben führen kann, übernimmt Willy ihre Arbeiten auf dem Hof, und er hilft Frank ebenso umsichtig wie tatkräftig, die Teichwirtschaft zu erhalten. Nach langer Zeit kommen sich die Brüder wieder näher.

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Frank und Willy Wittmann, zwei ungleiche Brüder, lehnen sich gegen verschiedene Schicksalsschläge auf und finden nach langer Zeit wieder zueinander. Dadurch bleibt Franks Tochter Ute das Los ihres Vaters erspart, der von seinem Vater gegen seinen Willen gezwungen worden war, in der Teichwirtschaft der Eltern mitzuhelfen und den Familienbetrieb zu übernehmen.

Bei „Die Auflehnung“ handelt es sich um einen 1994 von Siegfried Lenz veröffentlichten Heimat- bzw. Familienroman, der jetzt von Manfred Stelzer nach einem Drehbuch von Lothar Kurzawa verfilmt wurde.

Die Inszenierung von „Die Auflehnung“ ist ruhig und unspektakulär, vielleicht sogar ein wenig bieder, entspricht damit aber auch der erzählten Geschichte.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010

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