Super Size Me

Super Size Me

Super Size Me

Super Size Me – Originaltitel: Super Size Me – Regie: Morgan Spurlock – Drehbuch: Morgan Spurlock – Kamera: Scott Ambrozy – Schnitt: Stela Georgieva, Julie Bob Lombardi – Darsteller: Morgan Spurlock u.a. – 2003; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Morgan Spurlock, ein gesunder und körperlich fitter New Yorker Mitte 30, will sich 30 Tage lang ausschließlich von McDonald's-Produkten ernähren, so wenig wie möglich bewegen und beobachten, was mit ihm geschieht. Nach drei Wochen raten ihm die Ärzte, den Selbstversuch abzubrechen, aber er macht weiter ...
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Kritik

Morgan Spurlock übertreibt, um zu veranschaulichen, und statt sachlich zu informieren, schockiert er. "Super Size Me" ist kein Dokumentarfilm, sondern Infotainment, Fast Food fürs Gehirn.
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Als Morgan Spurlock, ein New Yorker Mitte dreißig, im November 2002 in der Zeitung liest, dass zwei Jugendliche McDonald’s verklagten und behaupteten, der Konzern habe ihr Übergewicht verursacht, bringt ihn das auf eine Idee: Er will sich dreißig Tage lang ausschließlich von McDonald’s-Produkten ernähren und beobachten, was passiert.

Nicht nur Frühstück, Mittag- und Abendessen werden von McDonald’s sein, sondern auch alle Getränke, überhaupt alles, was er zu sich nimmt. Die Super Size wird er immer dann wählen, wenn man ihn bei der Bestellung darauf anspricht. Außerdem will Morgan Spurlock sich so wenig bewegen wie möglich, um sich wie ein normaler Amerikaner zu verhalten.

Zur Vorbereitung lässt sich Morgan Spurlock von drei Ärzten – Dr. Daryl Isaacs, Dr. Lisa Ganjhu, Dr. Stephen Siegel – gründlich untersuchen und konsultiert die Ernährungsberaterin Bridget Bennett. Sie bestätigen ihm alle, dass er überdurchschnittlich fit sei.

Dann kommt der Abend, an dem er zum letzten Mal ein von seiner Freundin Alexandra Jamieson, einer Veganerin, zubereitetes Essen zu sich nimmt. Am nächsten Morgen beginnt er mit seinem Selbstversuch: Super Size Me!

Morgan Spurlock fährt auch in andere Bundesstaaten, um dort bei McDonald’s zu essen, Passanten zu befragen und sich in den Speisesälen von Schulen umzusehen. Außerdem zeigt er, wie McDonald’s durch Clowns, Happy Meals und Spielplätze schon die Kinder an sich bindet.

An einem der ersten Tage muss sich Morgan Spurlock nach dem Essen eines Burgers übergeben. Er nimmt kräftig zu. Bridget Bennett errechnet anhand seiner Aufzeichnungen, dass er täglich 5000 Kilokalorien zu sich nimmt – mehr als das Doppelte dessen, was sie ihm empfahl. Morgan Spurlock leidet unter Stimmungsschwankungen, grundlosen Depressionen, Kopfschmerzen, doch sobald er isst, geht es ihm wieder besser. Für die Ärzte sind das Sucht-Symptome. Seine Freundin erklärt, er habe seit einigen Tagen Erektionsschwierigkeiten und sie müsse nun beim Koitus oben liegen, weil er zu müde sei.

Nach drei Wochen raten die Ärzte Morgan Spurlock zum Abbruch des Experiments. Die Blutwerte haben sich erschreckend verschlechtert. Die Ärzte hatten beispielsweise eine Zunahme der Cholesterinwerte erwartet, aber das Ausmaß der Veränderungen einer ganzen Reihe von Blutwerten überrascht sie. Einer der Ärzte vergleicht die Entwicklung der Leberwerte mit dem Verfall des Alkoholikers Ben Sanderson, der sich in Las Vegas zu Tode säuft („Leaving Las Vegas“).

Nach dreißig Tagen hat Morgan Spurlock zwölf Kilogramm zugenommen und ist krank.

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Ähnlich wie Michael Moore („Bowling for Columbine“, „Fahrenheit 9/11“) und Al Gore („Eine unbequeme Wahrheit“) versucht Morgan Spurlock die Menschen mit einer Art Dokumentarfilm aufzuschrecken.

Ähnlich wie sein Kollege Michael Moore inszeniert sich Spurlock als ebenso humoriger wie populistischer Protagonist seiner eigenen One-Man-Show, ein Robin Hood der Übergewichtigen, der auszieht, das böse „Corporate America“ das Fürchten zu lehren.
(Andreas Borcholte, Der Spiegel, 14. Juli 2004)

Morgan Spurlock übertreibt, um zu veranschaulichen, und statt sachlich zu informieren, schockiert er. „Super Size Me“ ist kein Dokumentarfilm, sondern Infotainment, Fast Food fürs Gehirn. Die zentrale Botschaft lautet: Wer täglich zu viel isst und sich wenig bewegt, lebt ungesund. Das ist nicht besonders neu.

Von den dramatischen Ergebnissen des Experiments überrascht, meinte der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer, Morgan Spurlock könne vor dem Selbstversuch Cholesterinsenker und/oder während der McDonald’s-„Diät“ Anabolika genommen haben, um die Veränderungen in seinem Körper zu steigern.

Wollte man den Film „Super Size Me“ als Dokumentation durchgehen lassen, dann ist King Kong der Beweis für die Existenz von Riesenaffen. (Udo Pollmer, Deutschlandradio, 17. Februar 2007)

McDonald’s hatte Morgan Spurlock ein Interview verweigert. Zu einer Klage gegen „Super Size Me“ ließ sich der Konzern auch nicht hinreißen. Und man betonte, dass die Entscheidung, die Super-Size-Größen Anfang 2004 aus dem Angebot zu streichen, nichts mit „Super Size Me“ zu tun habe.

Für den mit einem Budget von 300 000 Dollar gedrehten Film wurde Morgan Spurlock – der von der Filmschule der University of Southern California mehrmals abgelehnt worden war – für einen „Oscar“ nominiert.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2008

Fast Food
McDonald’s

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