Der Killer und das Mädchen

Der Killer und das Mädchen

Der Killer und das Mädchen

Der Killer und das Mädchen - Originaltitel: Cible émouvante - Regie: Pierre Salvadori - Drehbuch: Pierre Salvadori - Kamera: Gilles Henry - Schnitt: Hélène Viard - Musik: Philippe Eidel - Darsteller: Jean Rochefort, Marie Trintignant, Guillaume Depardieu, Patachou, Charlie Nelson, Wladimir Yordanoff, Serge Riaboukine, Christophe Odent u.a. - 1993; 85 Minuten

Inhaltsangabe

Ein pflichtbewusster älterer Auftragskiller versagt, als er eine attraktive junge Trickbetrügerin erschießen soll. Statt sie zu töten, beschützt er sie vor dem betrogenen Gangsterboss, der sich an ihr rächen will.
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Kritik

Die temporeiche Kriminalkomödie "Der Killer und das Mädchen" von Pierre Salvadori besticht durch zahlreiche urkomische Einfälle, witzige Dialoge und hervorragende Schauspieler.
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Victor (Jean Rochefort) übt Englisch: „My name is Victor Meynard. I’m 55, and I work as a professional killer.“ Pedantisch und gewissenhaft wie ein Beamter geht er seinem Beruf nach und trägt dabei einen gut sitzenden schwarzen Anzug.

Einem jungen Kleinkriminellen, der ihn neben einem erschossenen Juwelier überrascht, macht er darauf aufmerksam, dass er das gezückte Messer falsch halte und zeigt ihm, wie es geht. Statt den Zeugen zu erschießen, bietet Victor ihm ein sechswöchiges Praktikum an. Falls Victor danach mit seiner bei einem Auftragsmord gezeigten Leistung zufrieden ist, wird er ihn für 14 Jahre fest einstellen und ihm nach dieser Zeit sein Handwerkszeug und den Kundenstamm übergeben.

Antoine (Guillaume Depardieu) ist einverstanden und lässt sich von Victor einweisen. Dessen nächster Auftrag lautet, eine junge Frau namens Renée Dandrieux (Marie Trintignant) zu erschießen, die einem Gangsterboss (Wladimir Yordanoff) statt des zuerst gezeigten Originalgemäldes eine trickreich dagegen ausgetauschte Fälschung verkaufte.

Victor folgt Renée in eine Boutique. Nachdem sie in einer Umkleidekabine verschwunden ist, schießt er dreimal durch den Vorhang. (Wegen des Schalldämpfers auf seiner Pistole sind die Schüsse kaum zu hören.) Verblüfft sieht er im nächsten Augenblick, wie Renée das Geschäft verlässt. Er hat also jemand anderen erschossen.

Beim Besuch seiner Mutter (Patachou) im Altersheim muss Victor sich tadeln lassen, weil er das Mädchen nicht erschossen hat. Sie wünscht sich zwar, dass er endlich heiratet und zwei Kinder zeugt und sorgt sich auch bereits, er könne homosexuell sein, aber die gewissenhafte Erledigung seiner Aufträge gehe immer noch vor.

In einer Tiefgarage versuchen Victor und Antoine es noch einmal. Da beobachten sie einen der beiden Leibwächter, der sich Renée mit gezogener Pistole von hinten nähert. Victor erschießt ihn und beauftragt Antoine, dem zweiten Leibwächter, auf den sie gleich darauf gestoßen sind, die Kehle durchzuschneiden – während er sich um Renée kümmern will.

Die hat nach dem ersten Schock begriffen, dass die Gangster sie wegen des Trickbetrugs töten wollten. Panisch vor Angst zieht sie dem Erschossenen die Brieftasche aus dem Jackett und bietet Victor – der sich als Privatdetektiv ausgibt – Geld an, damit er sie rund um die Uhr beschützt.

Manu (Serge Riaboukine), der Leibwächter, den Antoine ungeachtet der Anweisung Victors am Leben ließ – er zog ihm nur die Stiefel aus –, gesteht seinem Chef, was in der Parkgarage passierte. Daraufhin heuert der Gangsterboss einen weiteren Auftragskiller namens Hector Dremyan (Charlie Nelson) an, der nicht nur Renée, sondern auch Victor töten soll.

Victor, Antoine und Renée nehmen sich zusammen ein Hotelzimmer – ohne zu ahnen, dass der Gangsterboss im Zimmer gegenüber wohnt. So kommt es, dass Manu seine zum Putzen herausgestellten Stiefel auf dem Korridor entdeckt. Er versucht Antoine, der allein ist, in der Badewanne zu ertränken. Der zieht jedoch unbemerkt mit einem Fuß den Stöpsel, damit das Wasser abläuft, befreit sich und schießt dem Gangster versehentlich ein Ohr ab.

Bei der anschließenden Verfolgungsjagd verunglücken Manu und sein Boss, weil sie einem Kinderwagen auszuweichen versuchen.

In der alten Familienvilla Victors bringen er, Antoine und Renée sich in Sicherheit. Renée glaubt in der sterilen Atmosphäre zu ersticken: Es riecht nach Desinfektionsmitteln, die Möbel sind mit Plastikhüllen überzogen, und die Vorräte sind nach Wochentagen eingeteilt. Doch als sie im Garten Blumen pflanzen will, protestiert er wütend.

Nachts erwacht Renée und rollt sich auf die Seite – gerade noch rechtzeitig, um dem Messerstich einer alten Dame im Rollstuhl auszuweichen. Madame Meynard versuchte, den Fehler ihres Sohnes wieder gutzumachen. Victor, der durch Renées Schreie alarmiert wurde, beruhigt seine Mutter.

Bald darauf entdeckt Renée in einem Geheimfach Victors Waffensammlung und ein von seiner Mutter angelegtes dickes Album mit Zeitungsausschnitten über die von ihm Ermordeten. Da wird ihr klar, dass sie sich im Haus eines Auftragskillers befindet. Renée nimmt eine der alten Pistolen und flieht.

Als sie den Bilderfälscher Girard (Christophe Odent) aufsucht, sinkt dieser gerade tot am Tisch zusammen. Hector und sein Gehilfe Toni sind noch im Raum. Sie überwältigen Renée und wollen von ihr wissen, wo sie Victor finden. „Wenn Sie nicht sprechen, schneide ich meinem Assistenten einen Finger ab, zwinge Sie, ihn zu verschlucken und lasse Sie dann mit ihm allein!“

Im Garten der alten Villa fordern Hector und Toni ihre Geisel, Victor und Antoine dazu auf, sich vor die aufgestellten Schießscheiben stellen. Ein Schuss kracht. Toni bricht zusammen. Der Schuss kam aus einem alten, großkalibrigen Gewehr, das Madame Meynard vom Rollstuhl aus abgefeuert hat. Als Toni ein Messer wirft, erschießt Antoine ihn, doch in dem Getümmel gelingt es Hector, an die alte Pistole zu kommen, die Renée mitgenommen hatte. Er zielt auf Victor und drückt ab. Blut spritzt über Victors Gesicht. Die Waffe ist in Hectors Hand explodiert und hat ihn getötet.

Epilog: Das Ehepaar Victor und Renée Meynard sitzt im Garten der Villa und schaut seiner kleinen Tochter zu, die gerade ein Loch zugeschaufelt hat. Da kommt Antoine im schwarzen Anzug und fragt, ob sie wüssten, wo die Katze sei …

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Die temporeiche Kriminalkomödie „Der Killer und das Mädchen“ von Pierre Salvadori besticht durch zahlreiche urkomische Einfälle und witzige Dialoge.

„Ich bin kein Gangster. Aber ich war über zehn Jahre im Immobiliengeschäft: Ich schrecke vor nichts zurück.“

Hervorragende Darsteller – allen voran Jean Rochefort, Marie Trintignant und Guillaume Depardieu – tragen maßgeblich zu dem Filmspaß bei.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003

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Die chronologische Entwicklung der Geschichte, das behäbige Tempo und der burleske Stil wirken etwas altmodisch, aber Maarten 't Harts Erzählfreude macht "Der Schneeflockenbaum" unterhaltsam und lesenswert.
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