Black Out

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Black Out

Black Out. Anatomie einer Leidenschaft - Originaltitel: Bad Timing - Regie: Nicolas Roeg - Drehbuch: Yale Udoff - Kamera: Anthony Richmond - Musik: Richard Hartley - Darsteller: Theresa Russell, Art Garfunkel, Harvey Keitel, Denholm Elliott u.a. - 1979; 115 Minuten

Inhaltsangabe

Bei einer Party spricht Milena einen Mann an: "Wir lernen uns sowieso kennen", meint sie. Als er schließlich aufbricht, stellt sie sich in den Weg und gibt ihm eine Streichholzschachtel mit, auf die sie ihre Telefonnummer geschrieben hat ...



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Kritik

Dieses schockierende Drama über zwei Menschen, die nicht voneinander loskommen und dennoch nicht aufeinander eingehen können, inszenierte Nicolas Roeg in einem kunstvoll aus Szenen im Operationssaal, Rückblenden und Inspektor Netusils Ermittlungen montierten Film: "Black Out".
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Milena Vognicowa-Flaherty (Theresa Russell) wurde in den USA geboren. Ihre Eltern waren Österreicher. Die 25-Jährige trennt sich in Bratislawa von ihrem um 30 Jahre älteren Ehemann Stefan Vognic (Denholm Elliott). Er fährt sie zur Grenze nach Österreich, steigt dort aus dem Wagen, verabschiedet sich von ihr und geht allein zurück. In Wien beginnt für Milena ein neuer Lebensabschnitt.

Bei einer Party spricht sie einen Mann an: „Wir lernen uns sowieso kennen“, meint sie. Als er schließlich aufbricht, stellt sie sich in den Weg und gibt ihm eine Streichholzschachtel mit, auf die sie ihre Telefonnummer geschrieben hat.

Einige Zeit später werden die beiden ein Paar. Dr. Alex Linden (Art Garfunkel) ist Psychoanalytiker und doziert an der Universität. Als er mit Milena den Lüscher-Farbentest durchführt, macht sie begeistert mit und fragt neugierig nach dem Ergebnis. In einem Café wird sie von einem Mann mit einem langen Kuss stürmisch begrüßt. Alex sieht irritiert zu. Es stört ihn, dass sie ihren Freundeskreis nicht aufgibt, denn er will sie ganz für sich allein haben. Deshalb schlägt er vor, bei ihm einzuziehen, aber sie lehnt ab. „Warum lassen wir es im Augenblick nicht so, wie es ist?“ Sie möchte so sein, wie sie ist. „Und dazu gehören auch ein paar Freunde, die dir nicht liegen.“ Bei einer anderen Gelegenheit sagt sie: „Ich will weder dir gehören noch sonst jemandem. Ich möchte auch nicht so tun müssen, als könnte ich für jemanden da sein. Ich möchte nur immer die Freiheit haben, zu geben was ich kann, wie ich es geben kann und wem ich es geben kann.“

Zwischendurch besucht sie ihren Ehemann in Bratislawa, doch als Alex sie fragt, ob sie jemals verheiratet war, antwortet sie abrupt mit „nein“. Ein Geheimdienst gibt bei Alex psychologische Gutachten über ein Ehepaar in Auftrag. Auf dem Passfoto in einer der beiden Akten erkennt er Milena. Auf diese Weise findet er heraus, dass sie ihn belogen hat. Er stellt sie zur Rede. Das sei nicht wichtig, meint sie, und sie habe nur gelogen, um einem Konflikt aus dem Weg zu gehen. Mit dieser unklaren Situation kann Alex nicht umgehen: Er reist er nach Bratislawa und erkundigt sich über das slowakische Scheidungsrecht.

Auf einer gemeinsamen Urlaubsreise nach Marokko ist Milena glücklich. In Marrakesch zieht Alex zwei Flugtickets aus der Tasche: „Wir gehen nach New York.“ Er will Milena heiraten. Doch Milena fragt entsetzt: „Und was ist jetzt?“ Sie will keine Zukunftspläne schmieden, sondern den Augenblick unbeschwert genießen. Alex ist dazu nicht fähig. Er glaubt, man könne alles planen, begreifen und kontrollieren. Später wird die Polizei in Milenas Wohnung einen Zettel finden, auf den sie geschrieben hat: „Ich wünschte, du könntest mich weniger verstehen und mehr lieben.“

Zurück in Wien, findet Milena ihre Akte auf Alex‘ Schreibtisch. Die Mappe enthält auch das Blatt mit den Ergebnissen ihres Lüscher-Tests. Milena wirft die Schlüssel auf den Tisch und verlässt die Wohnung. Nach einer Woche ruft Alex ihren Ehemann an, ob dieser ihm sagen könne, wo sie sei. Stefan weiß es nicht und wünscht Alex überdies zum Teufel. Mehr als ein Monat vergeht. Dann sieht Alex sie auf dem Gelände der Universität. Aber die beiden geraten gleich wieder in Streit.

Milena trinkt immer heftiger und schluckt außerdem Tabletten. Einmal ruft sie Alex nachts an und droht lallend, sie werde sich umbringen. Er lag gerade mit einer anderen Frau im Bett. Wütend fährt er zu Milena. Sie empfängt ihn hysterisch lachend und wie eine Tote geschminkt. Während er sofort wieder zum Auto geht, schreit sie ihm durchs Treppenhaus und vom Balkon aus Beschimpfungen nach.

Einige Zeit später ruft sie ihn erneut an. Wieder lallt sie. Sie habe etwas Dummes gemacht und wolle sich nur noch von ihm verabschieden. Ohne Eile fährt Alex zu ihr. Sie ist in einer Zimmerecke zusammengebrochen, kaum noch fähig, zu sprechen oder sich zu bewegen. Als sie verzweifelt versucht, jemanden anzurufen, reißt Alex den Stecker aus der Wand. Dann legt er sie aufs Bett. Sie flüstert nur noch: „Hilf mir!“ Unschlüssig raucht er eine Zigarette nach der anderen.

Während die Ärzte im Krankenhaus um Milenas Leben kämpfen, ermittelt Polizeiinspektor Netusil (Harvey Keitel), was an diesem Abend in ihrer Wohnung geschah. In Alex‘ Autoradio ist noch das 2. Programm eingeschaltet, obwohl um Mitternacht Sendeschluss ist.

Er fuhr also nicht erst gegen 2 Uhr zu Milena, wie er behauptet. Das deckt sich auch mit der Aussage der Ärzte, die überzeugt sind, dass Milena bereits einige Zeit vor ihrer Einlieferung ins Krankenhaus um 2.30 Uhr mit einer Tablettenvergiftung im Koma gelegen habe. Außerdem fallen dem Inspektor in Milenas Wohnung die vielen Kippen einer Zigarettenmarke auf, die Alex raucht. Und auf dem Laken findet er Spermaspuren. Alex hat die wehrlose junge Frau vergewaltigt. Endlich gehörte sie ihm einmal voll und ganz. Als er ihr danach die Flamme seines Feuerzeugs unter die Fußsohle hielt, reagierte sie nicht mehr. Er zog ihr einen Schlafrock an, warf ihre zerschnittene Unterwäsche weg, steckte das Telefon wieder ein und rief einen Krankenwagen.

Inspektor Netusil fährt mit Alex in Milenas Wohnung und versucht dort, ein Geständnis von ihm zu bekommen. Dabei zeigt er sich von der Unordnung abgestoßen und bringt Verständnis für Alex auf. Frauen wie Milena verbreiteten Chaos und zögen andere Menschen mit in den moralischen Sumpf, behauptet er. „Dabei beneiden sie uns, weil wir die Stärkeren sind.“

Plötzlich steht Stefan Vognic in der Tür und berichtet, dass Milena überleben wird.

Lange Zeit später begegnen sich Alex und Milena vor dem Eingang eines Hotels in New York, als sie hineingeht und er gerade ins Taxi steigt. Ihre Blicke begegnen sich kurz. Dann wendet sich Milena ab.

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„Black Out“ ist ein schockierendes Drama über zwei Menschen, die nicht voneinander loskommen und dennoch nicht aufeinander eingehen können. Nicolas Roeg inszenierte es in einem kunstvoll aus Szenen im Operationssaal, Rückblenden und Inspektor Netusils Ermittlungen montierten Film. Nicht zuletzt der sorgfältig arrangierte Wechsel oft nur wenige Sekunden langer Einstellungen verleiht dem Film eine atemberaubende Dramatik.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

Nadine Gordimer - Niemand, der mit mir geht
Eindrucksvoll zeigt Nadine Gordimer, wie eine starke weiße Südafrikanerin, die sich für die Verständigung zwischen Buren und Schwarzen engagiert, ihre persönliche Einsamkeit akzeptiert, um ihre Unabhängigkeit nicht zu verlieren. "Niemand, der mit mir geht" ist ein kluger und komplexer, faszinierender und anregender Roman.
Niemand, der mit mir geht

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