Up in the Air

Up in the Air

Up in the Air

Up in the Air – Originaltitel: Up in the Air – Regie: Jason Reitman – Drehbuch: Walter Kirn, Jason Reitman, Sheldon Turner – Kamera: Eric Steelberg – Schnitt: Dana E. Glauberman – Musik: Rolfe Kent – Darsteller: George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick, Jason Bateman, Amy Morton, Melanie Lynskey, J. K. Simmons, Sam Elliott, Danny McBride u.a. – 2009; 110 Minuten

Inhaltsangabe

Ryan Bingham arbeitet für eine Unternehmensberatungs-Gesellschaft in Omaha/Nebraska und ist fast jeden Tag geschäftlich unterwegs. Das gefällt dem Vielflieger, zumal es sein Ziel ist, 10 Millionen Meilen zu sammeln. Er ist weder Ehemann noch Vater, und seine erotischen Affären bleiben unverbindlich. Keinerlei Verantwortung hält ihn am Boden. Auch seine Hauptaufgabe, die Übermittlung von Kündigungen, belastet ihn nicht ...
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Kritik

"Up in the Air" ist eine tragikomische Satire auf den Turbokapitalismus, aber Jason Reitman setzt sich mit dem Thema nicht auseinander. Stattdessen geht es um Unterhaltung.
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Ryan Bingham (George Clooney) arbeitet als Motivationstrainer und Transition Consultant für eine Unternehmensberatungs-Gesellschaft in Omaha/Nebraska. Die 40 Tage pro Jahr, die er nicht auf Dienstreisen, sondern in seinem wie ein Hotelzimmer eingerichteten Apartment verbringt, sind ihm ein Gräuel. Wenn er seinen Rollkoffer routiniert packt, beschränkt er sich aufs Nötigste. Auf diese Weise braucht er kein Gepäck aufzugeben. Um auch vor der Security Control nicht unnötig Zeit zu verlieren, sucht er sich stets eine Warteschlange aus, in der niemand mit einem Buggy und weder ein älterer noch ein arabisch aussehenden Fluggast stehen.

In seinen Workshops fordert er die Teilnehmer auf, sich vorzustellen, wie sie von der Last ihrer imaginären Rucksäcke niedergedrückt werden. Dann sollen sie alles aus den Rucksäcken herausnehmen, was sie nicht unbedingt benötigen und von da an unbeschwerter durchs Leben gehen. Ryan selbst hat das perfektioniert: Er ist weder Ehemann noch Vater, mit Mutter Kara (Amy Morton) und Schwester Julie (Melanie Lynskey) nimmt er nur sporadisch Kontakt auf, und seine erotischen Affären bleiben unverbindlich. Leben ist für ihn Bewegung. Keinerlei Verantwortung hält ihn am Boden. Auch sein Job als Transition Consultant belastet ihn nicht. In dieser Funktion übernimmt er es, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von anderen Firmen die Kündigung zu übergeben. Routiniert erklärt er ihnen, dass sie nicht mehr gebraucht werden. Dann rät er ihnen, im Verlust des Arbeitsplatzes eine Chance zu sehen und nach vorwärts zu schauen. Einer jungen Kollegin erklärt er: „Wir befördern verwundete Seelen über den Fluss der Angst und Erniedrigung und Selbstzweifel, bis die Küste der Hoffnung von Ferne sichtbar wird.“ Manche der Betroffenen sind verzweifelt und reden von Selbstmord, aber Ryan hielte es für unprofessionell, Mitleid zu empfinden. Spätestens im Flugzeug hat er die Menschen vergessen, die er gerade arbeitslos machte.

In einer Hotelbar in Dallas/Texas lernt er Alex Goran (Vera Farmiga) kennen, eine attraktive Geschäftsfrau, die ebenfalls viel unterwegs ist. Nachdem sie sich gegenseitig ihre Platinkarten gezeigt haben, schlafen sie miteinander. Am nächsten Morgen verabschiedet Ryan sich von Alex und hängt von außen fürsorglich das „Bitte nicht stören“-Schild an die Zimmertüre.

Bei seiner Rückkehr nach Omaha wartet eine Überraschung auf Ryan: Sein Chef Craig Gregory (Jason Bateman) hat eine 23-Jährige unmittelbar nach ihrem Psychologiestudium eingestellt, die Ryan und den anderen Transition Consultants nun erklärt, dass sie von ihrer Reisetätigkeit befreit würden. Natalie Keener (Anna Kendrick) hat Craig davon überzeugt, dass die Kündigungsgespräche auch per Video-Chat durchgeführt werden können. Das Callcenter soll in der Firmenzentrale in Omaha eingerichtet werden und viel Geld sparen.

Ryan reagiert entsetzt auf die Ankündigung, denn sein Ziel ist es, bei der Fluggesellschaft zehn Millionen Meilen zu sammeln. Ohne die intensive Reisetätigkeit hätte er keine Chance, es zu erreichen. Vehement weist er darauf hin, dass es bei erfolgreichen Kündigungsgesprächen auf den persönlichen Kontakt ankomme und Natalie nur theoretische Vorstellungen von dem Job habe. Daraufhin beauftragt Craig ihn, die neue Kollegin eine Woche lang mitzunehmen und ihr die Praxis zu zeigen.

St. Louis, Wichita, Kansas City, Tulsa, Des Moines sind die Einsatzorte. In Miami verabredet Ryan sich mit Alex, die dort auch gerade zu tun hat, und stellt die beiden Damen einander vor. Mit unbemerkt vom Tisch der Veranstalter gestohlenen Namensschildern schmuggeln die drei sich auf die Party einer IT-Gesellschaft.

Alex muss am nächsten Morgen nach Cincinnati/Ohio, während Ryan und Natalie nach Detroit fliegen. Als sie dort beim Auftraggeber eingetroffen sind, ordnet Craig überraschend an, dass die Kündigungsgespräche von Natalie per Video-Chat von einem Nachbarraum aus durchgeführt werden sollen. Ryan protestiert, aber Natalie schlägt sich tapfer.

Vor dem Rückflug verabschiedet sich Ryan am Gate unerwartet von Natalie und fliegt allein nach Las Vegas, um sich dort mit Alex zu treffen und sie zu überreden, ihn zur Hochzeit seiner Schwester Julie in Milwaukee zu begleiten.

Als der Bräutigam Jim Miller (Danny McBride) die Zeremonie im letzten Augenblick absagen will, fordert Kara Bingham ausgerechnet ihren Sohn dazu auf, mit ihm zu reden. Immerhin habe Ryan es gelernt, andere Menschen zu überzeugen, meint sie. Selbstverständlich gelingt es dem Profi auch in diesem Fall.

Am Morgen nach der Hochzeitsfeier fliegt Alex nach Chicago, wo sie zu Hause ist, und Ryan kehrt nach Omaha zurück.

In der Firmenzentrale wurde inzwischen ein Callcenter eingerichtet. Ryan kann sich nicht vorstellen, an so einem Arbeitsplatz vor dem Computer zu sitzen. Er flüchtet zum Airport und fliegt mit der nächsten Maschine nach Chicago, denn er will sich endlich auf eine feste Bindung einlassen und ist überzeugt, dass Alex die Richtige für ihn ist. Doch als sie die Türe öffnet, hört Ryan Kindergeschrei und eine Männerstimme aus der Wohnung. Alex schließt die Türe rasch wieder, und Ryan fährt betreten zum Flughafen. Dass sie verheiratet ist, ahnte er nicht.

Alex ruft ihn an und erklärt ihm, er sei für sie eine Abwechslung aus ihrem Alltag gewesen und sie habe geglaubt, dass euch er nur an einer unverbindlichen Beziehung interessiert sei.

Ausgerechnet auf dem Rückflug nach Omaha überschreitet Ryan die Zehn-Millionen-Meilen-Marke. Das haben vor ihm erst sechs Vielflieger geschafft. Flugkapitän Maynard Finch (Sam Elliott) kommt eigens aus dem Cockpit, um Ryan die entsprechende Karte zu überreichen.

Ryan überschreibt seiner Schwester und seinem Schwager so viele Meilen, wie sie für die Weltreise benötigen, die sie sich wünschen, aber nicht leisten können.

In der Firma erfährt er, dass sich Karen Barnes (Tamala Jones), eine der Frauen, die im Kündigungsgespräch ihren Suizid ankündigten, von einer Brücke stürzte. Natalie kündigte daraufhin ihre Anstellung per SMS. Das Callcenter ist fürs Erste geschlossen, und die Transition Consultants führen die Kündigungsgespräche wieder vor Ort persönlich durch.

Mit einem Empfehlungsschreiben von Ryan bewirbt Natalie sich in San Francisco erfolgreich um einen anderen Job.

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„Up in the Air“ ist eine tragikomische Satire auf die New Economy bzw. den Turbokapitalismus. Der Lifestyle des smarten Protagonisten basiert auf Mobilität und Unverbindlichkeit. Jason Reitman setzt sich mit den angeschnittenen Themen (Arbeitslosigkeit, Beziehungslosigkeit, Verantwortungslosigkeit) allerdings nicht auseinander, sondern bleibt an der Oberfläche und – im Unverbindlichen. Originell ist der Vorspann mit rasant geschnittenen und im Splitscreen präsentierten Luftaufnahmen. Rasche Schnitte und betonte Geräusche geben auch den Flughafen-Szenen in „Up in the Air“ etwas von einem Comic. Die Kritiken sind fast ausschließlich hervorragend, aber ich finde den Film kitschig, zu lang und nur mäßig unterhaltsam.

Übrigens: Bei den meisten Personen, die in den Kündigungsgesprächen zu sehen sind, handelt es sich um Laiendarsteller.

Und noch etwas: In „Up in the Air“ gibt es auffallend viel Product Placement.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2012

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