Genesis

Genesis

Genesis

Originaltitel: Genesis – Regie: Claude Nuridsany und Marie Pérennou – Drehbuch: Claude Nuridsany und Marie Pérennou – Kamera: Patrice Aubertel, William Lubtchansky, Claude Nuridsany, Marie Pérennou, Cyril Tricot – Schnitt: Pauline Casalis, Marie-Josèphe Yoyotte – Musik: Bruno Coulais – Darsteller: Sotigui Kouyaté (Synchronstimme: Christian Brückner) – 2004; 80 Minuten

Inhaltsangabe

In "Mikrokosmos. Das Volk der Gräser" spürten Claude Nuridsany und Marie Pérennou den winzigen Lebewesen auf der Wiese nach; in "Genesis" richten sie den Blick auf das große Ganze, beschäftigten sie sich mit Kosmologie, Evolution und Ontogenese: Woher komme ich? Wo befanden sich die Atome, aus denen ich bestehe, vor meiner Geburt? Wie entstand das Universum? Wie entwickelte sich Leben?

Kritik

Statt naturwissenschaftliche Kenntnisse zu vermitteln, greifen Claude Nuridsany und Marie Pérennou zu Metaphern und Allegorien. Obwohl sie dabei ins Kitschige abgleiten, ist "Genesis" wegen erstaunlicher Aufnahmen sehenswert.
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Woher komme ich? Bin ich an dem Tag geboren, an dem meine Mutter von mir entbunden wurde oder in der Nacht, in der mich meine Eltern zeugten? Wo befanden sich die Milliarden von Atomen, aus denen ich bestehe, vor meiner Geburt? Wie entstand das Universum? Wie entwickelte sich Leben? – Diese Fragen raunt ein afrikanischer Schamane (Sotigui Kouyaté, synchronisiert von Christian Brückner), während er vor einem Feuer hockt, auf dem in einem Kessel sozusagen die Ursuppe kocht.

In „Mikrokosmos. Das Volk der Gräser“ spürten Claude Nuridsany und Marie Pérennou den winzigen Lebewesen auf der Wiese nach; in „Genesis“ richten sie den Blick auf das große Ganze, beschäftigten sie sich mit Kosmologie, Evolution und Ontogenese, mit dem Universum und dem Leben auf der Erde. „Genesis“ hat allerdings nichts mit Forschung, Wissenschaft oder Belehrung zu tun, sondern es handelt sich eher um ein Märchen oder einen modernen Mythos. Statt naturwissenschaftliche Kenntnisse zu vermitteln, greifen Claude Nuridsany und Marie Pérennou nach dem Vorbild der Bibel zu Metaphern und Allegorien.

Dementsprechend werden Tiere nicht als Forschungsobjekte gezeigt, sondern als Allegorien: Wenn der Schamane beispielsweise murmelt, einzelne der im Wasser entstandenen Tiere hätten sich nach Millionen von Jahren aufgemacht, das Land zu erobern, sehen wir einen Schlammspringer, der aus dem Meer steigt und mit seinen Flossen nicht nur über den Sand laufen, sondern sogar über Hindernisse klettern kann.

Dabei gleiten Claude Nuridsany und Marie Pérennou ins Kitschige ab, etwa wenn der Schamane die Temperatur des Universums nach dem Urknall mit der einer frisch gekochten Speise vergleicht und sein dampfender Kessel ins Bild gerückt wird. Kitschig ist auch der Soundtrack: Das gilt für die musikalische Untermalung und mehr noch für die mit Geräuschen unterlegten Bewegungen von Tieren, wenn beispielsweise suggeriert wird, das Pulsieren von Quallen sei als rhythmisches Pochen zu hören.

Trotzdem ist „Genesis“ wegen der außergewöhnlichen Aufnahmen sehenswert. Es ist faszinierend, ein Seepferdchen-Paar beim Balztanz oder einen Seeteufel beim Angeln zu beobachten. Wir staunen über eine afrikanische Eierschlange, die ihre Kiefer ausrenkt und den Umfang des Mauls auf ein Vielfaches vergrößert, um ein Ei im Ganzen verschlingen zu können. (Sie zerdrückt es dann erst mit der Ringmuskulatur ihres Körpers und würgt die Schalenstücke wieder aus.) Fasziniert sehen wir einen menschlichen Embryo in der Fruchtblase der Mutter, der gähnt und sich die Augen reibt.

Claude Nuridsany und Marie Pérennou arbeiteten sechs Jahre lang an dem Filmprojekt „Genesis“. Einige Sequenzen wurden im Studio Éclair in Epinais-sur-Seine bzw. im Haus der Filmemacher in Aveyron gedreht; weitaus die meisten Aufnahmen entstanden jedoch in der Natur, in Island, Madagaskar, Polynesien und auf den Galapagos Inseln. Auf Computeranimationen haben Claude Nuridsany und Marie Pérennou verzichtet.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2008

Evolutionstheorie
Claude Nuridsany und Marie Pérennou: Mikrokosmos. Das Volk der Gräser

Antonia S. Byatt - Besessen
In ihrem Roman "Besessen" – in dem sich eine amour fou im Jahr 1859 und eine Romanze 127 Jahre später spiegeln – verbindet Antonia S. Byatt literarische und kriminalistische Aspekte.
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