Andrew Morton : Monica Lewinsky

Monica Lewinsky

Andrew Morton

Monica Lewinsky

Originalausgabe: Monica's Story Michael O'Mara Books, London 1999 Monica Lewinsky. Ihre wahre Geschichte Übersetzung: Team Ullstein Buchverlage, Berlin 1999 ISBN: 3-350-05016-X, 362 Seiten, 29.90 DM
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Ausführlich schildert Andrew Morton die beiden Liebesbeziehungen, die Monica Lewinsky mit verheirateten, deutlich älteren Männern hatte. Bill Clinton war einer von ihnen. Monica Lewinskys Naivität kontrastiert mit der Rücksichtslosigkeit des Sonderermittlers Kenneth Starr, der mit allen Mitteln versuchte, den Präsidenten zu Fall zu bringen und dabei auf ihre Gefühle keine Rücksicht nahm.
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Kritik

Über die politischen und gesellschaftlichen Implikationen der Affäre denkt Andrew Morton nicht weiter nach. Ihm geht es vor allem um die Person Monica Lewinsky.
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Inhaltsangabe und Buchbesprechung:

Monica Lewinsky (Biografie)

Im Herbst 1998 traf Andrew Morton sich zum ersten Mal mit Monica Lewinsky.

[…] eine bescheidene, höfliche junge Frau, die von dem Bild der frechen Göre aus Beverly Hills, das die Medien von ihr gezeichnet haben, meilenweit entfernt war. Die Monica, die ich kennenlernte, ist eine kluge, lebhafte und geistreiche Frau, die zwar seelische Narben davongetragen hat, sich aber nicht unterkriegen lässt. Sie ist ein wohlerzogenes Mädchen, das gerne singt, einkaufen geht, Lyrik liebt […] (Seite 12)

Sie erzählte ihm ihre Geschichte und von ihrer Beziehung mit dem Präsidenten. Im März 1999 erschien das Buch „Monica Lewinsky. Ihre wahre Geschichte“.

Über die politischen, juristischen und gesellschaftlichen Implikationen der Affäre denkt Andrew Morton nicht weiter nach. Ihm geht es vor allem um die Person Monica Lewinsky. Dabei versucht er erst gar nicht, objektiv zu bleiben; er findet sie sympathisch und ergreift für sie Partei.

Andrew Morton stellt Monica Lewinsky als eine junge intelligente Frau dar, „die ihren Verstand besser unter Kontrolle hat als ihre Gefühle“. Um Küchenpsychologie handelt es sich, wenn er ihre Probleme im Kern darauf zurückführt, dass sie schon als Kind zur Körperfülle neigte, sich deshalb vor allem an der snobischen Beverly Hills High School ausgegrenzt fühlte, aus Kummer noch mehr aß, in einen Teufelskreis geriet und ihr Selbstwertgefühl einbüßte.

Als neunzehnjährige Studentin an einem Junior College – schreibt Andrew Morton – ließ sie sich von einem deutlich älteren Mann entjungfern, dessen Ehefrau gerade schwanger war. Obwohl Monica Lewinsky wusste, dass sie ihn nicht für sich allein bekommen würde, liebte sie ihn und setzte die Affäre immer wieder fort. Erst vier Jahre nach der Defloration schlief sie im Dezember 1996 zum letzten Mal mit ihm. Ein Jahr davor (im November 1995) hatte sie eine Affäre mit US-Präsident Bill Clinton angefangen: Wieder eine Beziehung ohne Zukunftsaussichten mit einem verheirateten Mann, der siebzehn Jahre älter war. Über ein Jahr lang blieb es bei Telefonsex, Petting und einer Penetration mit einer Zigarre. Erst bei den letzten intimen Begegnungen im Weißen Haus im Frühjahr 1997 durfte Monica Lewinsky den Präsidenten oral bis zum Orgasmus stimulieren. Und weil es nicht zum Koitus gekommen war, beteuerte Bill Clinton am 17. Januar 1998 unter Eid, er habe keine sexuelle Beziehung mit Monica Lewinsky gehabt.

Zwischendurch (1996) wurde Monica Lewinsky übrigens von einem ebenfalls deutlich älteren Unterstaatssekretär des Verteidigungsministeriums geschwängert. (Den Embryo ließ sie abtreiben.) Von gleichaltrigen Geliebten ist nichts bekannt.

Die mit der Affäre verbundenen juristischen Machenschaften und politischen Machtkämpfe schildert Andrew Morton aus der Sicht von Monica Lewinsky und versucht, Mitleid mit ihr zu erwecken. Das gelingt auch angesichts des psychischen Drucks, der auf die Vierundzwanzigjährige durch massive Strafandrohungen und tagelange Vernehmungen ausgeübt wurde. Man braucht sich nur vorzustellen, was sie durchmachte, wenn sie immer wieder in größerer Runde minuziös über ihre intimen Begegnungen mit Bill Clinton berichten musste und zum Beispiel gefragt wurde, ob sie ihren Büstenhalter selbst aufhakte oder er ihn ihr hochschob und bei welcher Gelegenheit sie ihren Slip abstreifte. Andrew Morton gegenüber beklagte sie sich darüber, dass ihre Beziehung mit dem Präsidenten auf das Sexuelle reduziert wurde, obwohl es doch sehr viel mehr gewesen sei. Diese rührende Naivität kontrastiert mit der Maßlosigkeit des fanatischen Sonderermittlers Kenneth Starr, der mit allen Mitteln versuchte, den Präsidenten zu Fall zu bringen und dabei auf Monica Lewinskys Gefühle keine Rücksicht nahm.

Tatsächlich ist dieses Buch eine unfreiwillige, beißende Satire auf die US-Gesellschaft und Washington, über ein ausgeklinktes Mädchen und ihren Präsidenten und ist zunehmend interessant zu lesen. (Matthias Matussek, „Der Spiegel“, 8. März 1999)

Monica Lewinsky, ihre Familienangehörigen, ihre Tante, ihre Freundinnen und Anwälte lieferten Andrew Morton Material für das Buch. Was zwischen Monica Lewinsky und Bill Clinton geschah, brauchte er nur aus dem Starr-Report abzuschreiben.

Das Buch wurde mit großem Werbeaufwand auf den Markt gebracht. In Deutschland organisierte der Ullstein-Verlag eine fünftägige PR-Tour mit Monica Lewinsky, bei der sie von zehn Leibwächtern vor dem Ansturm der Menge geschützt wurde. RTL zahlte angeblich für die Antworten auf acht Fragen, die Birgit Schrowange Monica Lewinsky Anfang März 1999 stellen durfte, 300.000 D-Mark.

Ins Deutsche übersetzt wurde das Buch von Jürgen Brust, Wolfgang Buchalla, Suzanne Fischer, Hans Freundl, Antoinette Gittinger, Monika Judä, Sigrid Polwein, Suzanne Staatsmann, Margarete Wargenau.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010
Textauszüge: © Ullstein Buchverlage

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