Mark Twain : Huckleberry Finns Abenteuer

Huckleberry Finns Abenteuer

Mark Twain

Huckleberry Finns Abenteuer

Originalausgabe:The Adventures of Huckleberry Finn, 1884 Huckleberry Finns Abenteuer Deutschsprachige Erstausgabe: 1890 Übersetzung: Henny Koch Neuübersetzung: Lore Krüger Aufbau-Verlag, Berlin 1962 Taschenbuch: dtv, München 2006 ISBN 3-423-13443-7, 414 Seiten, 9 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Huck Finn flieht vor seinem Vater, einem verwahrlosten Säufer, und tut sich mit dem entlaufenen, steckbrieflich gesuchten schwarzen Sklaven Jim zusammen. Auf einem Floß lassen sie sich den Mississippi hinuntertreiben. Sie geraten nicht nur an Betrüger und Halunken, Puritaner, bornierte Rassisten und gutmütige Frauen, sondern werden außerdem Zeugen eines Kampfes zwischen zwei Familien, die seit 30 Jahren eine Blutfehde austragen ...
Weiterlesen

Kritik

"Huckleberry Finns Abenteuer" ist eine humorvolle, pikareske und bissige Satire auf die amerikanische Sklavenhaltergesellschaft vor dem Sezessionskrieg.
Weiterlesen

Ihr wisst noch nichts von mir, wenn ihr nicht ein Buch gelesen habt, das sich „Tom Sawyers Abenteuer“ nennt, aber das macht nichts. Das Buch hat Mr Mark Twain geschrieben, und im Großen und Ganzen hat der dadrin die Wahrheit gesagt […]
Nun, das Buch endet folgendermaßen: Tom und ich fanden das Geld, das die Räuber in der Höhle versteckt hatten, und wir wurden dadurch reich. Wir kriegten jeder sechstausend Dollar – alles in Gold. Es war ’ne furchtbare Menge Geld, wie das Ganze da so auf einem Haufen lag. Na, Richter Thatcher nahm’s und legte es gegen Zinsen an, und das brachte uns pro Mann und Tag einen Dollar ein, das ganze Jahr über – so viel, dass man nicht weiß, was man damit anstellen soll. Die Witwe Douglas, die nahm mich als Sohn an und erklärte, sie wollte mich siwilisieren; immerzu im Haus zu wohnen war aber ein schweres Leben, wenn man in Betracht zieht, wie scheußlich regelmäßig und anständig die Witwe in allem war, und als ich’s nicht mehr aushalten konnte, verdrückte ich mich […] Aber Tom Sawyer, der stöberte mich auf und sagte, er wollte ’ne Räuberbande gründen und ich dürfte mitmachen, wenn ich zur Witwe zurückgehen und achtbar sein würde. Da bin ich eben zurückgegangen.
Die Witwe weinte über mich und nannte mich ein armes, verirrtes Lamm […], aber sie hat’s nicht böse gemeint […] Na ja, und dann ging die alte Leier wieder los. Die Witwe läutete eine Glocke zum Abendbrot, und man musste pünktlich kommen. Wenn man am Tisch angelangt war, durfte man nicht etwa gleich essen, sondern musste warten, bis die Witwe ihren Kopf runtergebogen und ’n bisschen über das Essen gebrummelt hatte, obwohl gar nichts damit los war. (Seite 11f)

Mit diesen Sätzen beginnt Mark Twain seinen Roman „Huckleberry Finns Abenteuer“ (früher: „Abenteuer und Fahrten des Huckleberry Finn“). Bei dem Ich-Erzähler handelt es sich um Huck Finn, den dreizehnjährigen Sohn eines verwahrlosten Säufers und Herumtreibers, der sich seit einem Jahr nicht mehr blicken ließ. Weil Hucks Mutter schon lang tot ist, hat ihn die Witwe Douglas bei sich aufgenommen.

Ich war fast die ganze Zeit über zur Schule gegangen und konnte buchstabieren und lesen und auch ’n kleines bisschen schreiben und das kleine Einmaleins aufsagen bis zu sechs mal sieben ist fünfunddreißig. (Seite 31)

Unerwartet taucht Hucks Vater wieder auf und beschwert sich bei seinem Sohn:

Gebildet bist du auch, wird erzählt – kannst lesen und schreiben. Jetzt glaubst du wohl, du bist was Bessres als dein Vater, was, weil er’s nicht kann? Das werd ich dir schon austreiben. Wer hat dir denn erlaubt, dich mit solch hochtrabendem Blödsinn abzugeben, he? […]
Ich bin seit zwei Tagen in der Stadt und hab weiter nichts gehört als bloß, dass du reich bist. Flussabwärts hab ich auch davon gehört. Deshalb bin ich hergekommen. Morgen besorgst du mir das Geld – ich brauch’s. (Seite 37ff)

Vergeblich versucht der alte Finn, von Richter Thatcher das Geld seines Sohnes zu bekommen. Daraufhin entführt Finn seinen Sohn in eine einsame Waldhütte drei Meilen flussabwärts am Mississippi-Ufer. Dort ernähren sie sich von Fischen, die Huck angelt, und bei Hochwasser sammeln sie angeschwemmte Sachen auf, um sie in einer nahen Stadt zu verkaufen. Darunter ist auch ein Kanu, das Huck jedoch vor seinem Vater versteckt. Bevor Finn in die Stadt geht, um Baumstämme zu verkaufen und zu trinken, sperrt er seinen Sohn wieder in der Blockhütte ein. Huck sägt jedoch ein Loch in die Außenwand, schlüpft ins Freie, packt Maismehl, Speck, Whisky, Kaffee, Zucker, Angelschnüre, Streichhölzer, ein Gewehr und Munition auf ein vorbereitetes Floß, an dem er das Kanu festmacht. Dann erlegt er ein Wildschwein, lässt es in der Blockhütte ausbluten und versenkt es im Fluss. Er reißt sich einige Haare aus und klebt sie auf das Blut an der Axt, mit der er die Kehle des Schweins durchgehackt hatte, zertrümmert die Tür und füllt Steine in einen Sack, den er zum Ufer schleift und ins Wasser wirft. Nachdem er auf diese Weise seine eigene Ermordung vorgetäuscht hat, lässt er sich auf dem Floß den Fluss hinuntertreiben bis zu der unbewohnten Jackson Insel, wo er sein Quartier aufschlägt.

Nach einigen Tagen trifft er zu seiner Überraschung auf Jim, den Negersklaven von Miss Watson, der Schwester der Witwe Douglas. Der staunt noch mehr, denn er glaubte, Huck sei umgebracht worden. Huck erzählt ihm, wie er seinem Vater entkam und erfährt, dass Jim fortlief, weil er gehört hatte, dass Miss Watson ihn nach New Orleans verkaufen wollte.

Einmal spielt Huck seinem Gefährten einen Streich und legt eine erschlagene Klapperschlange ans Fußende von Jims Nachtlager. Als der Schwarze sich hinlegt, beißt ihn das inzwischen herangekrochene Männchen der toten Schlange in die Ferse. Jim erkrankt ernsthaft, erholt sich jedoch nach einigen Tagen wieder von dem Schlangenbiss.

Um herauszufinden, was man über ihre Flucht redet, verkleidet Huck sich mit gefundenen Sachen als Mädchen und klopft in St. Petersburg bei Judith Loftus an die Tür. Die Vierzigjährige merkt zwar, dass er ein Junge ist und einen falschen Namen genannt hat, aber sie bleibt ihm wohlgesonnen und erzählt, was es Neues gibt. So erfährt Huck, dass man zuerst seinen Vater verdächtigte, ihn ermordet zu haben, aber seit sich herausstellte, dass in derselben Nacht ein Negersklave fortgelaufen war, wird Jim als Mörder gesucht. Auf Jims Kopf sind 300 Dollar Belohnung ausgesetzt. Weil Mrs Loftus auf der Jackson Insel Rauch gesehen hat, vermutet sie den entlaufenen Schwarzen dort, und ihr Mann will in den nächsten Stunden mit anderen Männern aus dem Ort hinüberrudern, um nachzusehen.

In letzter Minute fliehen Huck und Jim weiter stromabwärts.

Sie stoßen auf das in der Mitte des Flusses gestrandete Wrack eines Schiffes mit dem Namen „Walter Scott“. Huck schleicht sich zur Kapitänskajüte und belauscht zwei Gangster, die einen Verräter in ihrer Gewalt haben. Einer will ihn erschießen, aber der andere schlägt stattdessen vor, den Gefesselten mit dem Wrack untergehen zu lassen.

Weil sich das Floß inzwischen losgerissen hat, rudern Huck und Jim mit dem Beiboot der „Walter Scott“ los. Ohne das Boot, auf das die Ganoven bereits ihre Beute verladen haben, sind alle drei Männer auf dem Wrack gefangen. Aus Mitleid weist Huck jedoch den Kapitän eines in der Nähe liegenden Fährboots auf die Schiffbrüchigen hin.

Huck und Jim wollen nach Cairo an der Mündung des Ohio in den Mississippi. Von dort beabsichtigen sie, mit einem Dampfer den Ohio hinaufzufahren. Aber bevor sie nach Cairo kommen, wird ihr Floß von einem Flussdampfer gerammt und zerstört.

Während Jim sich am Ufer versteckt, sucht Huck Zuflucht bei Oberst Grangerford und dessen Familie, die seit dreißig Jahren eine Blutfehde mit den Shepherdsons austrägt.

Der alte Herr besaß eine Menge Farmen und über hundert Nigger. (Seite 159)

Als die zwanzigjährige Tochter Sophia Grangerford mit Harney Shepherdson durchbrennt, schwärmen die Frauen aus, um die Verwandten zu alarmieren, und die Männer reiten los, um das Paar aufzuhalten, aber sie geraten in einen Hinterhalt der Shepherdsons. Oberst Grangerford und seine beiden Söhne Bob und Tom werden getötet. Huck muss zusehen, wie der gleichaltrige Buck Grangerford und dessen neunzehnjähriger Vetter Joe ebenfalls erschossen werden.

Weiter stromabwärts geraten Huck und Jim an zwei Betrüger, die gerade auf der Flucht vor aufgebrachten Dorfbewohnern sind. Einer der beiden ist um die dreißig und behauptet, der Herzog von Bilgewater zu sein, der andere, ein Siebzigjähriger, prahlt daraufhin damit, bei ihm handele es sich um den Dauphin „Luii XVII.“, den Sohn von „Luii XVI.“ und „Marrie Antonette“. Auch unter den Namen David Garrick der Jüngere und Edmund Kean der Ältere treten die beiden auf.

Als die Betrüger eine Trauergemeinde entdecken, geben sie sich als die beiden aus England herbeigeeilten Brüder des Toten Peter Wilks aus, Harvey und William Wilks, denen der Verstorbene eine gut gehende Gerberei, einigen Grundbesitz und 3000 Dollar vermacht hat. Das Wohnhaus und weitere 3000 Dollar erben Peter Wilks‘ junge Nichte Mary Jane und ihre beiden jüngeren Schwestern. Mary Jane quartiert ihre vermeintlichen Onkel im Haus ein und vertraut ihnen auch ihre 3000 Dollar an. So viel Unrecht will Huck nicht zulassen. Deshalb raubt er nachts das gesamte Geld und versteckt es erst einmal in dem halb geschlossenen Sarg, aber er kann es vor der Beerdigung am nächsten Morgen nicht mehr herausnehmen. Als die Betrüger das Fehlen des Geldes bemerken, verdächtigen sie die bereits verkauften und abtransportierten Sklaven als Diebe, aber es ist zu spät, um sie einzuholen, und sie erwarten ohnehin vom Verkauf der Immobilien noch mehr Geld.

Bevor es so weit ist, werden die Betrüger entlarvt und zusammen mit ihrem Begleiter Huck festgenommen. Huck entkommt und springt mit Jim, der sich wieder am Ufer versteckt hielt, auf ein Floß.

Doch auch die beiden Betrüger können fliehen. In einer Ortschaft weiter flussabwärts verrät der Siebzigjährige den entlaufenen Sklaven für 40 Dollar und besäuft sich.

Huck findet heraus, dass Jim auf der Farm der Familie Phelps eingesperrt ist. Der Farmer will warten, ob sich der Besitzer des Schwarzen meldet. Unerschrocken geht Huck zu der Farm und wird dort von der Frau des Farmers für deren Neffen Tom Sawyer gehalten, dessen Besuch ihre Schwester Polly angekündigt hat. Kurzerhand spielt Huck die Rolle seines Freundes und fängt diesen ab, bevor er die Farm erreicht. Tom gibt sich daraufhin als „Toms“ Bruder „Sid“ aus und wird von Tante Sally und Onkel Silas ebenfalls herzlich aufgenommen.

Die beiden Jungen beschließen, Jim zu befreien, aber Tom legt Wert darauf, daraus nach Vorbild der von ihm gelesenen Bücher ein tolles Abenteuer zu machen. Das gipfelt darin, dass er in einem anonymen Brief vor der Befreiung des entlaufenen Sklaven warnt. Silas Phelps ruft mehr als ein Dutzend andere Farmer zu Hilfe und legt sich zum angegebenen Zeitpunkt mit ihnen auf die Lauer, aber Tom und Huck holen Jim durch ein in nächtelanger Arbeit gegrabenes Loch aus seinem Gefängnis. Erst beim Übersteigen eines Zauns werden sie entdeckt und beschossen. Tom wird zwar in eine Wade getroffen, schafft es aber bis zum Floß. Huck bittet einen Arzt, nach seinem verletzten Freund zu sehen, wird dabei jedoch von Onkel Silas entdeckt und muss mit zurück zur Farm. Am nächsten Tag werden Tom und Jim gebracht. Tom liegt auf einer Bahre, und Jim ist wieder gefesselt. Einige Farmer wollen den entlaufenen Sklaven auf der Stelle lynchen, aber andere erinnern die Heißsporne daran, dass sie dann dem Besitzer den Schaden ersetzen müssten.

Als Tom aus seinen Fieberträumen erwacht, erzählt er Sally die Wahrheit über sich und Huck und gesteht, dass Miss Watson vor zwei Monaten starb und Jim in ihrem Testament für frei erklärt hatte. Um ein Abenteuer zu erleben, inszenierte er dennoch Jims Befreiung.

Schließlich erfährt Huck von Jim, dass sein Vater tot ist: Der befreite Sklave sah die Leiche in einem auf dem Mississippi abgetriebenen Haus.

[…] wenn ich gewusst hätte, was es für ’ne Mühe macht, ’n Buch zu schreiben, dann hätte ich’s gar nicht erst angefangen, und noch mal mach ich das nicht. Aber ich schätze, ich muss noch vor den andern zum Injanerterritorium abrücken, weil mich Tante Sally adoptieren und siwilisieren will, und das halt ich nicht aus. Ich hab’s ja schon mal durchgemacht. (Seite 414)

nach oben

Der Roman „The Adventures of Huckleberry Finn“ von Mark Twain wurde 1884 veröffentlicht. Henny Koch übersetzte ihn erstmals ins Deutsche; die Ausgabe erschien 1890 unter dem Titel „Abenteuer und Fahrten des Huckleberry Finn“. Inzwischen hat sich der kürzere Titel „Huckleberry Finns Abenteuer“ durchgesetzt. Den trägt auch eine dtv-Ausgabe vom April 2006 in der Übersetzung von Lore Krüger.

Eigentlich handelt es sich bei „Huckleberry Finns Abenteuer“ um die Fortsetzung von „Tom Sawyers Abenteuer“ („The Adventures of Tom Sawyer“) aus dem Jahr 1876, aber man kann das teils humorvolle, teils bissige Buch auch lesen, ohne die Vorgeschichte zu kennen. „Huckleberry Finns Abenteuer“ gilt als eines der erfolgreichsten Werke der nordamerikanischen Literatur und wurde mehrmals verfilmt.

Mark Twain’s „The Adventures of Huckleberry Finn“ – Regie: Michael Curtiz – Drehbuch: James Lee, nach dem Roman „Huckleberry Finns Abenteuer“ von Mark Twain – Kamera: Ted McCord – Schnitt: Fredric Steinkamp – Musik: Jerome Moross – Darsteller: Eddie Hodges, Archie Moore, Tony Randall, Patricia McCormack, Neville Brand, Mickey Shaughnessy, Judy Canova, Andy Devine, Sherry Jackson, Buster Keaton, Finlay Currie, Josephine Hutchinson, Parley Baer, John Carradine, Royal Dano, Dolores Hawkins, Sterling Holloway, Harry Dean Stanton u. a. – 1960; 105 Minuten

The Adventures of Huck Finn – Regie: Stephen Sommers – Drehbuch: Stephen Sommers, nach dem Roman „Huckleberry Finns Abenteuer“ von Mark Twain – Kamera: Janusz Kaminski – Schnitt: Bob Ducsay – Musik: Bill Conti – Darsteller: Elijah Wood, Courtney B. Vance, Robbie Coltrane, Jason Robards, Ron Perlman, Dana Ivey, Anne Heche, James Gammon, Paxton Whitehead, Tom Aldredge, Laura Bell Bundy, Curtis Armstrong, Mary Louise Wilson, Frances Conroy, Danny Tamberelli, Denman Anderson, Alex Zuckerman, Marion Zinser, Renée O’Connor, Leon Russom, Garette Ratliff Henson, Richard Anders, Elaine Fjellman, Janet Shea, Jay R. Unger, Dion Anderson, Paul Kropfl, Mark Allen Branson, John Henry Scott, Hoskins Deterly, Mike Watson, Gary Lee Davis, Ben Scott, Russell Paul Parkerson, Kimberly Latrice Hall, Paul Dewees, Evelyn B. Bunch u. a. – 1993; 110 Minuten

Ernest Hemingway schwärmte:

Die ganze moderne amerikanische Literatur stammt von einem Buch von Mark Twain ab, das „Huckleberry Finn“ heißt.

„Huckleberry Finns Abenteuer“ ist eine pikareske Satire auf die amerikanische Sklavenhaltergesellschaft vor dem Sezessionskrieg. Ein aus der Gosse stammender, ungebildeter Waise und ein entlaufener schwarzer Sklave fliehen den Mississippi hinunter und geraten dabei nicht nur an Betrüger und Halunken, Puritaner, bornierte Rassisten und gutmütige Frauen, sondern werden außerdem Zeugen eines mörderischen Kampfes zwischen zwei Familien, die seit dreißig Jahren eine Fehde austragen.

Hucks Streiche enden mit der Einsicht, dass auch ein Schwarzer Menschenwürde besitzt und zum Freund werden kann. Mit Hucks Entscheidung, Jim gegen alle Regeln der Sklavenhaltergesellschaft zu helfen, ist die Ebene des Charakterromans erreicht […]
Dass Mark Twain den (flexibel gehandhabten) Dialekt zum Erzählmedium eines Romans machte, ist einer seiner wichtigsten Beiträge zur realistischen Literatur. Hucks Naivität sorgt für unfreiwilligen Humor, ist aber auch ein Mittel zur satirischen Entlarvung. Seine Geradlinigkeit und seine Fähigkeit zum Mitleid, der Sieg seines „intakten Herzens“ über sein von einer Gesellschaft, deren grundsätzliche Mängel er nie durchschaut, verbogenes Gewissen heben ihn positiv nicht nur von den vielen Nebenfiguren, sondern auch von Tom Sawyer ab. Der – bei allem Pessimismus hinsichtlich der Natur des Menschen – allgegenwärtige Humor des Buches, seine positiven Zentralfiguren Huck und Jim und seine umfassende Gesellschaftskritik […] haben den Roman zu einem der beliebtesten und einflussreichsten Werke der amerikanischen Literatur gemacht […]
(Harenbergs Lexikon der Weltliteratur, Band 3, Dortmund 1989, Seite 1388f)

nach oben

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006
Textauszüge: © Aufbau-Verlag

Mark Twain (Kurzbiografie)

Theresa Prammer - Mörderische Wahrheiten
Ein paar Details in "Mörderische Wahrheiten" wirken konstruiert, aber Theresa Prammer behält die Komplexität souverän im Griff und versteht es, nicht nur durch Andeutungen und Cliffhanger Spannung zu erzeugen, sondern auch mit unerwarteten Wendungen zu überraschen.
Mörderische Wahrheiten

Theresa Prammer

Mörderische Wahrheiten

Meine vor 18 Jahren selbstgestrickte Website wurde im Juli durch einen professionellen Neubau ersetzt. Aber das Informationsangebot bleibt kostenlos und werbefrei.

Alte Homepage: