Marguerite Duras


Marguerite Duras (eigentlich: Marguerite Donnadieu) wurde am 4. April 1914 in Gia Dinh, einem Vorort von Saigon, als Tochter eines französischen Lehrerehepaars geboren. Als sie sechs Jahre alt war, starb ihr Vater Henri, und ihre Mutter Marie musste sie und ihre beiden Brüder allein durchbringen. Weil die von ihr erworbenen Reisfelder immer wieder vom Meerwasser überschwemmt werden, verlor die Mutter ihre gesamten Ersparnisse.

Ungeachtet der finanziellen Probleme reiste Marguerite im Alter von achtzehn Jahren auf einem Schiff nach Frankreich und begann, an der Sorbonne Jura und Staatswissenschaften zu studieren.

Danach wurde sie Beamtin im französischen Kolonialministerium. 1939 heiratete sie den Dichter Robert Antelme, mit dem zusammen sie sich in der Résistance engagierte. Antelme wurde festgenommen und von den Nationalsozialisten in das Konzentrationslager in Dachau gesperrt. Er überlebte, aber die Ehe zerbrach an Marguerites sexueller Freizügigkeit. Einige Zeit lebte sie mit Robert Antelme und Dionys Mascolo in einer ménage à trois. Mascolo war dann auch der Vater ihres 1947 geborenen Sohnes Jean.

1942, nach dem Tod ihres jüngeren Bruders und einer Totgeburt, hatte sie zu schreiben angefangen. Ihr erster Roman („Die Schamlosen“) war im Jahr darauf unter dem Autorennamen „Marguerite Duras“ erschienen – Duras, nach dem südwestfranzösischen Geburtsort ihres Vaters. Ihren Durchbruch schaffte sie 1950 mit dem Roman „Heiße Küste“.

Wegen ihrer unangepassten Haltung wurde Marguerite Duras 1950 nach sechs Jahren Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei Frankreichs ausgeschlossen.

Weltruhm erlangte Marguerite Duras 1959 mit ihrem Drehbuch zu dem Film „Hiroshima mon amour“. Ende der Sechzigerjahre begann sie, selbst Regie zu führen. Dabei lehnte sie das traditionelle Erzählkino ab und experimentierte mit meditativen Arrangements aus Bild und Ton. Mit dem Roman „Der Liebhaber“ setzte sie 1984 ihre Karriere als Schriftstellerin fort.

Man steht eines Morgens auf und sagt: Ich werde sterben oder schreiben. (Marguerite Duras)

Ihr Schaffensdrang war außergewöhnlich, obwohl sie alkoholabhängig war.

Dieses vom Alkohol gezeichnete Gesicht habe ich vor dem Alkohol bekommen. Der Alkohol sollte es nur bestätigen. („Der Liebhaber“, Seite 10)

Marguerite Duras akzeptierte keine Gesetze; sie verlangte kompromisslos Freiheit und versuchte nicht, die Unvereinbarkeiten in ihrem Leben in eine Reihe zu zwingen.

Es geht nicht darum, etwas zu erreichen, es geht darum, aus dem Bestehenden auszubrechen. (Marguerite Duras)

In den letzten zehn Jahren ihres Lebens war Yann Andréa Steiner ihr Lebensgefährte.

Marguerite Duras starb am 3. März 1996 in Paris.

Sie hinterließ mehr als sechzig literarische Werke – Romane, Bühnenstücke, Hörspiele, Drehbücher – und neunzehn Filme.

© Dieter Wunderlich 2005

Marguerite Duras: Moderato cantabile
Alain Resnais: Hiroshima mon amour (Drehbuch: Marguerite Duras)
Marguerite Duras: Der Liebhaber (Verfilmung)

Heinrich Böll - Und sagte kein einziges Wort

In "Und sagte kein einziges Wort" zeigt Heinrich Böll ein realistisches Bild des scheinbar trivialen Alltags in der Nachkriegszeit, der Not vieler Bundesbürger und der Selbstgerechtigkeit und Unbarmherzigkeit einiger ihrer Mitmenschen, die sich besser zurechtfanden.

Und sagte kein einziges Wort

Heinrich Böll

Und sagte kein einziges Wort

Meine vor 18 Jahren selbstgestrickte Website wurde im Juli durch einen professionellen Neubau ersetzt. Aber das Informationsangebot bleibt kostenlos und werbefrei.

Alte Homepage: