Der große Abgang

Der große Abgang

Der große Abgang

Originaltitel: Der große Abgang - Regie: Nico Hofmann - Drehbuch: Norbert Ehry - Kamera: Hans-Jörg Allgeier - Schnitt: Bernd Lorbiecki - Darsteller: Jörg Schüttauf, Birgit Doll, Barbara Auer, Dietmar Mues, Roland Schäfer u.a. - 1995; 85 Minuten

Inhaltsangabe

In der Hoffnung, einen mächtigen Kriminellen überführen zu können, manipuliert eine ehrgeizige Staatsanwältin einen vierfachen Auftragsmörder im Gefängnis, dessen naive Ehefrau und seine Tochter, ein Schulmädchen, das panische Angst davor hat, so zu werden wie der Vater.

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Kritik

Das Drama "Der große Abgang" beruht auf einer wahren Begebenheit: 1986 erschoss der "St.-Pauli-Killer" Werner Pinzner in der Haftanstalt den Staatsanwalt, seine Ehefrau und sich selbst. Die Pistole hatte ihm seine Verteidigerin besorgt.
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Der drogensüchtige Häftling Axel Bode (Jörg Schüttauf) hat bereits vier Auftragsmorde gestanden, aber er verrät seinen Auftraggeber nicht. Die ehrgeizige Staatsanwältin Gudrun Lampert (Birgit Doll) ist sich sicher, dass Bode für den zwielichtigen Geschäftsmann Jakob Glinz (Dietmar Mues) gearbeitet hat, der offenbar im großen Stil mit Drogen handelt, dem jedoch nichts nachzuweisen ist.

Um Bode zur Aussage zu bewegen, fädelt Gudrun Lampert ein Interview mit der Zeitung „Star“ ein, für das er 50.000 DM Honorar erhält, die er seiner Tochter Tania zukommen lässt. Um sich interessant zu machen, behauptet er gegenüber dem Journalisten, jeder in der Szene wisse, dass Glinz einen lukrativen Rauschgifthandel betreibe.

Bodes Ehefrau Irmgard (Barbara Auer) wird polizeilich überwacht. Gudrun Lampert greift nicht ein, obwohl sie weiß, dass Irmgard ihrem Mann während der Besuche im Gefängnis Opiumbriefchen zusteckt. Außerdem schleicht sie sich in das Vertrauen von Tania und Irmgard ein.

Als sie Bode ein Video aus einer Überwachungskamera vorspielt, auf dem er sieht, wie seine Frau Jakob Glinz um Drogen für ihn anbettelt. Als Gegenleistung verlangt der Geschäftsmann von ihr einen erniedrigenden Blowjob. Angewidert und wütend sagt Bode endlich gegen Glinz aus. Ja, Glinz sei der Auftraggeber gewesen. Auch sein Verteidiger, Dr. Fortmann, der zugleich für Glinz arbeitet, kann Bode nicht zum Schweigen bringen.

Kurz darauf wird Bodes Tochter Tania von mehreren Männern brutal vergewaltigt, und Fortmann macht ihm klar, dass Verräter nun einmal bestraft werden. Um das Mädchen vor noch Schlimmerem zu bewahren, müsse Bode seine Aussage zurücknehmen und unzweifelhaft klarstellen, dass er von nun an schweigen werde – am besten durch seinen Suizid.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Eine von Fortmann besorgte Pistole wird von Irmgard ins Gerichtsgebäude geschmuggelt, als Gudrun Lampert und der mit ihr befreundete Kriminalkommissar Gerd Wollweber (Roland Schäfer) mit Irmgard, ihrem Mann und dessen Verteidiger noch einmal die Aussage besprechen wollen. Noch bevor sie sich setzen, geht Fortmann angeblich zur Toilette. Bode ergreift die Pistole, erschießt den Kommissar und verwundet Gudrun Lampert, bevor er zuerst Irmgard und dann sich selbst in den Mund schießt.

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Eine ehrgeizige Staatsanwältin, die andere manipuliert, um ans Ziel zu kommen, ein ebenso prahlsüchtiger wie verunsicherter Auftragsmörder, eine naive, liebevolle Ehefrau und eine Tochter, die panische Angst davor hat, wie ihr Vater zu werden, ein gewissenloser Rechtsanwalt und ein von sich überzeugter Großkrimineller: die Figuren des Films „Der große Abgang“ sind pointiert entworfen. Besonders Jörg Schüttauf ist es gelungen, seine nuancenreiche Rolle mitreißend darzustellen.

Das Drama „Der große Abgang“ beruht auf einer wahren Begebenheit: 1986 erschoss der „St.-Pauli-Killer“ Werner Pinzner in der Haftanstalt den Staatsanwalt, seine Ehefrau und sich selbst. Die Pistole hatte ihm seine Verteidigerin Isolde Oechsle-Misfeld besorgt.

Regisseur Nico Hofmann und Drehbuchautor Norbert Ehry wurden 1995 für „Der große Abgang“ mit dem Fernsehspielpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste ausgezeichnet.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003

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