Henri Charrière


Henri Charrière wurde am 16. November 1906 in einem südfranzösischen Dorf als Sohn eines Lehrerehepaares geboren. Später betätigte er sich in Paris als Tresorknacker. Wegen Mordes an einem Zuhälter namens Roland wurde er am 26. Oktober 1932 zu lebenslanger Haft bzw. Verbannung in Französisch-Guyana verurteilt. Ob er Roland wirklich ermordete, weiß man bis heute nicht; Henri Charrière leugnete die Tat.

Im Herbst des Jahres 1933 traf Henri Charrière in Guyana ein, wo die Franzosen von 1854 bis 1938 eine berüchtigte Sträflingskolonie unterhielten, zu der drei der Küste vorgelagerte kleine Inseln im Atlantik gehörten, darunter die Île du Diable (Teufelsinsel). Mehrmals versuchte Henri Charrière, von den berüchtigten Sträflingsinseln vor der südamerikanischen Küste zu fliehen. 1934 erreichte er sogar Kolumbien, aber dort wurde er verhaftet und an die Franzosen ausgeliefert, die ihn nach Guyana zurückbrachten. Erst im Herbst 1944 gelang ihm endgültig die Flucht: In Britisch-Guyana wurde er zwar zunächst interniert, aber als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, ließen ihn die Briten am 18. Oktober 1945 frei.

Daraufhin setzte sich Henri Charrière nach Venezuela ab, erwarb dort die Staatsbürgerschaft und fing ein neues Leben an, zu dem wiederum kriminelle Delikte wie ein (missglückter) Bankraub gehört haben sollen.

1970 veröffentlichte Henri Charrière den autobiografischen Roman „Papillon“, in dem er seine Erlebnisse von 1933 bis 1945 schilderte. Aufgrund des Erfolgs erschien zwei Jahre später die Fortsetzung „Banco“.

Umstritten ist, was an der Darstellung authentisch und was fiktiv ist. So behauptete beispielsweise Charles Brunier, der ebenfalls in Französisch-Guyana gewesen war, Henri Charrière habe in seinem Roman „Papillon“ von anderen Häftlingen erzählte Geschichten als eigene Erlebnisse eingebaut.

Am 29. Juli 1973 starb Henri Charrière in Madrid an Kehlkopfkrebs.

Franklin J. Schaffner verfilmte den Roman „Papillon“.

© Dieter Wunderlich 2007

Henri Charrière: Papillon
Franklin J. Schaffner: Papillon

Jeffrey Eugenides - Middlesex
Jeffrey Eugenides spricht alle Sinne des Lesers an. Mit überbordender Fantasie erzählt er und denkt sich selbst für Nebenhandlungen Besonderheiten aus. Virtuos spielt er mit sämtlichen Möglichkeiten der Erzählkunst. "Middlesex" ist ein wunderbarer Roman.
Middlesex

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