Was wenn der Tod uns scheidet?

Was wenn der Tod uns scheidet?

Was wenn der Tod uns scheidet?

Originaltitel: Was wenn der Tod uns scheidet? – Regie: Ulrike Grote – Drehbuch: Ulrike Grote, Ilona Schultz – Kamera: Ute Freund – Schnitt: Gisela Gondolatsch, Monika Schindler – Musik: Jörn Kux – Darsteller: Monica Bleibtreu, Peter Jordan, Ulrich Noethen, Naomi Krauss, Janna Striebeck, Eckhard Preuß, Annedore Kleist, Paul Grote, Maike Kircher, Wolfgang Krassnitzer, Willem Menne, Noah Thomas, Maximilian Werner u.a. – 2009; 85 Minuten

Inhaltsangabe

Seit dem Tod ihres 5-jährigen Sohnes vergräbt die Krankenhausärztin Nele Wolff sich in der Arbeit. Ihr frustrierter Ehemann und Kollege Paul hat sich auf eine Affäre mit Sophie Hellwig eingelassen, einer dreifachen Mutter, deren Mann – der Journalist Joachim Hellwig – ständig verreist ist. Der Pfleger Hanns Dunkel ist mit der Versorgung seiner demenzkranken alten Mutter überfordert und merkt erst spät, dass seine Kollegin Birte Gold ihn liebt. Der schwerkranke Patient Blumenthal bittet Nele um Sterbehilfe ...
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Kritik

"Was wenn der Tod uns scheidet?" ist wie ein Episodenfilm aufgebaut. Ulrike Grote zeigt ohne falsche Sentimentalität und Betroffenheit neun Menschen, die in einer Nacht auf verschiedene Weise mit dem Tod konfrontiert werden.
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Das junge Mädchen Lilli, das einen Unfall hatte, stirbt auf dem Operationstisch. Dass die Ärztin Nele Wolff (Janna Striebeck) das Kind nicht retten konnte, macht ihr schwer zu schaffen, nicht zuletzt, weil sie noch immer darunter leidet, dass ihr fünfjähriger Sohn Lukas vor vier Jahren ertrunken war. Trotzdem spricht sie selbst mit den verzweifelten Eltern (Stephan Schad, Maren Eggert), die sich nicht davon abhalten lassen, ihre tote Tochter aus dem Krankenhaus zu tragen.

Neles Mann Paul Wolff (Eckhard Preuß) ist ebenfalls Arzt und arbeitet im selben Krankenhaus. Weil Nele in der Arbeit Vergessen sucht und die Ehe seit Lukas‘ Tod nicht mehr intakt ist, hat er sich auf eine Affäre mit Sophie Hellwig (Naomie Krauss) eingelassen, einer dreifachen Mutter, deren Ehemann Joachim (Ulrich Noethen) als Journalist ständig auf Dienstreisen ist. Während Paul und Sophie in einem Hotelzimmer miteinander schlafen, kommt Joachim Hellwig vorzeitig aus Moskau zurück und wundert sich darüber, dass die Söhne Anton, Nick und Max (Paul Grote, Noah Thomas, Maximilian Werner) allein zu Hause sind.

Hanns Dunkel (Peter Jordan), einer der Pfleger im Krankenhaus, wohnt bei seiner alten Mutter und versorgt sie. Marie Dunkel (Monica Bleibtreu) leidet an Altersdemenz. Nach dem Einkaufen vergisst sie die Tüten vor der Tür, und als Hanns heimkommt, brennt das Öl in der Pfanne auf dem Herd, während Marie nebenan vor dem Fernseher sitzt. Immer wieder verlässt Hanns seinen Arbeitsplatz, schaut nach seiner Mutter und bringt ihr Essen, das eigentlich für Patienten gedacht ist. Seine Kollegin Birte Gold (Annedore Kleist) sorgt dafür, dass es nicht auffällt.

Als Marie Dunkel durch einen Zufall herausfindet, dass ihr Sohn vorhat, sie in ein Seniorenheim zu bringen, packt sie ihre Sachen und fährt zum Grab ihres verstorbenen Ehemanns Carl. Während sie dort Erinnerungsstücke in die Bäume hängt, bemerkt sie, wie in der Nähe ein Mann zusammenbricht. Zuerst hält sie ihn für betrunken, aber dann fällt ihm eine leere Packung Paracetamol aus der Tasche. Da sorgt sie dafür, dass der Selbstmörder Fritz Laub (Willem Menne), ein Bestattungsunternehmer, ins Krankenhaus gebracht und gerettet wird. Marie fährt im Rettungswagen mit und weicht nicht von Fritz Laubs Seite.

Währenddessen sucht Hanns – der wieder heimlich die Schicht verlassen und ein Patientenessen gestohlen hat – nach ihr.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Sophie bricht beim Duschen im Hotel zusammen. Paul alarmiert den Rettungsdienst, und die Sanitäter bringen die Bewusstlose ausgerechnet in das Krankenhaus, in dem Paul und Nele angestellt sind. So kommt es, dass die diensthabende Ärztin Nele Wolff in der Aufnahme plötzlich ihrem nur notdürftig angezogenen Ehemann mit einer fremden Frau gegenübersteht und auf diese Weise begreift, dass er sie betrügt.

Bei der medizinischen Untersuchung stellt sich heraus, dass Sophie einen Hirntumor hat und nicht mehr lang leben wird.

Paul Wolff verständigt Sophies Ehemann telefonisch. Joachim Hellwig eilt mitten in der Nacht ins Krankenhaus und stößt dort auf den Arzt, der Sophie in seinen Armen hält. Das bestätigt seinen Verdacht, dass seine Frau mit Paul Wolff ein Verhältnis hat. Wütend prügelt er sich mit ihm.

Hanns, der seine Mutter überraschend im Krankenhaus findet, sucht mit der Pflegerin Birte Gold nach der Ursache eines Wasserschadens – und dabei kommen die beiden sich näher. Als es hell wird, entdeckt Marie Dunkel die beiden in einem Zimmer des Krankenhauses im Bett.

Am Morgen erfüllt Nele den Wunsch des totkranken Patienten Blumenthal (Wolfgang Krassnitzer) und leistet ihm mit einer tödlichen Dosis Morphium Sterbehilfe.

Joachim sagt seine geplante Irak-Reise ab, um Sophie nach Hause bringen und ihr beistehen zu können. Vor dem Aussteigen küssen sie sich. Die Söhne, die an diesem Morgen verschlafen haben und noch beim Frühstück sitzen, sind erleichtert, als die Eltern nach Hause kommen. Von der Krankheit ihrer Mutter ahnen sie noch nichts.

Nele trennt sich von ihrem Mann.

Marie Dunkel beschafft einen Rollstuhl für Fritz Laub, verlässt mit ihm heimlich das Krankenhaus und schiebt ihn zu seiner Wohnung. Sie wird bei ihm einziehen.

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In ihrem Film „Was wenn der Tod uns scheidet?“ zeigen Ulrike Grote und Ilona Schultz ohne falsche Sentimentalität und Betroffenheit neun Menschen, die in einer Nacht auf verschiedene Weise mit dem Tod konfrontiert werden. Nur für einige von ihnen gibt es die Chance eines Neubeginns.

„Was wenn der Tod uns scheidet?“ ist wie ein Episodenfilm aufgebaut: Nach und nach lernen wir die Figuren kennen, deren Schicksale im weiteren Verlauf miteinander verflochten werden. Das wirkt zwar ein wenig konstruiert, aber die Charaktere sind glaubwürdig und werden von guten Schauspielern verkörpert, darunter Monica Bleibtreu (1944 – 2009) in ihrer letzten Rolle vor dem Tod. Trotz des ernsten Themas ist „Was wenn der Tod uns scheidet?“ ein unterhaltsamer Film. Dafür sorgen Ulrike Grote mit einer leichten Hand bei der Inszenierung sowie komödiantische und groteske Einfälle.

Ulrike Grote wurde 1963 in Bremen geboren. Ab 1985 studierte sie an der Universität der Künste in Berlin Darstellende Künste. Danach trat sie am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, am Schauspielhaus in Zürich und am Burgtheater in Wien auf. Außerdem spielte sie seit 1996 in mehreren Filmen mit, zum Beispiel in „Ein Lied von Liebe und Tod. Gloomy Sunday“. 2004 schloss Ulrike Grote an der Universität Hamburg ein weiteres Studium im Fachbereich Regie ab. Mit „Was wenn der Tod uns scheidet?“ gab sie ihr Regie-Debüt.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2009

Andreas Franz - Spiel der Teufel
Andreas Franz schreibt routiniert, aber besonders intelligent, originell oder fantasievoll ist "Spiel der Teufel" nicht. Empfehlenswert ist das Buch für alle, die einen spannenden, nicht allzu kniffligen Krimi suchen, der sich zum Beispiel am Strand leicht und rasch lesen lässt.
Spiel der Teufel

Andreas Franz

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