Mutterglück

Mutterglück

Mutterglück

Originaltitel: Mutterglück – Regie: Christian Görlitz – Drehbuch: Edeltraut Rabitzer, Christian Görlitz – Kamera: Tomas Erhart – Schnitt: Klaus Dudenhöfer – Musik: Stefan Will, Timo Blunck – Darsteller: Viktorija Malektorovych, Jürgen Vogel, Kristo Ferkic, Andreas Schmidt, Stephan Kampwirth, Nina Petri u.a. - 2006; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Achim Tietze, der unweit von Hamburg einen Bauernhof bewirtschaftet, heiratet Ana, die ihm erzählte, ihr erster Mann und ihre kleine Tochter seien bei einem Wohnungsbrand ums Leben gekommen. Achim liebt Ana und tollt gern mit seinem Stiefsohn Niko herum. Ana wird erneut schwanger, und Achim freut sich auf das eigene Kind. Niko kommt ums Leben – durch einen Unfall, wie es scheint. Bald darauf taucht ein Mann auf, der behauptet, mit Ana verheiratet zu sein ...
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Kritik

"Mutterglück" ist eine schnörkellose, psychologisch nachvollziehbare Tragödie mit zwei überzeugenden Hauptdarstellern, die sanft anfängt und sich zunehmend zum Albtraum entwickelt.
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Ana (Viktorija Malektorovych) und Joachim („Achim“) Tietze (Jürgen Vogel) heiraten in aller Stille, nur im Beisein des Standesbeamten und Nikolas („Niko“ – Kristo Ferkic), dem Sohn der Braut. Ana stammt vom Balkan und hat dort offenbar Schreckliches erlebt [Balkankriege]. Ihr erster Ehemann Klaus Körner (Andreas Schmidt) und ihre damals erst sechs Monate alte Tochter Marie seien ums Leben gekommen, erzählt sie Achim, als ihr Haus niederbrannte. – Achim liebt Ana über alles und tollt auf seinem Bauernhof in der Nähe von Hamburg gern mit seinem Stiefsohn herum, der glücklich ist, wieder einen Vater zu haben.

Bald nach der Eheschließung wird Ana erneut schwanger, und Achim freut sich auf das eigene Kind.

Eines Tages, als Achim von Besorgungen nach Hause kommt, stehen Kranken- und Streifenwagen am Ufer des Sees in der Nähe des Bauernhofs. Niko ist tot. Es sieht so aus, als ob er die neue Angel – ein Geschenk von Achim – ausprobieren wollte, dabei stürzte, mit dem Kopf aufschlug und im Wasser liegen blieb.

Ein halbes Jahr nach dem Unglück wird Achim von einem Fremden angesprochen, der versichert, Klaus Körner zu heißen und mit Ana verheiratet zu sein. Seine Frau habe ihn nach dem Tod der kleinen Tochter mit dem Sohn verlassen. Als Achim Ana zur Rede stellt, gibt sie zu, die Geschichte mit dem Feuer erfunden zu haben. Marie sei laut ärztlicher Diagnose am „plötzlichen Kindstod“ gestorben. Von ihren Mann sei sie fortgelaufen, weil er nie gearbeitet und sie ständig geschlagen habe. Achim glaubt Ana und verzeiht ihr die Lüge.

Da verabredet Körner sich ein zweites Mal mit Achim. In der Gaststätte „Zum Schwan“ behauptet er, Ana habe ihre beiden Kinder umgebracht. Niko sei nicht sein leiblicher Sohn gewesen, sondern das Kind einer während der Balkankriege vergewaltigten Cousine Anas, den sie nach dem Tod der Mutter zu sich holten. Diesmal fordert Achim seinen Gesprächspartner auf, mit nach Hause zu kommen. Doch bevor sie mit Ana reden können, schießt sie mit einer Flinte auf Körner und trifft ihn in den Bauch.

Achim bringt den Verletzten ins Krankenhaus und ruft von dort den Dorfpolizisten Schöps (Stephan Kampwirth) an: Er habe Körner für einen Einbrecher gehalten und ihn mit einer alten Flinte in Schach halten wollen, aber da sei versehentlich ein Schuss losgegangen.

Weil Hansen, der „Schwan“-Wirt, gehört hat, was Körner sagte und es der Polizei meldet, sollen die Leichen sowohl von Niko als auch von Marie exhumiert und gerichtsmedizinisch untersucht werden. Außerdem wird Ana von Schöps verhört.

Ana fühlt sich von allen Seiten bedroht und wirft auch Achim aus dem Schlafzimmer, obwohl er alles versucht, auf sie einzugehen. Um sie besser verstehen zu können, besorgt er sich Bücher über psychische Komplikationen bei Schwangeren – doch als Ana sie entdeckt, löst das einen weiteren Abwehrreflex bei ihr aus.

Achim wird von Magenkrämpfen heimgesucht, die immer häufiger und heftiger auftreten. Schließlich kann er nicht mehr aufstehen. Ana versorgt ihn mit heißem Tee. Als er verzweifelt verlangt, dass sie den Hausarzt ruft, tut sie so, als alarmiere sie die Notdienstzentrale, ohne jedoch eine Nummer gewählt zu haben.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Als Achims Schwester Ulla (Nina Petri) vorbeikommt, behauptet Ana, Achim sei nicht zu Hause, und es gelingt ihr, sie wieder fortzuschicken, ohne dass sie Verdacht schöpft.

Schließlich lässt Ana ihren Mann doch noch ins Krankenhaus bringen. Die behandelnde Ärztin, Dr. Klausner, stellt fest, dass Achim über Tage hinweg Rattengift aufgenommen hat.

Körner erholt sich von seiner Schussverletzung, und Achim von der Vergiftung.

Einige Jahre vergehen. Mit der gemeinsamen kleinen Tochter besucht Achim regelmäßig Ana in der geschlossenen psychiatrischen Anstalt, in der sie seit dem Mordversuch an ihm leben muss. Inzwischen weiß er, dass sie während des Balkankriegs sechsmal vergewaltigt worden war. Obwohl sie möglicherweise ihre beiden ersten Kinder tötete und ihn umzubringen versuchte, hält Achim zu seiner Frau.

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In dem düsteren Fernsehfilm mit dem sarkastischen Titel „Mutterglück“ beschäftigt sich Christian Görlitz mit der Traumatisierung von Menschen durch Kriegserlebnisse bzw. Kriegsverbrechen. „Mutterglück“ ist eine schnörkellose, psychologisch nachvollziehbare Tragödie, die sanft anfängt und sich zunehmend zum Albtraum entwickelt. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten. Hervorzuheben sind auch die beiden überzeugenden Hauptdarsteller Viktorija Malektorovych und Jürgen Vogel.

Gedreht wurde vom 8. März bis 12. April 2005 in Lüneburg und Hamburg.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006

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