Hair

Hair

Hair

Originaltitel: Hair – Regie: Milos Forman – Drehbuch: Michael Weller, nach dem Rock-Musical "Hair" von Gerome Ragni und James Rado – Kamera: Miroslav Ondrícek, Richard Kratina, Jean Talvin – Schnitt: Alan Heim, Stanley Warnow – Musik: Galt Mac Dermot – Choreografie: Twyla Tharp – Darsteller: Treat Williams, John Savage, Annie Golden, Beverly d'Angelo, Cheryl Barnes, Don Dacus, Dorsey Wright u.a. – 1979; 120 Minuten

Inhaltsangabe

Der aus Oklahoma stammende Farmersohn Claude Hooper Bukowski muss sich bei der Army melden und rechnet damit, in den Vietnam-Krieg geschickt zu werden. Vorher will er sich noch zwei Tage lang New York ansehen. Dabei freundet er sich im Central Park mit einer Hippie-Gruppe an und verliebt sich in die Millionärstochter Sheila Franklin. Berger, der Wortführer der Hippies, bringt die beiden zusammen. Aber das Glück ist nicht von langer Dauer, denn Claude muss in die Kaserne ...
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Kritik

Die Verfilmung des Rock-Musicals "Hair" von Milos Forman ist unterhaltsam und thematisiert auch die Anliegen der Musical-Macher, vermittelt aber nicht die mitreißende Power, die von dem Bühnenstück ausging.
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Claude Hooper Bukowski (John Savage) verabschiedet sich in Oklahoma von seinem Vater (Joe Acord) und nimmt den Bus nach New York: Er hat einen Einberufungsbescheid bekommen und rechnet damit, in den Vietnam-Krieg geschickt zu werden. Vorher will er sich zwei Tage lang New York ansehen: das Empire-State-Building und die Freiheitsstatue stehen auf seinem Besichtigungsprogramm.

Im Central Park trifft der Farmersohn, der den Kriegsdienst für seine staatsbürgerliche Pflicht hält, auf eine Hippie-Kommune und deren Wortführer George Berger (Treat Williams). Zögernd lässt Claude sich von Berger unter die Fittiche nehmen, lernt das ungezwungene Leben der „Blumenkinder“ kennen – und findet Gefallen daran. Jeannie Ryan (Annie Golden) ist schwanger, aber sie weiß nicht, ob das Kind von ihrem weißen oder ihrem schwarzen Freund ist und macht sich auch nichts daraus. Claude schlägt sie eine Scheinheirat vor, die ihn vor dem Kriegseinsatz in Vietnam bewahren würde, aber darauf geht er nicht ein. Er hat sich in eine elegante Reiterin verliebt, die er im Central Park sah. Zufällig entdeckt Berger ihr Foto am nächsten Morgen auf einem herumliegenden Zeitungsblatt: Sie heißt Sheila Franklin (Beverly d’Angelo) und ist die Tochter eines Millionärs. Kurzerhand taucht Berger mit Claude und den anderen Hippies bei einer Abendgesellschaft der Franklins auf, und als man ihn hinauswerfen will, tanzt er provokativ auf dem festlich gedeckten Tisch.

Sheila freut sich insgeheim über die unerwartete Abwechslung und den Verehrer, der allen Erwartungen ihrer Eltern (Charles Denny, Fern Tailer) widerspricht. Während sie mit Claude im Central Park spazieren geht, plantschen die Hippies nackt im See herum. Die Millionärstochter findet das zunächst abstoßend, aber dann zieht sie sich ebenfalls aus und springt ins Wasser.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Claude fällt es schwer, sich von Sheila und seinen neuen Freunden zu verabschieden, aber er muss in die Kaserne. In einem Ausbildungslager in der Wüste von Nevada werden er und die anderen Rekruten für den Einsatz in Vietnam gedrillt.

Als Steve Franklin (Miles Chapin) mit seiner Schwester Sheila in einem Straßenkreuzer unterwegs ist, wird er von Berger und dessen Freunden angehalten. Sie nehmen ihm die Autoschlüssel ab und fahren los, um Claude zu besuchen. Aber die Wache lässt sie nicht passieren. Also müssen sie sich etwas anderes ausdenken.

Sheila flirtet in einer Kneipe mit einem Sergeant, bis dieser sie im Wagen mitnimmt. Während der Fahrt schlüpft Sheila aus ihrem Kleid und bringt den Offizier dazu, seine Uniform abzulegen, die sie nun anzieht. Dann lässt sie ihn mitten in der Wüste anhalten. Ihr geiler Begleiter, der nur noch Unterwäsche trägt, läuft ihr kichernd nach. Aber seine Erwartungen erfüllen sich nicht, denn Sheila steigt zu ihren Freunden ins Auto, und einer von ihnen klaut die Limousine des Offiziers. Berger zieht die Uniform an, lässt sich die Haare schneiden und fährt mit dem gestohlenen Wagen wieder zum Eingang des Ausbildungslagers. Wie erhofft, hält man ihn für den ausgeraubten Offizier und winkt ihn durch. Er holt Claude aus der Baracke und will mit ihm losfahren, aber der Rekrut macht ihm klar, dass sein Fehlen beim nächsten Appell auffallen würde und ernste Konsequenzen hätte. Da ändert Berger seinen Plan, wechselt mit Claude die Uniform und nimmt für eine Weile dessen Platz ein, damit dieser zu Sheila und den anderen Hippies fahren kann.

Nach zwei Stunden verabschiedet Claude sich wieder von seinen Freunden und kehrt ins Camp zurück. Doch in der Zwischenzeit erhielt seine Einheit den Marschbefehl nach Vietnam, und Berger blieb nichts anderes übrig, als mit der Kolonne ins Flugzeug zu marschieren.

Er fällt am 6. April 1968 in Vietnam.

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Michael Weller (Drehbuch) und Milos Forman (Regie) adaptierten das Rock-Musical „Hair“ fürs Kino. Dabei fügten sie Teile des Musicals zu Handlungsfragmenten zusammen, und in der letzten halben Stunde entwickelt sich eine regelrechte Geschichte mit komischen und tragischen Momenten.

Die Verfilmung ist unterhaltsam und drückt auch die Anliegen der Musical-Macher Gerome Ragni, James Rado und Galt MacDermot aus [mehr dazu], vermittelt aber nicht die mitreißende Power, die von dem Bühnenstück ausging. Das liegt vor allem an der für den Film neu aufgenommenen Musik, die wie weichgespült wirkt.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007

Hippie-Bewegung
„Hair“ (Musical)

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