Eva Ionesco


Eva Ionesco wurde am 18. Juli 1965 in Paris geboren.

In ihrem Film „I’m Not a F**king Princess“ deutet Eva Ionesco an, dass ihre Großmutter vom Urgroßvater durch Inzest mit einer Tochter gezeugt worden sei. Jedenfalls kam Irina Ionesco 1935 in Paris als Tochter rumänischer Immigranten zur Welt, und ihre Mutter starb bei der Geburt.

Nachdem Irina einige Jahre in der rumänischen Hafenstadt Konstanza am Schwarzen Meer verbracht hatte, zog ihre Großmutter mit ihr nach Paris. Dort versuchte Irina Ionesco sich später als Künstlerin. Schließlich wechselte sie von der Malerei zur Fotografie.

Eva war noch ein Kind, als die Mutter anfing, sie nackt und in erotischen Posen zu fotografieren. (Eine Auswahl der Fotos erschien im November 1978 in der spanischen Ausgabe von „Penthouse“).

1976 veröffentlichte der italienische „Playboy“ im Oktoberheft eine von Jacques Bourboulon (* 1946) angefertigte Fotoserie von Eva Ionesco. Die Elfjährige war das jüngste Mädchen, von dem der „Playboy“ bis dahin Nacktfotos gedruckt hatte.

1976 spielte Eva Ionesco erstmals in einem Film mit, und zwar in „Der Mieter“.

Im August und September desselben Jahres gehörte die Elfjährige zusammen mit Martin Loeb (* 1959) und Lara Wendel (* 1965) zu den Hauptdarstellern in dem Film „Maladolescenza“ / „Spielen wir Liebe“. Die ungekürzte, 91 Minuten lange Fassung des Films wurde erst 2004 als DVD veröffentlicht („Maladolescenza. Sie lieben und sie quälen sich!“) – und am 28. Juli 2006 vom Amtsgericht Karlsruhe als Kinderpornografie eingestuft und beschlagnahmt. Der Besitz der DVD steht unter Strafe.

„Der Spiegel“ brachte am 23. Mai 1977 (Nr. 22) auf der Titelseite ein von Irina Ionesco aufgenommenes Nacktfoto ihrer Tochter Eva: „Kinder auf dem Sex-Markt. Die verkauften Lolitas. Film-Mädchen Eva Ionesco“ – und wurde dafür vom Deutschen Presserat gerügt.

Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich mich recht früh aufgelehnt. Man muss das als Prozess sehen. Wir waren Künstler, meine Mutter kaufte mir extravagante Kleider, zog mich an – bis zu einem gewissen Grad machte das Spaß. Dann fing sie plötzlich an, Nacktbilder von mir zu machen. Das war auch noch ok, solange die Bilder zwischen uns blieben. Dann kamen aber andere Objekte hinzu und plötzlich merkte ich, dass sie anfing, diese Bilder herumzuzeigen und sogar zu verkaufen. Ich wusste nie genau, was sie da wirklich verkauft. Das Ganze wurde sadomasochistisch. Spätestens im Alter von acht oder neun Jahren habe ich das auch ganz klar artikuliert. Da hatte es aber schon ein paar Jahre lang in mir gebrodelt. Ich hätte schon viel früher rebellieren müssen, denn meine Mutter behauptet heute noch, anfangs habe mir das alles Spaß gemacht. (Eva Ionesco im Interview mit Sandra Zistl, „Focus“, 27. Oktober 2011)

1977 schritt das Jugendamt ein; Eva Ionesco kam zunächst in ein Kinderheim und dann zu Pflegeeltern.

In den Achtzigerjahren besuchte Eva Ionesco die Schauspielschule des Théâtre des Amandiers in Nanterre. In etwa 40 Filmen stand sie vor der Kamera.

Nach der Jahrtausendwende wandte sie sich der Fotografie zu und stellte ihre Arbeiten aus.

Regie führte Eva Ionesco erstmals in einem Filmdrama über eine von Isabelle Huppert dargestellte Fotografin, die ihre elfjährige Tochter Violetta (Anamaria Vartolomei) in lasziven Posen aufnimmt: „I’m Not a F**king Princess“. Eva Ionesco erklärte dazu:

Ich wollte auf keinen Fall einen Skandalfilm drehen. Meine Herangehensweise ist subtiler. Ich drehe auch keinen Film über ein kleines, nacktes Mädchen. Ich erzähle die Geschichte einer Mutter-Tochter-Beziehung. (Eva Ionesco im Interview mit Sandra Zistl, a.a.O.)

© Dieter Wunderlich 2012

Eva Ionesco: I’m Not a F**king Princess

Jean Echenoz - Ich gehe jetzt
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