Eine Schwalbe macht den Sommer

Eine Schwalbe macht den Sommer

Eine Schwalbe macht den Sommer

Eine Schwalbe macht den Sommer - Originaltitel: Une hirondelle fait le printemps - Regie: Christian Carion - Drehbuch: Christian Carion und Éric Assous - Kamera: Antoine Heberlé - Schnitt: Andrea Sedlackova - Musik: Philippe Rombi - Darsteller: Michel Serrault, Mathilde Seigner, Jean-Paul Roussillon, Frédéric Pierrot, Marc Berman, Françoise Bette - 2000; 103 Minuten

Inhaltsangabe

Eine 30-jährige Informatikerin aus Paris ist vom Leben in der Großstadt frustriert, sucht ihren eigenen Weg und versucht einen langjährigen Traum zu verwirklichen, indem sie sich einen Bauernhof in den französischen Alpen kauft. Der alte bärbeißige Bauer beansprucht allerdings noch für eineinhalb Jahre das Wohnrecht ...
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Kritik

In seinem Debütfilm "Eine Schwalbe macht den Sommer" verzichtet der Bauernsohn Christian Carion auf jede Effekthascherei und verlässt sich voll auf die Ausdruckskraft seiner beiden Hauptdarsteller Michel Serrault und Mathilde Seigner. Und das ist gut so.
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Sandrine (Mathilde Seigner) – eine 30-jährige Pariserin – hat Informatik studiert und gibt IT-Kurse. Sie überrascht ihre Mutter (Françoise Bette) mit der Ankündigung, ihren Beruf aufgeben und eine Ausbildung als Agrarökonomin absolvieren zu wollen. Schon seit Jahren träumt sie von einem Bauernhof, denn das Leben in der Großstadt nervt sie und sie sucht ihren eigenen Weg.

Nach der Agrarausbildung kauft sie dem alten bärbeißigen Kauz Adrien (Michel Serrault) dessen einsam gelegenen Gebirgsbauernhof in den französischen Alpen ab. Adrien hat sich von einem schweren Schicksalsschlag vor zehn Jahren nicht mehr erholt: Damals war eine seiner Kühe an BSE erkrankt. Daraufhin hatten die Behörden seinen Hof gesperrt, die Kühe notgeschlachtet und die Ställe desinfiziert. Adriens Frau, mit der er 36 Jahre lang verheiratet war, wurde durch die Aufregung krank und starb. Jetzt hat er genug und will seinen Lebensabend in einer seiner Familie gehörenden Wohnung in Grenoble verbringen. Aber die wird noch für eineinhalb Jahre von einem Neffen beansprucht – und so lange, das bedingt sich Adrien im Kaufvertrag aus, will er auf seinem Bauernhof bleiben.

Sandrine haust in einem Wohnwagen, bis einer der Ställe in Ferienapartments für Gäste und eine Wohnung für sie umgebaut ist. Im Internet wirbt sie für ihren „Balkon des Himmels“, und über dieses Medium verkauft sie auch den Käse, den sie aus der Milch ihrer Ziegenherde gewinnt. Außerdem unternimmt sie gern Wanderungen mit Kindergruppen, die mit dem Bus gebracht und abgeholt werden.

Der eigenbrötlerische Bauer flüchtet oft vor dem Geschrei hinaus auf die Wiesen und setzt sich still unter einen der Obstbäume. Für die von Sandrine eingeführten Neuerungen bringt er kein Verständnis auf, und wenn sie eine Gruppe Kinder zum Himbeerpflücken auffordert, glaubt er, sie sei nur zu faul, es selbst zu tun. Die junge Frau aus der Großstadt werde bald aufgeben, meint er, als sein Freund Jean (Jean-Paul Roussillon) wieder einmal mit seinem neuen Volvo heraufkommt. Adrien beobachtet Sandrine misstrauisch und unternimmt nichts, um ihr das Leben leichter zu machen. Als ihr Telefon kaputt ist und sie von seinem Apparat aus den Störungsdienst anruft, zieht ihr der Geruch des von ihm gerade zubereiteten Lammragouts in die Nase. Das rieche sehr gut, seufzt sie, und sei schon etwas anderes als das Essen aus der Dose, das sie sich jetzt gleich warm machen werde. Obwohl er für eine Woche vorgekocht hat, kommt der mürrische Bauer gar nicht auf den Gedanken, sie zum Essen einzuladen. Erst als er ein paar Tage später wegen seiner Herzbeschwerden ins Krankenhaus muss, bringt er ihr die Reste des Lammragouts. Es sei zu schade zum Wegwerfen, brummt er, und einen Hund habe er ja nicht.

Einmal kommt Sandrines Freund Gérard (Frederic Pierrot) aus Paris zu Besuch. Er behauptet, für seine IT-Firma geschäftlich nach Grenoble gereist zu sein, aber in Wirklichkeit hat er sich Sandrines Adresse von deren Mutter besorgt und ist eigens losgefahren, um sie wiederzusehen. Die beiden verbringen eine Nacht zusammen; Sandrine ist glücklich, aber am nächsten Morgen versucht sie nicht, ihn aufzuhalten.

Im Winter ist die Straße vom Dorf herauf zeitweise unpassierbar. Da wird deutlich, dass es sich hier nicht nur um eine Idylle handelt, sondern auch um eine unwirtliche Gegend. Allein auf sich gestellt – der Bauer ist noch im Krankenhaus – erfährt Sandrine ihre Grenzen. Als zwei Zicklein, die sie dem Muttertier aus dem Leib zieht, tot sind, weint sie verzweifelt. Sie ist heilfroh, Adrien wiederzusehen und fällt ihm zur Begrüßung um den Hals.

Allmählich entwickelt Adrien Respekt vor der Willensstärke der jungen Frau. Damit sie zu ihm ins Haupthaus ziehen muss – wo er ihr das Zimmer seiner Eltern als Schlafzimmer überlässt –, schaltet er ihr durch eine Manipulation im Sicherungskasten heimlich den Strom ab.

Unsicher geworden, ob sie das harte Leben auf dem Gebirgshof durchsteht, fährt Sandrine für ein paar Tage zu ihrer Mutter nach Paris und trifft sich auch mit Gérard. (Ein Agrarökonomie-Student versorgt inzwischen ihre Ziegen.)

Adrien glaubt, Sandrine endgültig verloren zu haben und wünscht seinen Tod herbei. Doch als Sandrine telefonisch erfährt, dass Adriens Freund Jean gestorben ist, reist sie wieder zurück und kommt gerade noch rechtzeitig zur Trauerfeier in die Kirche, wo sie Adrien, der unter den Trauergästen sitzt, im Vorbeigehen kurz und ohne ein Wort zu sagen die Hand auf die Schulter legt.

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Christian Carion ist der Sohn eines Landwirts. Schon mit 13 wollte er zum Film, aber dem Vater zuliebe absolvierte er ein Landwirtschaftsstudium, bevor er seinen Traum verwirklichte. „Eine Schwalbe macht den Sommer“ ist sein erster abendfüllender Spielfilm.

Es handelt sich um eine ruhig erzählte Geschichte über einen verbitterten alten Bergbauern und eine vom Großstadtleben frustrierte und deshalb ihren eigenen Weg suchende 30-jährige Pariserin. Der Alte kann sich zunächst nicht vorstellen, dass eine Frau – noch dazu aus der Großstadt – das Leben in der unwirtlichen Idylle des Gebirgsbauernhofes aushält, doch als er merkt, mit welcher Willenskraft die Frau ihren Traum verwirklicht, beginnt er sie allmählich zu respektieren. Zögerlich und ohne es jemals auszusprechen, kommen sich die beiden menschlich näher. Das ist nicht nur der Beginn einer „wunderbaren Freundschaft“ („Casablanca“), sondern auch des Verständnisses über die Verschiedenheit der Generationen hinweg.

Christian Carion verzichtet auf jede Effekthascherei und verlässt sich voll auf die Ausdruckskraft seiner beiden Hauptdarsteller Michel Serrault und Mathilde Seigner. Und das ist gut so.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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