Killing Zoe

Killing Zoe

Killing Zoe

Originaltitel: Killing Zoe – Regie: Roger Avary – Drehbuch: Roger Avary – Kamera: Tom Richmond – Schnitt: Kathryn Himoff – Musik: Tomandandy – Darsteller: Eric Stoltz, Julie Delpy, Jean-Hugues Anglade, Gary Kemp, Bruce Ramsay, Kario Salem, Tai Thai, Salvator Xureb, Cecilia Peck, Elise Renee u.a. - 1994; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Der Safeknacker Zed beabsichtigt, mit seinem Freund Eric und dessen Kumpanen eine Bank in Paris auszurauben. Am Abend zuvor lässt er sich noch ein Callgirl aufs Hotelzimmer kommen. Das Mädchen – es heißt Zoe – gefällt Zed. Als die Bande trinkfreudiger und drogensüchtiger Kleinkrimineller am nächsten Morgen die Bank überfällt, geht alles schief, und unter den Angestellten, die als Geiseln genommen werden, ist zufällig auch Zoe ...
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Kritik

"Killing Zoe" ist ein grotesker Thriller im Stil von "Pulp Fiction", eine von Roger Avary stilsicher inszenierte aberwitzige Gewaltorgie mit drei überzeugenden Hauptdarstellern.

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Der amerikanische Safeknacker Zed (Eric Stoltz) fliegt nach elf Jahren erstmals wieder nach Paris, um mit seinem Jugendfreund Eric (Jean-Hugues Anglade) und dessen Kumpanen eine Bank auszurauben. Der Taxifahrer (Martin Raymond), der ihn vom Flughafen zum Hotel bringt, vermittelt ihm ein Callgirl für die Nacht.

Nachdem Zed und Zoe (Julie Delpy) – so heißt das Mädchen – es miteinander getrieben haben, beteuert Zoe, sie habe den Orgasmus nicht vorgetäuscht und küsst Zed. Eigentlich sei sie Objektkünstlerin und Kunststudentin, erzählt sie; dreimal in der Woche habe sie einen Tagesjob und der Taxifahrer vermittle ihr hin und wieder einen Job für die Nacht, aber als Prostituierte fühle sie sich nicht. Die beiden finden Gefallen aneinander.

Sie sind nebeneinander im Bett eingeschlafen, als Eric auftaucht und seinen Freund abholen will: „Wir haben viel zu besprechen!“ Eric zerrt Zoe aus der Dusche und wirft sie halbnackt aus dem Hotelzimmer. Dann fährt er mit Zed zu einer Wohnung, in der sie bereits von François (Tai Thai), Ricardo (Bruce Ramsay), Jean (Kario Salem), Claude (Salvator Xuereb), Oliver (Gary Kemp) und den anderen aus der Bande erwartet werden. Im Korridor liegt eine Katze. „Die liegt hier schon drei Tage lang“, erklärt Eric. „Vermutlich schläft sie.“ Zu seiner Überraschung erfährt Zed, dass der Banküberfall bereits für den nächsten Vormittag geplant ist, denn morgen ist der 14. Juli, und Eric hält den Trubel am französischen Nationalfeiertag für nützlich bei seinem Plan, die einzige an diesem Tag für drei Stunden geöffnete Bank in Paris auszurauben. Zed ist das nicht geheuer, aber sein Freund versichert ihm, es sei alles genau geplant und abgesprochen: „Jeder weiß genau, was er zu tun hat.“ Zed brauche sich nur um den Tresor zu kümmern und solle alles andere ihm überlassen: „Ganz einfach. Wir gehen rein, holen, was wir wollen und gehen wieder raus.“ – Aber jetzt wird erst einmal gefeiert: Die Männer fahren zu einer Kneipe, in der Dixieland gespielt wird. Im Auto verrät Eric seinem Freund: „Ich hab‘ Aids. Von der Nadel.“ In dem Kellerlokal meint Eric, im Gegensatz zu hier sei oben alles Scheiße, den Louvre und so weiter brauche man auch nur für die Touristen. Als Zed betrunken ist, schiebt Eric ihm eine bunte Ecstasy-Pille in den Mund.

Bevor die Männer die Bank stürmen, legen sie Masken an. Sie treiben die Anwesenden in der Schalterhalle zusammen, entwaffnen die Wachmänner und halten alle mit ihren Maschinenpistolen in Schach. Unter den Angestellten ist zufällig auch Zoe. Es ist einer der drei Tage in der Woche, an denen sie in der Bank arbeitet.

Der Filialleiter macht die Gangster darauf aufmerksam, dass der Tresor durch ein Zeitschloss gesichert ist. Eric lässt sich dadurch nicht beirren und fordert ihn auf, den Tresor zu öffnen. Weil der Bankmanager sich weigert, erschießt Eric kurzerhand eine Angestellte, und als der Filialleiter trotzdem bei seinem Nein bleibt, tötet Eric auch ihn.

Während Zed sich im Keller mit der Ruhe des Profis daran macht, einen Nebentresor zu knacken, durch den er von innen in den Haupttresor gelangen will, geraten die Gangster im Schalterraum in Streit. Plötzlich zieht ein Wachmann eine zweite Pistole aus einem Halfter am Unterschenkel, schießt auf Ricardo – und löst damit einen aufgeregten Schusswechsel aus, bei dem er getötet wird.

Um nicht die Nerven zu verlieren, spritzt Eric sich in der Toilette Heroin. Vor der Rückkehr in den Schalterraum vergisst er, seine Maske wieder aufzusetzen. Daraufhin nehmen auch die anderen ihre unbequemen Masken ab.

Ein amerikanischer Tourist in kurzer Hose (Rich Turner) pocht auf seine Nationalität und verlangt, freigelassen zu werden. Weil Eric sich durch den Mann genervt fühlt, erschießt er ihn.

Inzwischen hat die Polizei das Gebäude umstellt und fordert die Bankräuber telefonisch auf, sich zu ergeben. Stattdessen packt Eric Zoe und will mit ihr zur Tür. Ein anderer Bankangestellter setzt sich dafür ein, die Frau zu verschonen. Also stößt Eric Zoe zurück und zerrt statt ihr den Mann in den Eingangsbereich, wo die Polizei durch die Glastür sieht, wie er erschossen wird. Damit will Eric seine Entschlossenheit demonstrieren. Er verlangt einen Bus zum Flughafen und die Bereitstellung eines Flugzeugs.

Zed, der von all dem nichts mitbekommen hat, ist es inzwischen gelungen, den Nebentresor zu öffnen. Doch als er die dünne Wand zum Haupttresor einschlagen will, wird er von der anderen Seite beschossen: Im Haupttresor befindet sich offenbar ein Wachmann. Eric löst das Problem, in dem er die Trennwand mit einer Sprengladung zerstört und dabei auch gleich den Wachmann umbringt. Nun kann Zed den Eingang zum Haupttresor von innen öffnen. Allein die hier gestapelten Goldbarren sind ein Vermögen wert.

Währenddessen ist die Situation im Schalterraum völlig aus der Kontrolle geraten. Eric will Zoe als Geisel vor sich herschieben und versuchen, aus dem Gebäude zu kommen. Aber sie reißt sich los.

Zur gleichen Zeit kommt Zed nach oben und merkt, was los ist. Er kann gerade noch verhindern, dass einer der Gangster Zoe erschießt. Sie rennt in den Keller. Als Eric sieht, dass Zed sich für das Mädchen eingesetzt hat, zieht er wütend ein Messer und zieht es ihm durchs Gesicht. Zed weicht zurück und stürzt über die Kellertreppe hinunter.

In der Schalterhalle beginnt ein Massaker. Blindwütig schießen die Gangster um sich.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Eric lässt seine Kumpane im Stich und zieht sich in den Keller zurück.

Dort treffen er, Zed und Zoe wieder aufeinander. Eric schlägt Zoe nieder und bedroht Zed erneut mit dem Messer. Zoe kommt zu sich und greift Eric von hinten an. Sie stürzen beide zu Boden. Zed wirft sich ebenfalls auf Eric. Einer von Erics Kumpanen kommt blutüberströmt von oben, bricht tot zusammen und lässt dabei seine Maschinenpistole fallen. Eric kriegt sie zu fassen. Gerade als er sich aufrichtet und Zed und Zoe erschießen will, taucht ein Polizeitrupp auf. Eric stirbt im Kugelhagel.

Geistesgegenwärtig deutet Zoe auf sich und Zed: „Ich arbeite hier. Das ist ein Kunde.“ Sie soll den Verletzten zu einem der bereit stehenden Krankenwagen bringen. Stattdessen setzt sie ihn in ihr eigenes Auto. Unterwegs meint sie lächelnd: „Werde nur gesund. Dann zeige ich dir das echte Paris.“

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„Killing Zoe“ ist ein grotesker Thriller im Stil von „Pulp Fiction“. Das ist nicht verwunderlich, denn Roger Avery, der Regisseur und Drehbuchautor von „Killing Zoe“, war bei „Pulp Fiction“ Quentin Tarantinos Co-Autor. Und Quentin Tarantino gehört zu den Produzenten von „Killing Zoe“. Verrückte Typen, schräge Dialoge und irrwitzige Szenen sind beiden Filmen gemeinsam. Auch bei „Killing Zoe“ handelt es sich um eine zynische Gewaltorgie. Das ist gewiss nicht jedermanns Geschmack, und über diese Art der Gewaltdarstellung lässt sich auch trefflich streiten. Auf jeden Fall beweist Roger Avery gleich mit seinem Debütfilm, dass er nicht nur ein erstklassiger Drehbuchautor, sondern auch ein stilsicherer Regisseur ist. Zu der rasanten Inszenierung von „Killing Zoe“ trägt die Kameraführung von Tom Richmond mit verzerrenden Perspektiven, bunten Farben und harten Schatten entscheidend bei, die Musik von Tomandandy steigert die Nervosität, und last but not least überzeugen Jean-Hugues Anglade, Eric Stoltz und Julie Delpy in ihren Rollen.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006 / 2008

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