Robert Zemeckis: Contact
mit Jodie Foster u. a.
      Kritik:
Der Film "Contact" basiert auf dem gleichnamigen SF-Roman von Carl Sagan. Robert Zemeckis setzt in "Contact" nicht auf Action und bedrohliche Aliens, sondern stellt die Frage, wie Menschen auf die Möglichkeit außerirdischen Lebens reagieren könnten. Filmkritik
 

Contact

 
  Inhalt:
Dr. Eleanor Arroway gilt als herausragende Astronomin, aber ihre Bemühungen, Signale intelligenter Aliens aufzufangen, werden belächelt – bis sie eines Tages Radiowellen von der Wega empfängt, die Primzahlen, eine Fernsehaufzeichnung und Baupläne für eine Maschine enthalten, mit der offenbar ein einzelner Mensch zur Wega gelangen könnte. Die US-Regierung und das Militär reißt die Kontrolle über das Projekt an sich, lässt die Anlage bauen und bildet eine Kommission zur Auswahl einer Person für die Wega-Mission ... Handlung, Inhaltsangabe

Originaltitel: Contact – Regie: Robert Zemeckis – Drehbuch: James V. Hart und Michael Goldenberg, nach einem Drehbuch von Carl Sagan und Ann Druyan bzw. dem Roman "Contact" von Carl Sagan – Kamera: Don Burgess – Schnitt: Arthur Schmidt – Musik: Alan Silvestri – Darsteller: Jodie Foster, Matthew McConaughey, James Woods, John Hurt, Tom Skerritt, Jena Malone, David Morse, Geoffrey Blake, William Fichtner, Angela Bassett, Rob Lowe u.a. – 1997; 145 Minuten

   


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Robert Zemeckis: Contact

Inhaltsangabe:

Eleanor ("Ellie") Arroway (als Kind: Jena Malone) hat ihre Mutter nie gesehen, denn diese war bei ihrer Geburt gestorben. Sie wuchs bei ihrem Vater Ted (David Morse) auf, bis dieser in ihrem neunten Lebensjahr einem Herzinfarkt erlag.

Inzwischen gilt Dr. Arroway (Jodie Foster) als herausragende Wissenschaftlerin, aber viele halten die Bemühungen der Astronomin, Signale außerirdischen Lebens aufzufangen, für aussichtslos. Ellie hat sich dagegen einen Spruch ihres Vaters zu eigen gemacht: "Wenn wir die Einzigen im Universum sein sollten, wäre das eine ziemliche Platzverschwendung." Sie orientiert sich nur an empirisch nachweisbaren Tatsachen, ist deshalb auch Agnostikerin und versucht, ihre Annahme, dass es nicht nur auf der Erde intelligentes Leben gibt, wissenschaftlich zu verifizieren.

Im Arecibo-Observatorium in Puerto Rico arbeitet die Leiterin des SETI-Projekts (Search for Extra Terrestrial Intelligence) mit dem blinden Astrophysiker Kent Clark (William Fichtner) und ihrem Assistenten Fisher (Geoffrey Blake) zusammen. Kurz bevor Dr. David Drumlin (Tom Skerritt) die finanziellen Mittel für das SETI-Projekt streicht, lernt Ellie den Theologen Palmer Joss (Matthew McConaughey) kennen und verliebt sich in ihn, doch von Bindungs- und Verlustängsten heimgesucht flieht sie mitten in der Nacht aus seinem Bett und hinterlässt ihm auch keine Nachricht, obwohl sie Puerto Rico wenige Tage später verlässt.

Der verschrobene Großindustrielle S. R. Hadden (John Hurt) sorgt aus dem Hintergrund dafür, dass Ellie und ihr Team in New Mexico mit den Radioteleskopen des Very Large Array weiterarbeiten können. Kurz bevor die US-Regierung dem SETI-Projekt die Erlaubnis für die Benutzung des Observatoriums entziehen will, empfangen Ellie und ihre Mitarbeiter ein auffälliges Radiosignal von der Wega. Es handelt sich um eine Folge von Primzahlen. Das deutet auf eine extraterrestrische Intelligenz hin. Nach einiger Zeit filtern die Wissenschaftler aus den Signalen Fernsehbilder von Hitlers Eröffnungsrede bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin heraus. Kann es sein, dass die damals ausgestrahlten Radiowellen die Wega erreichten und seither von dort lebenden Organismen, die Kontakt mit den Erdbewohnern aufnehmen möchten, zurückgeschickt werden? Die von der Wega empfangenen Signale enthalten auch noch zehntausende von Seiten mit Aufzeichnungen, aber zunächst weiß niemand, wie diese gelesen werden sollen.

Die Regierung und das Militär reißen die Kontrolle über das Projekt an sich. Man argwöhnt, dass die Aliens feindliche Absichten verfolgen könnten und will sich dagegen wappnen.

Als S. R. Hadden sich erstmals mit Ellie trifft und ihr zeigt, wie die rätselhaften Aufzeichnungen zusammenpassen, stellt sich heraus, dass es sich um den Bauplan für eine Maschine handelt, mit der offenbar ein einzelner Mensch zur Wega gebracht werden kann. Um die Kosten – es sind mehrere hundert Milliarden Dollar – aufzubringen, bilden die USA ein internationales Konsortium und errichten die Anlage in Cape Canaveral, Florida. Parallel dazu befragt eine Kommission, der auch der inzwischen zum Präsidentenberater avancierte Palmer Joss angehört, die Kandidaten und Kandidatinnen, die sich für die Wega-Mission beworben haben. Statt der Agnostikerin Ellie Arroway entscheidet sich die Kommission für Drumlin, der beteuert, ein gläubiger Christ zu sein.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Während eines Testlaufs der Anlage, deren Funktionsweise noch kein Ingenieur auf der Erde durchschaut, gelingt es einem religiösen Fanatiker, sich unbemerkt unter die Techniker zu mischen. Als ihn Ellie auf einem Monitor erkennt und Drumlin warnt, ist es zu spät: Der Attentäter zündet eine Bombe. Die Maschine wird zerstört, und alle Personen, die sich in ihr befinden, kommen bei der Explosion ums Leben.

Kurze Zeit später nimmt S. R. Hadden wieder Kontakt mit Ellie auf und verrät ihr, dass er auf der japanischen Insel Hokkaido heimlich eine zweite Maschine bauen ließ: "Warum eine bauen, wenn man zum doppelten Preis zwei haben kann?!" Auf diese Weise erhält Ellie doch noch die Gelegenheit, die Wega-Mission selbst durchzuführen.

Mutig setzt sie sich in die hermetisch verschlossene Kugel, mit der sie ins All katapultiert werden soll. Als die Techniker die Anlage hochfahren, nehmen die Vibrationen immer stärker zu, bis Ellie den Eindruck hat, dass die Materie der Kapsel durchsichtig wird. Plötzlich rast sie durch einen schlauchförmigen Tunnel und landet nach kurzer Zeit an einem Strand auf einem Planeten der Wega, wo ihr ein außerirdisches Wesen in der Gestalt ihres Vaters entgegentritt. Ohne nähere Erklärungen schickt der Alien sie nach kurzer Zeit zur Erde zurück.

Ellie nimmt an, dass die gesamte Reise zur 27 Lichtjahre entfernten Wega und zurück achtzehn Stunden dauerte und durch die Öffnung einer Einstein-Rosen-Brücke, eines so genannten Wurmlochs, ermöglicht wurde. Auch ihre Kamera lief achtzehn Stunden lang; die Aufzeichnungen sind allerdings unbrauchbar. Die zahlreichen Beobachter auf der Erde haben gesehen, wie die Kapsel einfach nur innerhalb des Bruchteils einer Sekunde durch die rotierenden drei Ringe der Anlage ins Wasser fiel. Man bezweifelt deshalb Ellies Schilderungen und hält sie für Einbildungen. Michael Kitz (James Woods), der Leiter einer entsprechenden Untersuchungskommission der US-Regierung, mutmaßt, dass sie auf einen gewaltigen Betrug des soeben gestorbenen Milliardärs S. R. Hadden hereinfiel. Der todkranke Exzentriker habe ihr die vermeintlich von der Wega stammenden Signale von einem Satelliten aus zugespielt und die Wega-Mission inszeniert, um in die Geschichtsbücher einzugehen.

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Filmkritik:

Der Film "Contact" von Robert Zemeckis basiert auf dem gleichnamigen Science-Fiction-Roman des amerikanischen Astronomen, Exobiologen, Fernsehmoderators und Schriftstellers Carl Sagan (1934 – 1996), der 1959 über die Möglichkeit außerirdischen Lebens promoviert hatte. Von ihm stammte auch die Idee, Raumsonden, die unser Sonnensystem verlassen, friedliche Botschaften mitzugeben, die von intelligenten Außerirdischen verstanden werden können. Dementsprechend befinden sich an Bord der am 2. März 1972, 2. August bzw. 1. September 1977 gestarteten Raumsonden "Pionier 10", "Voyager 1" und "Voyager 2" entsprechende Metallplatten mit Gravuren, Ton- und Bildaufzeichnungen. Der 1985 veröffentlichte Roman "Contact" von Carl Sagan wurde im Jahr darauf auch ins Deutsche übersetzt (Carl Sagan: Contact, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München 1986).

Während die meisten Filme über Außerirdische mit der Angst vor dem Unbekannten spielen und die Aliens als bedrohlich darstellen, geht es in "Contact" um eine den Menschen weit überlegene extraterrestrische Intelligenz, Bücher von Dieter Wunderlich die friedliche Absichten verfolgt und in mancher Hinsicht wie Gott wirkt. Robert Zemeckis setzt in "Contact" auch nicht auf Action, sondern er stellt die Frage, wie die Menschheit auf die Möglichkeit außerirdischen Lebens reagiert. Neben idealistischen Wissenschaftlern beobachten wir skrupellose Karrieristen, gläubige Christen, religiöse Fanatiker, misstrauische Generäle, taktierende Politiker und egomanische Spinner. Zentrales Thema von "Contact" ist der Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion, und die Handlung kulminiert in der Erfahrung der agnostischen Astronomin Ellie Arroway, dass sie ihr sensationelles Erlebnis nicht beweisen kann und es nur durch Glauben zu einem Teil der Wirklichkeit wird.

Um dem Film Authentizität zu verleihen, treten die bekannten amerikanischen Moderatoren Larry King und Jay Leno auf. Außerdem baute Robert Zemeckis Archivaufnahmen des US-Präsidenten Bill Clinton ein.

Einige der Aufnahmen und Kamerafahrten sind außergewöhnlich, aber besonders im zweiten Teil, wenn die Anlage nach den extraterrestrischen Plänen gebaut und erprobt wird, gibt es auch weniger überzeugende Bilder, und die Handlung ist nicht durchgängig plausibel.

Inhaltsangabe

Weitere Bücher von Carl Sagan:

  • Unser Kosmos. Eine Reise durch das Weltall
  • ... und werdet sein wie Götter. Das Wunder der menschlichen Intelligenz
  • Der Drache in meiner Garage. Oder die Kunst der Wissenschaft, Unsinn zu entlarven
  • Blauer Punkt im All. Unsere Heimat Universum
  • Gott und der tropfende Wasserhahn

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007

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