Wong Kar-wai: In the Mood for Love. Der Klang der Liebe
mit Maggie Cheung, Tony Leung Chiu-wai u. a.
      Kritik:
Für "In the Mood for Love. Der Klang der Liebe" wählte Wong Kar-wai eine extrem langsam fließende, sehr poetische und subtile Erzählweise. Die Handlung wird nicht von Dialogen, sondern von Blicken und kleinen Gesten getragen. Filmkritik
 

In the Mood for Love

 
  Inhalt:
Hongkong 1962. Die Sekretärin Su Li-zhen und der Zeitungsredakteur Chow Mo-wan werden Nachbarn. Sie sind zwar beide verheiratet, doch der Mann der Sekretärin ist ständig auf Geschäftsreisen, und die Frau des Journalisten arbeitet nachts. Weil es keinen Spaß macht, allein zu kochen, holen sie abends ihr Essen aus der nahen Suppenküche. Dabei begegnen sie sich immer wieder auf der engen Treppe ... Handlung, Inhaltsangabe

In the Mood for Love. Der Klang der Liebe – Originaltitel: In the Mood for Love – Regie: Wong Kar-wai – Drehbuch: Wong Kar-wai – Kamera: Christopher Doyle, Mark Lee Ping-bin – Schnitt: William Chang – Musik: Shigeru Umebayashi, Michael Galasso – Darsteller: Maggie Cheung, Tony Leung Chiu-wai, Ping Lam Siu, Rebecca Pan, Paulyn Sun, Kelly Lai Chen, Man-Lei Chan, Tsi-Ang Chin u.a. – 2000; 95 Minuten

   


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Wong Kar-wai:
In the Mood for Love. Der Klang der Liebe

Inhaltsangabe:

Zufällig ziehen die Sekretärin Su Li-zhen (Maggie Cheung) und der Zeitungsredakteur Chow Mo-wan (Tony Leung Chiu-wai) an ein und demselben Tag des Jahres 1962 als Untermieter in eine Wohnung in Hongkong. Sie stammen beide aus Shanghai, und das Mietshaus liegt im Ghetto der Flüchtlinge aus Shanghai. Beide sind zwar verheiratet, aber Frau Chans – so die korrekte Anrede – Mann ist ständig auf Geschäftsreisen, und Herrn Chows Frau arbeitet nachts. Weil es keinen Spaß macht, allein zu kochen, holen Li-zhen und Mo-wan abends ihr Essen aus der nahen Suppenküche. Dabei begegnen sie sich immer wieder auf der engen Treppe.

Sie gehen zusammen essen – und stellen schließlich anhand einer Krawatte und einer Damenhandtasche fest, dass sie von ihren Ehepartnern betrogen werden. Unter dem Vorwand, gemeinsam Martial Arts Geschichten zu schreiben, verbringen Li-zhen und Mo-wan immer mehr Zeit gemeinsam, und weil sie sich Sorgen vor dem Gerede der neugierigen Nachbarn machen, treffen sie sich in einem Hotelzimmer mit der Nummer 2046.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Sie loten die Möglichkeit einer Liebesbeziehung aus, schwanken jedoch zwischen Mutlosigkeit und Hoffnung, Liebe und Schuldgefühlen, Nähe und Distanz. Auf keinen Fall wollen sie so werden wie ihre Ehepartner. Als sie begreifen, dass ihre Liebe keine Zukunft hat, rät Mo-wan Li-zhen, ihren Ehemann nicht zu verlassen und reist deprimiert für einige Jahre nach Singapur, um sie zu vergessen.

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Filmkritik:

"In the Mood for Love. Der Klang der Liebe" ist ein melancholischer Film über zwei einsame Menschen, Liebe und Sehnsucht. Ganz anders als in den mit Handkamera gedrehten und hektisch geschnittenen Großstadtballaden "Chungking Express" und "Fallen Angels" setzt Wong Kar-wai in "In the Mood for Love. Der Klang der Liebe" Bücher von Dieter Wunderlich auf eine extrem langsam fließende, sehr poetische und subtile Erzählweise. Die Handlung wird nicht von Dialogen, sondern von Blicken und kleinen Gesten getragen. Immer wieder begegnen sich Su Li-zhen und Chow Mo-wan an denselben Orten, etwa auf der Treppe der Suppenküche, aber ihr Verhalten ändert sich von Mal zu Mal ein wenig. Maggie Cheung und Tony Leung verkörpern diese beiden verletzlichen, innerlich zerrissenen und traurigen Figuren sehr sensibel und nuanciert. Eigentlich geht es in der Geschichte auch um die Ehepartner, doch die sehen wir kein einziges Mal.

Wohl nicht zufällig heißt die weibliche Hauptfigur Su Li-zhen wie die in einem früheren Film von Wong Kar-wai ("Days of Being Wild", 1990), aber "In the Mood for Love. Der Klang der Liebe" ist kein Sequel. Allerdings gibt es eine Fortsetzung zu "In the Mood for Love. Der Klang der Liebe": "2046".

Weil die chinesischen Behörden die Dreharbeiten ohne die Prüfung eines Drehbuches nicht genehmigen wollten, Wong Kar-wai jedoch keines hatte, wich er nach Macau aus. In fünfzehn Monate langer Arbeit entstanden zehn Stunden Filmmaterial, aus dem am Schneidetisch der endgültige Film geschaffen wurde.

Weil nur ein Fünftel des Filmmaterials übrig blieb, sind auch nicht alle sechsundvierzig Kleider zu sehen, die für Maggie Cheung geschneidert worden waren. Sie trägt in fast jeder Szene ein anderes enges, hochgeschlossenes Kleid mit hohem Kragen.

Inhaltsangabe

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007

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Wong Kar-wai: Chungking Express
Wong Kar-wai: Fallen Angels
Wong Kar-wai: 2046
Wong Kar-wai: My Blueberry Nights
Wong Kar-wai: The Grandmaster



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