Steven Spielberg: Duell
mit Dennis Weaver u. a.
      Kritik:
"Duell" ist eine originelle Mischung aus Roadmovie und Psychothriller. Trotz minimalen Aufwands steigert Steven Spielberg die Spannung mit überraschenden Wendungen 1½ Stunden lang. Eindrucksvoll ist auch die Kameraführung. Kritik, Filmkritik, Rezension, Filmbesprechung
 

Duell

 
  Inhalt:
David Mann ist mit seinem Wagen zu einer geschäftlichen Besprechung unterwegs. Nachdem er auf dem Highway einen Tanklastzug überholt hat, beschleunigt dieser, zieht an ihm vorbei und bremst ihn anschließend aus. Endlich signalisiert der Trucker mit Handzeichen, dass die Gegenfahrbahn frei sei, aber als David ausschert, kommt ihm ein Fahrzeug entgegen und er kann gerade noch eine Kollision vermeiden. Es ist der Beginn eines Duells auf Leben und Tod ... Handlung, Inhalt, Inhaltsangabe, Zusammenfassung




Duell – Originaltitel: Duel – Regie: Steven Spielberg – Drehbuch: Richard Matheson, nach seiner Kurzgeschichte "Duell" – Kamera: Jack A. Marta – Schnitt: Frank Morriss – Musik: Billy Goldenberg – Darsteller: Dennis Weaver, Eddie Firestone, Gene Dynarski, Tim Herbert, Charles Seel, Alexander Lockwood, Amy Douglass, Shirley O'Hara, Lucille Benson u.a. – 1971; 90 Minuten

   


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Steven Spielberg: Duell

Inhaltsangabe:

Nach einem Geschäftstermin verlässt David Mann (Dennis Weaver) Los Angeles in seinem roten Wagen. Der Mitvierziger ist unterwegs zu einer weiteren Besprechung irgendwo in Kalifornien. Anschließend will er zu seiner Frau nach Hause. Im Autoradio läuft eine Sendung über die aktuelle Volkszählung. Ein Arbeitsloser ruft an und fragt, wen er als Haushaltsvorstand angeben solle. Das sei eigentlich seine Frau, aber das könne er doch nicht in den Fragebogen schreiben.

Auf einem wenig befahrenen Highway gerät David hinter einen schweren Tanklastzug. Aus dem Auspuff qualmt es. Am Heck steht die Warnung "Flammable". Zuerst bleibt David hinter dem Koloss, aber schließlich verliert er die Geduld und überholt. Ein paar Minuten später zieht der Truck an ihm vorbei, aber dann geht der LKW-Fahrer (Cary Loftin) vom Gas, und David muss ebenfalls das Tempo verringern. Er wird nervös, denn er droht zu spät zu seinem Termin zu kommen. Endlich signalisiert ihm der LKW-Fahrer mit Handzeichen dass die Gegenfahrbahn frei sei. Aber als David zum Überholen ausschert, kommt ihm ein Fahrzeug entgegen und er kann die drohende Kollision gerade noch vermeiden.

David begreift nicht, was der Trucker bezweckt. In sein Unverständnis mischen sich Angst und Verärgerung.

Während sich David an einer Tankstelle bedienen lässt und mit seiner Frau telefoniert, die ihn kaum zu Wort kommen lässt, hält auch der Tankwagen. Ungeduldig auf den Tankwart (Tim Herbert) wartend, hupt der Fahrer. Das Gesicht des Mannes bekommt David auch jetzt nicht zu sehen.

Er fährt weiter. Schon bald taucht der Sattelschlepper wieder hinter ihm auf und bedrängt ihn. Beim Versuch, ihn abzuhängen, droht David mehrmals die Kontrolle über seinen Wagen zu verlieren. In seiner Not fährt er auf einen Rastplatz, wo er in einen Zaun schleudert und durch eine Vollbremsung zum Stehen kommt. Ein Greis fragt ihn, ob er in Ordnung sei. David erklärt ihm, ein Trucker habe versucht, ihn umzubringen. Da nimmt der alte Mann an, David sei durch den Aufprall am Zaun verwirrt.

Verschwitzt und zittrig geht David in den Diner auf der anderen Straßenseite. Nachdem er sich das Gesicht in der Toilette gekühlt hat, bestellt er bei der Kellnerin (Shirley O'Hara) ein Käsesandwich, zwei Gläser Wasser und ein Aspirin. Plötzlich sieht er durchs Fenster, dass der Tanklastzug auf dem Parkplatz steht. Offenbar befindet sich der Trucker unter den Gästen. Aber wer ist es? David spricht einen der Männer an und fordert ihn auf, mit dem lebensgefährlichen Spiel aufzuhören. Der Angesprochene (Gene Dynarski) weiß nicht, was er meint, und als David handgreiflich wird, schlägt er ihn nieder. Der Wirt (Eddie Firestone) wirft den Fremden hinaus. Der steigt schimpfend in seinen Pick-up und fährt weg.

Unvermittelt setzt auch der Tanklastzug sich in Bewegung, ohne dass David gesehen hat, wer der Fahrer ist. Er wartet noch eine Weile, bis er seine Fahrt ebenfalls fortsetzt.

Der Fahrer (Lou Frizzell) eines liegen gebliebenen Schulbusses hält ihn an. David soll versuchen, den Bus mit seinem PKW anzuschieben. Dabei verhaken sich die Stoßstangen. Plötzlich taucht aus der Gegenrichtung der Tanklastzug auf und bleibt im nahen Tunnel stehen. Aufgeregt warnt David den Busfahrer und die Kinder vor dem gefährlichen Trucker. Sie hören nicht auf ihn. Der Lastwagen setzt sich in Bewegung. David springt in seinen Wagen und rast davon. Der Truck dreht ruhig um, setzt sich hinter den Schulbus und schiebt ihn an.

Während David an einem Bahnübergang steht und ein langer Güterzug vorbeidonnert, holt ihn der Tanklastzug ein und versucht, ihn gegen die Waggons zu schieben. Obwohl David verzweifelt auf die Bremse drückt, rutscht er Stück für Stück aufs Gleis zu. Endlich ist die Straße wieder frei. Gleich hinter dem Bahnübergang bleibt David auf einem Feldweg stehen.

Der Sattelschlepper fährt weiter.

An einer Tankstelle mit einer Telefonzelle ruft David die Polizei an. Aber bevor er erklären kann, wo er sich befindet, kommt der Truck aus der Gegenrichtung angerast. David springt ins Freie. Die Telefonzelle wird niedergewalzt. Mehrmals umkurvt der Lastwagen die Tankstelle und zerstört dabei die von der Besitzerin (Lucille Benson) als Besucherattraktion im Freien aufgestellten Terrarien mit Echsen und Klapperschlangen.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Nachdem der Truck weitergefahren ist, legt David eine stundenlange Pause ein. Erst als er überzeugt ist, dass keine Gefahr mehr droht, setzt er die Reise fort – bis er den auf dem Seitenstreifen wartenden Tanklastzug erblickt.

Das Duell geht weiter. An einer Steigung hängt David den Truck ab. Aber dann platzt sein Kühlerschlauch, und dem überhitzten Motor geht die Kraft aus. Der Lastwagen holt auf. Sobald es wieder bergab geht, lässt David sein Auto im Leerlauf rollen und wird immer schneller. Mit einem halsbrecherischen Lenkmanöver bringt er das Fahrzeug in einer Serpentine zum Stehen, würgt dabei aber den Motor ab. Der Tanklastzug nähert sich und droht ihn an einer Felswand zu zerquetschen. Im letzten Augenblick springt der Motor wieder an, und David entkommt.

Aber er weiß, dass er den Tanklastzug nicht abschütteln kann. In seiner Not wirft er seinen Aktenkoffer aufs Gaspedal und springt aus dem fahrenden Wagen. Der Truck rammt die Limousine. In den aufgewirbelten Staubschwaden übersieht der Trucker den nahen Abgrund: PKW und LKW stürzen in die Tiefe.

Einige Zeit beobachtet David die Wracks. Als er sicher ist, dass der Trucker nirgendwo herauskriecht, hüpft er vor Freude herum. Dann setzt er sich verstört an die Abbruchkante.

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Filmkritik:

"Duell" ist eine originelle Mischung aus Roadmovie und Psychothriller von Steven Spielberg.

Ein Durchschnittsamerikaner gerät auf dem Highway in einen Albtraum: Er wird bedroht und entwickelt sich unter Todesangst vom gutmütigen Mitmenschen zum entschlossenen Kämpfer. Die Gefahr geht von einem schmutzigen Tanklastzug aus, der eine leicht brennbare Flüssigkeit geladen hat und schwarzen Qualm ausstößt. Den mörderischen Fahrer sehen weder der Protagonist noch die Zuschauer, die übrigens auch sonst gegenüber der Hauptfigur keinen Wissensvorsprung gewinnen. In der konkreten Situation veranschaulicht Steven Spielberg die existenzielle Bedrohung des Menschen durch eine ungreifbare Macht.

Mit überraschenden Wendungen wird die Spannung eineinhalb Stunden lang gesteigert. Eindrucksvoll sind vor allem die ungewöhnlichen Kameraperspektiven und -fahrten. Eher störend wirken einige der Selbstgespräche, die David Mann in seinem Auto führt.

Der Plot basiert auf der im "Playboy" veröffentlichten Kurzgeschichte "Duell" von Richard Matheson, der auch das Drehbuch schrieb.

Mit minimalen Mitteln (das Budget soll gerade einmal 450 000 Dollar betragen haben) drehte Steven Spielberg in zwölf Tagen in Kalifornien einen Fernsehfilm, der am 13. November 1971 als "Movie of the Week" erstmals vom Sender ABC Bücher von Dieter Wunderlich ausgestrahlt wurde. Wegen der großen Zuschauerzahl erhielt Steven Spielberg den Auftrag, die 74 Minuten lange Fernsehfassung von "Duell" zu einem 90 Minuten langen Kinofilm auszubauen. Zu diesem Zweck drehte er beispielsweise die Szenen nach, in denen David Mann mit seiner Frau telefoniert, einem Busfahrer zu helfen versucht und während der Durchfahrt eines Zuges mit seinem Wagen beinahe aufs Gleis geschoben wird.

Während der Fernsehfilm mit einem einzigen Tanklastzug gedreht worden war, standen für die zusätzlichen Aufnahmen zwei weitere Trucks zur Verfügung.

Bei den Fahrzeugen handelt es sich um einen roten Plymouth Valiant Custom aus dem Jahr 1970 und einen 1956 gebauten Langhauber Peterbilt Conventional 281.

Für die Vorführung in deutschen Kinos wurde "Duell" in Mono synchronisiert. Erst für die DVD entstand eine Stereo-Vertonung.

Inhaltsangabe

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2011

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