Barry Levinson: Rain Man
mit Dustin Hoffman, Tom Cruise u.a.
     
Kritik:
Es ist ein Erlebnis, den Film "Rain Man" zu sehen, allein schon wegen der Glanzleistung Dustin Hoffmans in der Rolle des Autisten. Filmkritik

 

Rain Man

 
  Inhalt:
Erst nach dem Tod seines verwitweten Vaters erfährt der Yuppie Charlie Babbit, dass er einen älteren Bruder hat. Dieser in einer Klinik für geistig Behinderte lebende Autist erbt das gesamte Vermögen: drei Millionen Dollar. Um doch noch an das Geld zu kommen, mit dem er sein kriselndes Autohaus retten könnte, entführt Charlie seinen Bruder Raymond ... Inhaltsangabe, Handlung


Rain Man - Originaltitel: Rain Man - Regie: Barry Levinson - Drehbuch: Barry Morrow und Ronald Bass, nach einer Erzählung von Barry Morrow - Kamera: John Seale - Schnitt: Stu Linder - Musik: Hans Zimmer - Darsteller: Dustin Hoffman, Tom Cruise, Valeria Golino, Jack Murdoc, Jerry Molen, Michael D. Roberts, Ralph Seymour, Bonnie Hunt u.a. - 1988; 125 Minuten
   


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Barry Levinson: Rain Man

Inhaltsangabe:

Als er vom Tod seines verwitweten Vaters Sanford erfährt, reist der egoistische Autohändler Charlie Babbit (Tom Cruise) mit seiner Freundin Susanna (Valeria Golino) zur Beerdigung nach Cincinnati/Ohio. Charlie und sein Vater hatten sich vor zehn Jahren überworfen und seither keinen Kontakt mehr gehabt. Damals war der 16-jährige Charlie verbotenerweise mit dem Oldtimer-Cabriolet seines Vaters gefahren. Der hatte daraufhin einen Diebstahl des Fahrzeugs angezeigt und Charlie nach dessen Festnahme zwei Tage lang nicht aus dem Polizei-Gewahrsam abgeholt.

Bei der Testamentseröffnung erfährt Charlie, dass Sanford Babbit sein auf drei Millionen Dollar geschätztes Vermögen nicht ihm, sondern einer anderen Person vermachte. Er findet heraus, dass der Erbe in der Wallbrook-Klinik für geistig Bücher von Dieter Wunderlich Behinderte lebt. Obwohl Dr. Bruner (Gerald R. Molen), der Leiter der Einrichtung, Charlie zunächst den Namen des Begünstigten nicht verraten möchte, erfährt Charlie, dass dieser Raymond Babbit (Dustin Hoffman) heißt und sein älterer Bruder ist. Charlie wundert sich, denn bis zu diesem Zeitpunkt hielt er sich für ein Einzelkind. Raymond ist Autist. Er kann andere Menschen weder einschätzen, noch Beziehungen zu ihnen aufbauen. Selbst die kleinste Abweichung von gewohnten Routinen bringt ihn völlig durcheinander. Dr. Bruner, der mit Sanford Babbit befreundet war, soll das Vermögen treuhänderisch verwalten.

Um doch noch an das Geld zu kommen, das er dringend für seinen Betrieb benötigt, entführt Charlie seinen Bruder aus dem Heim und will ihn mit nach Los Angeles nehmen. Er beabsichtigt, Dr. Bruner unter Druck zu setzen und die Vormundschaft für Raymond zu beantragen. Weil Raymond unter keinen Umständen bereit ist, in ein Flugzeug zu steigen, bleibt Charlie nichts anderes übrig, als das Auto zu benutzen. Susanna empört sich darüber, dass Charlie sich nur wegen des Vermögens für seinen Bruder interessiert und kommt zu der Auffassung, dass er auch sie für seine Zwecke eingesetzt habe. Sie verlässt ihn.

Auf der langen Autofahrt von Cincinnati nach Los Angeles merkt Charlie, dass Raymond zwar kaum vernünftig mit seiner Umwelt kommunizieren kann und mitten auf der Straße stehenbleibt, wenn die Ampel auf "Don't Walk" springt, aber ein kauzig-sensibler Mensch ist und beispielsweise über ein außergewöhnliches Zahlengedächtnis verfügt. Raymond ist ein Savant. Als er nach Lesestoff fragt, legt Charlie ihm ein Telefonbuch hin. Am nächsten Tag kann Raymond alle Einträge bis William Marshall Gotzecker auswendig aufsagen. Und als versehentlich eine Schachtel Streichhölzer auf den Boden fällt, genügt Raymond ein Blick, um zu wissen, dass es 246 Streichhölzer sind.

Heißes Badewasser löst bei Raymond eine Panikattacke aus. Charlie beruhigt seinen Bruder und schließt aus dessen unzusammenhängenden Äußerungen, dass der Rain Man, der für ihn gesungen hatte, als er noch ein Kind gewesen war, keine Fantasiefigur war, wie er inzwischen annahm, sondern sein älterer Bruder. Im Alter von 20 Jahren brachte man Raymond ins Heim, weil befürchtet wurde, er könne Charlie aufgrund seiner fehlenden Empathie etwas Schlimmes antun.

Zunächst versucht Charlie noch, sein kriselndes Autohaus durch telefonische Absprachen zu retten, aber schließlich sieht er ein, dass dies nicht funktionieren wird.

In Las Vegas nutzt Charlie die besonderen Fähigkeiten seines Bruders, um beim Black Jack viel Geld zu machen, bis ihn der Sicherheitschef betrügerischer Methoden bezichtigt und ihm ein Hausverbot erteilt.

Überraschend kehrt Susanna zu Charlie zurück. Sie mag Raymond von Anfang an, und er wird von ihr zum ersten Mal in seinem Leben geküsst.

Charlie telefoniert mit Dr. Brunner, der ihm schließlich eine Viertelmillion Dollar aus Raymonds Erbe anbietet, wenn er seinen Bruder nach Wallbrook zurückbringt und ihn dort nicht weiter behelligt. Das lehnt Charlie ab, aber er ist mit einer psychologischen Untersuchung einverstanden, die darüber entscheiden soll, ob Raymond auf ein Heim angewiesen ist oder nicht.

Bei der Befragung durch den Gutachter (Barry Levinson) zeigt sich, dass Raymond sowohl bei Charlie bleiben als auch nach Wallbrook zurück möchte und sich zwischen den Alternativen nicht entscheiden kann.

In der gemeinsam verbrachten Woche haben sich die Brüder aneinander gewöhnt, und der bisher nur auf seinen Vorteil bedachte Geschäftsmann Charlie hat sich zu einem nachdenklichen und verantwortungsbewussten Mann entwickelt. Als Charlie einen Scherz macht, legt ihm der Autist, der sonst jeden Körperkontakt vermeidet, lachend den Kopf an die Schulter.

Dr. Bruner bringt Raymond zwar zurück nach Wallbrook, aber Charlie wird seinen Bruder dort regelmäßig besuchen.

Filmkritik:

Charlie ist kaum weniger selbstbezogen als sein Bruder, aber durch die Konfrontation mit Raymond ändert er sich.

Es ist ein Erlebnis, das märchenhafte Road-Movie "Rain Man" zu sehen, allein schon wegen der Glanzleistung Dustin Hoffmans in der Rolle des Autisten. Ein Jahr lang soll er sich auf diese Rolle vorbereitet haben. Er wurde dafür mit einem "Oscar" ausgezeichnet. Für den Film gab es insgesamt vier "Oscars" (Film, Drehbuch, Regie, Hauptdarsteller), zwei "Golden Globes" und einen "Goldenen Bären". Für einen "Oscar" nominiert hatte man "Rain Man" in acht Kategorien.

Vorbild für die Figur Raymond Babbit war der amerikanische Savant Kim Peek (*1951). Als Berater war der Neurologe Oliver Sacks an "Rain Man" beteiligt.

Die während des Vorspanns zu hörende Musik taucht später auch in "Mission: Impossible 2" auf. Sie stammt von Hans Zimmer, der für beide Filme die Musik schrieb.

Raymond behauptet einmal, bei Qantas Airways habe es noch nie einen Absturz gegeben. Das ist allerdings nicht wahr: Am 16. Juli 1951 stürzte eine Maschine der australischen Fluggesellschaft ab, und dabei kamen sieben Menschen ums Leben.

Inhaltsangabe

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002 / 2014

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