John Lasseter: Toy Story
(Animationsfilm)
      Kritik:
Mit "Toy Story", dem ersten komplett am Computer generierten Kinofilm, plädiert John Lasseter für ein solidarisches Miteinander. Die einfallsreiche Geschichte entwickelt sich rasant, und Action-Szenen verleihen ihr zusätzlichen Drive. Kritik, Filmkritik, Rezension, Filmbesprechung
 

Toy Story

 
  Inhalt:
Als Andy zum Geburtstag einen Space-Ranger Buzz Lightyear geschenkt bekommt, findet er diese neue Puppe interessanter als den Cowboy Woody, mit dem er bisher am liebsten spielte. Woody fürchtet deshalb um seine Stellung als Anführer von Andys Spielsachen und versucht, seinen Rivalen zu beseitigen. Die anderen Figuren grenzen Woody nach dem misslungenen Versuch aus. Ebenso wie Buzz gerät er in die Hand des bösen Nachbarjungen Sid  ... Handlung, Inhalt, Inhaltsangabe, Zusammenfassung





Toy Story – Originaltitel: Toy Story – Regie: John Lasseter – Drehbuch: Joss Whedon, Andrew Stanton, Joel Cohen, Alec Sokolow – Schnitt: Robert Gordon, Lee Unkrich – Musik: Randy Newman – 1995; 80 Minuten

   


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John Lasseter: Toy Story

Inhaltsangabe:

Eine Woche, bevor seine Mutter mit ihm umzieht, feiert Andy seinen Geburtstag und bekommt einen Space-Ranger Buzz Lightyear als Spielzeug geschenkt. Bisher spielte er am liebsten mit dem Cowboy Woody, aber nun bevorzugt er die neue Puppe.

Während die Figur überzeugt ist, der echte Buzz Lightyear zu sein, weist Woody immer wieder darauf hin, dass es sich bei dem Space-Ranger nur um eine harmlose Nachbildung handele. Er fürchtet nämlich um seine Stellung als Anführer von Andys Spielsachen. Schließlich versucht Woody, den Rivalen zu beseitigen. Der wird dabei aus dem Fenster geschleudert und landet ins Gebüsch vor dem Haus, wo bereits ein Verkaufsschild der Maklerfirma "Virtual Realty" aufgestellt ist.

Kurz darauf darf Andy mit seiner Mutter in die Erlebnis-Pizzeria "Planet" fahren. Weil er Buzz Lightyear nicht finden kann, nimmt er Woody mit. Buzz gelingt es allerdings im letzten Augenblick, sich noch an die Stoßstange des Autos zu klammern. Während eines Halts an einer Tankstelle raufen Woody und Buzz miteinander und bleiben deshalb zurück, als das Auto weiterfährt. Mit einem Pizza-Boten gelangen sie dann doch noch unbemerkt zur Pizzeria "Planet".

Dort werden sie ebenso wie ein Alien von dem bösen Nachbarjungen Sid aus einem Spielautomaten gezogen und mitgenommen. Zu Hause lässt Sid den Außerirdischen vom Hund der Familie zerfetzen und wirft die beiden anderen Figuren zu seinen bereits vorhandenen Spielsachen.

Durch einen Werbespot für das Spielzeug Buzz Lightyear begreift Buzz, dass Woody Recht hat und er kein echter Space-Ranger ist, sondern nur eine Puppe. Trotzdem versucht er, aus einem offenen Fenster zu fliegen. Dabei stürzt er ab und reißt sich einen Arm aus.

Woody ruft aus dem Fenster zu den Spielzeugfiguren in Andys Kinderzimer hinüber. Aber die anderen halten den Cowboy für Buzz' Mörder. Er will Buzz ans Fenster holen, Bücher von Dieter Wunderlich um zu beweisen, dass sein Rivale lebt. Buzz ist jedoch in eine Depression verfallen und weigert sich, vom Boden aufzustehen. In seiner Not täuscht Woody mit dem abgetrennten Arm vor, dass Buzz aus dem Fenster winke. Es dauert allerdings nicht lang, bis die anderen den Trick durchschauen, ihre Meinung über Woody bestätigt finden und die bereits von Fenster zu Fenster geworfene Lichterkette entfernen, um Woody an der Flucht aus Sids Zimmer zu hindern.

Buzz wird von Sids Spielzeugfiguren repariert. Der Junge, der davon nichts mitbekommen hat, fesselt den Space-Ranger an eine Rakete. Bevor er sie zünden kann, bricht ein Gewitter los, und Sid verschiebt den Raketenstart auf den nächsten Morgen.

Mit Buzz' Hilfe gelingt es Woody, zu entkommen. Der nutzt die Chance, Sids andere Spielsachen für eine gemeinsame Rettungsaktion zu gewinnen. Als Sid die Rakete mit dem Space-Ranger in den Garten bringt, um beides in die Luft zu jagen, erschrecken ihn Woody und die anderen Spielzeugfiguren so, dass er von seinem Vorhaben ablässt.

In dem Augenblick, in dem Buzz und Woody das Nachbarhaus erreichen, fahren Andy und seine Mutter im PKW los. Andys übriges Spielzeug befindet sich in einem Umzugwagen, der dem Privatauto folgt. Woody schafft es gerade noch, auf die Ladefläche zu kommen, wird jedoch von den anderen Figuren hinausgeworfen. Daraufhin versuchen Buzz und Woody, den Umzugwagen mit einem Spielzeugauto einzuholen. Als ihnen das zunächst nicht gelingt, zündet Woody die Rakete. Auf diese Weise fliegen sie beide durch das Schiebedach in den PKW, wo Andy die beiden vermissten Spielzeuge kurz darauf in einem offenen Umzugskarton findet. Der Junge freut sich darüber.

Buzz und Woody sind inzwischen Freunde geworden.

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Filmkritik:

In dem modernen Märchen "Toy Story" raufen sich zwei Konkurrenten zusammen und werden Freunde. John Lasseter plädiert mit der einfallsreichen Abenteuer­geschichte für gegenseitigen Respekt und ein solidarisches Miteinander. Die Geschichte entwickelt sich rasant, und Action-Szenen verleihen ihr zusätzlichen Drive.

"Toy Story" ist der erste abendfüllende Kinofilm, der komplett am Computer generiert wurde, und zwar von den Pixar Animation Studios. 27 Animatoren waren damit beschäftigt. Sie arbeiteten mit 117 Workstations (Sun SPARCstation 20). Die Berechnung eines der 114 240 Einzelbilder dauerte je nach Komplexität zwischen 45 Minuten und 30 Stunden. Für die Speicherung des fertigen Film war ein halbes Terabyte Speicherplatz erforderlich. Das drohte die damaligen Möglichkeiten zu sprengen.

Synchronstimmen in "Toy Story":
Tom Hanks / Peer Augustinski (Woody), Tim Allen / Walter von Hauff (Buzz Lightyear), Don Rickles / Hartmut Neugebauer (Mr Potato Head / Charlie Naseweis), Jim Varney / Peter Thom (Slinky), Wallace Shawn / Ernst Wilhelm Lenik (Rex), Annie Potts / Alexandra Mink (Porzellinchen), John Morris / Oliver Cresswell (Andy), Erik von Detten / Dimitri Guldner (Sid), Laurie Metcalf / Maria Böhme (Mrs Davis / Andys Mutter) u. a.

Pierre Peters-Arnolds verfasste das Dialogbuch für die deutsche Synchronisation und führte dabei auch Regie. Die Filmsongs wurden in deutscher Sprache mit Klaus Lage neu aufgenommen.

Der Teppichboden im Flur vor Sids Zimmer ist wie der im Overlook Hotel in "Shining" gemustert. In Andys Bücherregal sind Titel von anderen Filmen zu sehen, in denen John Lasseter Regie führte: "Die Abenteuer von André und Wally B." (1984), "Reds Traum" (1987), "Tin Toy" (1988), "Knick Knack" (1989).

"Toy Story" wurde 1996 mit einem "Sonderoscar" ausgezeichnet. Für einen "Oscar" nominiert hatte man den Animationsfilm in den Kategorien Bestes Originaldrehbuch, Beste Filmmusik und Bester Song.

2005 wurde "Toy Story" ins National Film Registry der USA aufgenommen, und das American Film Institute setzte "Toy Story" 2007 auf die Liste der 100 besten US-amerikanischen Filme.

Am 2. Oktober 2009 kam für einige Wochen eine 3D-Version von "Toy Story" in die Kinos.

Aufgrund des Erfolgs gibt es Sequels zu "Toy Story":

Toy Story 2: Während Andy sich in einem Ferienlager aufhält, wird Woody von einem Spielzeughändler geraubt, und das begehrte Sammlerstück soll nach Japan exportiert werden. Einige von Andys Spielzeugen, darunter Buzz, versuchen es zu verhindern.

Toy Story 2 – Originaltitel: Toy Story 2 – Regie: John Lasseter – Drehbuch: Rita Hsiao, Andrew Stanton, Doug Chamberlain, Chris Webb – Schnitt: Edie Bleiman, David Ian Salter, Lee Unkrich – Musik: Randy Newman – 1999; 90 Minuten

Toy Story 3: Bevor Andy aufs College geht, will er sein Spielzeug auf den Dachboden bringen, lässt aber den Beutel liegen, und seine Mutter stellt den vermeintlichen Müll auf die Straße. Mit anderen Spielsachen zusammen werden die Puppen der Kindertagesstätte "Sunnyside" gespendet, die sich als Hölle erweist.

Toy Story 3 – Originaltitel: Toy Story 3 – Regie: Lee Unkrich – Drehbuch: Michael Arndt – Schnitt: Ken Schretzmann – Musik: Randy Newman – 2010; 100 Minuten

Toy Story 4 soll im Juni 2017 ins Kino kommen.

Inhaltsangabe

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2016

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John Lasseter und Andrew Stanton: Das große Krabbeln



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