Dennis Hopper: The Hot Spot. Spiel mit dem Feuer
mit Don Johnson, Virginia Madsen, Jennifer Connelly u. a.
      Kritik:
Dennis Hopper erzählt in dem spannenden, atmosphärisch dichten Erotikthriller "The Hot Spot. Spiel mit dem Feuer" eine schwüle Geschichte um Intrigen, Sex and Crime. Für Jazz-Freunde ist der Film zugleich ein Hörerlebnis. Filmkritik
 

The Hot Spot

 
  Inhalt:
In einer texanischen Kleinstadt taucht ein Fremder auf. Er heißt Harry Madox und fängt als Verkäufer bei dem Gebrauchtwagenhändler George Harshaw an. Dessen lebenshungrige Ehefrau Dolly legt es darauf an, Harry in ihr Bett zu bekommen, und er lässt sich darauf ein, während er einen Bankraub vorbereitet. Was er nicht ahnt: Dolly möchte, dass er ihren Ehemann aus dem Weg räumt und sie aus dem öden Provinznest fortbringt ... Handlung, Inhaltsangabe

The Hot Spot. Spiel mit dem Feuer – Originaltitel: The Hot Spot – Regie: Dennis Hopper – Drehbuch: Nona Tyson und Charles Williams, nach dem Roman "Hell Hath No Fury" von Charles Williams – Kamera: Ueli Steiger – Schnitt: Wende Phifer Mate – Musik: Jack Nitzsche, Miles Davis, John Lee Hooker, Taj Mahal – Darsteller: Don Johnson, Virginia Madsen, Jennifer Connelly, Charles Martin Smith, William Sadler, Jerry Hardin, Barry Corbin, Leon Rippy, Jack Nance, Virgil Frye, John Hawke u.a. – 1990; 125 Minuten

   


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Dennis Hopper:
The Hot Spot. Spiel mit dem Feuer

Inhaltsangabe:

In einer texanischen Kleinstadt taucht ein Fremder auf, nimmt sich ein Motelzimmer und verschafft sich bei dem Gebrauchtwagenverkäufer George Harshaw (Jerry Hardin) einen Job als Verkäufer. Sein Name: Harry Madox (Don Johnson).

Während es in dem Ort brennt, geht er zur Bank und sieht sich dort um. Der Bankmanager Julian Ward (Jack Nance) steht bei den Schaulustigen, und als Harry unter dem Vorwand, ein Konto einrichten zu wollen, mit ihm spricht, erfährt er, dass alle Bankangestellten bei der Freiwilligen Feuerwehr sind.

Harshaws lebenshungrige Ehefrau Dolly (Virginia Madsen), die sich in dem Provinznest langweilt, in dem es außer einem Kino und dem Nachtklub "The Hot Spot" keine Vergnügungen gibt, legt es darauf an, den gut aussehenden Fremden in ihr Bett zu bekommen. Um die Zeit totzuschlagen, lässt Harry sich darauf ein und beginnt eine Affäre mit ihr.

In einem Gebäude gegenüber der Bank legt er mit einem Zeitzünder ein Feuer. Als er die Sirenen der Feuerwehr hört, sagt er seinem Kollegen Lon Gulick (Charles Martin Smith), er wolle sich das Spektakel aus der Nähe ansehen Bücher von Dieter Wunderlich und fährt hin. Wie erwartet, sind die Bankangestellten beim Löschen, und Julian Ward steht unter den Neugierigen auf der Straße. Ohne sich zu zeigen, lockt Harry ihn in die Bank, stülpt ihm von hinten sein Jackett über den Kopf, damit er ihn nicht sehen kann und fesselt und knebelt ihn. Dann sucht er das Geld zusammen. Dabei wird er zwar von dem blinden "Onkel" Mort (John Hawker) überrascht, kann aber unbehelligt ins Freie, das Geld in den Kofferraum seines Autos packen und sich unter die Gaffer mischen. Damit er allen auffällt, rettet er einen Betrunkenen aus dem brennenden Haus.

Danach vergräbt er das Geld.

Trotz des Alibis nimmt der Sheriff (Barry Corbin) ihn fest, denn kein Zeuge hat Harry in den ersten zwanzig Minuten nach dem Eintreffen der Feuerwehr vor dem brennenden Gebäude gesehen. Und genau in dieser Zeit muss der Bankraub geschehen sein. Erst als Dolly Harshaw sich am nächsten Morgen beim Sheriff meldet und aussagt, sie sei unmittelbar nach Beginn der Löscharbeiten dort vorbeigefahren und habe Harry auf der Straße gesehen, kommt dieser wieder frei.

Dolly hat sich nicht nur aus sexueller Begierde an Harry herangemacht, sondern vor allem, weil sie möchte, dass er ihren Ehemann aus dem Weg räumt und sie aus dem öden Provinznest fortbringt. Indem sie ihm das Alibi für den Banküberfall verschafft, glaubt sie, ihn noch fester an sich binden zu können. Und das scheint ihr notwendig zu sein, denn es entgeht ihr nicht, dass sich Harry und seine hübsche junge Kollegin Gloria Harper (Jennifer Connelly) ineinander verliebt haben.

Als Harry sich weigert, bei der Ermordung George Harshaws mitzumachen und die Affäre beendet, schwört Dolly ihm Rache.

Es dauert nicht lang, bis er herausfindet, dass Gloria von dem zwielichtigen Cowboy Frank Sutten (William Sadler) erpresst wird. Sie vertraut sich ihm an: Sutten besitze kompromittierende Schnappschüsse von ihrer lesbischen Schwester, die sich deshalb das Leben (Suizid) genommen habe, erzählt sie, aber Sutten drohe noch immer mit der Veröffentlichung der Aufnahmen. Inzwischen veruntreue sie Geld aus der Firmenkasse, weil sie ihm sonst nichts mehr geben könne. – Um die Erpressung zu beenden, schlägt Harry den fiesen Kerl zusammen.

Kurz darauf kommt Sutten dreist ins Autohaus. Er behauptet, über den Bankraub Bescheid zu wissen und zwingt Harry, ihm ein teures Fahrzeug zu überlassen. Harry begreift, dass Sutten von Dolly über ihn und den Bankraub informiert wurde.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Am nächsten Morgen ruft Dolly Harry an und teilt ihm mit, dass George in der Nacht einem Herzinfarkt erlegen sei. (Tatsächlich hatte sie dem schwer herzkranken Mann so zugesetzt, dass er vor Aufregung starb.) Sie fordert Harry auf, zu ihr zu kommen, aber er will sie nicht sehen.

Dolly unterrichtet daraufhin Gloria telefonisch über den Tod ihres Chefs. Um mit der Witwe geschäftliche Angelegenheiten zu regeln, fährt Gloria zum Privathaus der Harshaw, und Harry – der vorhat, mit Gloria in die Karibik zu fliegen – begleitet sie. Dolly gibt sich als Trauernde und behauptet beiläufig, Harry habe ihr verraten, dass Gloria Geld aus der Firmenkasse stahl. Entsetzt über den vermeintlichen Vertrauensbruch Harrys, läuft Gloria aus dem Haus. Harry versucht nicht, sich zu rechtfertigen oder Gloria zurückzuhalten; er weiß, dass er das Spiel mit dem Feuer verloren hat und ihm nichts anderes übrig bleibt, als Dolly den Wunsch zu erfüllen, sie zu heiraten. "Ich kriege alles, was ich möchte", hatte sie bereits zu Beginn ihrer Bekanntschaft gesagt.

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Filmkritik:

Der 1953 von dem amerikanischen Schriftsteller Charles Williams (1909 – 1975) veröffentlichte Thriller "Hell Hath No Fury" inspirierte Dennis Hopper zu dem Film "The Hot Spot. Spiel mit dem Feuer". Es handelt sich um einen spannenden Erotikthriller, bei dem man als Zuschauer lange nicht durchschaut, welches Spiel hier gespielt wird. Als Erstes begreift man, dass Harry Madox eine Bank ausrauben will; bald ahnt man auch, dass Dolly Harshaw einen Mörder für ihren Ehemann sucht, aber warum lügt Gloria Harper und bezahlt die Raten für Frank Suttens Auto?

"The Hot Spot. Spiel mit dem Feuer" ist eine schwüle, raffiniert konstruierte Geschichte um Intrigen, Sex and Crime. Eindrucksvoll ist vor allem die Atmosphäre: Man glaubt, die Hitze und die Eintönigkeit in der texanischen Kleinstadt zu spüren. Zugleich ist "The Hot Spot. Spiel mit dem Feuer" ein Hörerlebnis, denn Jack Nitzsche stellte den Soundtrack u. a. aus stimmungsvollen Jazz-Aufnahmen von Miles Davis, John Lee Hooker, Taj Mahal und Roy Rogers zusammen.

Der in "The Hot Spot. Spiel mit dem Feuer" zu sehende Autosalon wurde eigens für die Dreharbeiten in Taylor, Texas, errichtet.

Inhaltsangabe

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2008

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Dennis Hopper: Easy Rider



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