Damien Chazelle: La La Land
mit Ryan Gosling, Emma Stone u. a.
      Kritik:
"La La Land" ist eine Hommage an die Tanz- und Musical-Filme in den 30er- bzw. 50er-Jahren. Damien Chazelle verklärt das Genre nicht, sondern verwendet die romantische Form für die Darstellung der Unvereinbarkeit von Liebe und Karriere. Kritik, Filmkritik, Rezension, Filmbesprechung
 

La La Land

 
  Inhalt:
Los Angeles. Der Pianist Sebastian Wilder verdient seinen Lebensunterhalt mit Ge­klim­per in Restaurants. Dabei träumt er von einem eigenen Jazzclub. Mia Dolan arbeitet als Bedienung in einem Café in Hollywood. Sie strebt eine Karriere als Schauspielerin an, erhält jedoch nichts als Absagen. Nach mehreren Zufalls­begeg­nun­gen verlieben sich Mia und Sebastian in­einander, aber als sie beide eine Chance bekommen, müssen sie sich zwischen Liebe und Karriere entscheiden ... Handlung, Inhalt, Inhaltsangabe, Zusammenfassung



La La Land – Originaltitel: La La Land – Regie: Damien Chazelle – Drehbuch: Damien Chazelle – Kamera: Linus Sandgren – Schnitt: Tom Cross – Musik: Justin Hurwitz – Darsteller: Ryan Gosling, Emma Stone, John Legend, Rosemarie DeWitt, J. K. Simmons, Finn Wittrock, Sonoya Mizuno u.a. – 2016; 125 Minuten

   


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Damien Chazelle: La La Land

Inhaltsangabe:

Der Pianist Sebastian Wilder (Ryan Gosling) liebt Jazz und träumt von einem eigenen Jazzclub. Aber dafür fehlt ihm das Geld, denn er schlägt sich mit Hinter­grund­geklimper in einem Restaurant durch, und als er ein paar Takte mal kurz verjazzt spielt, wird er vom Geschäftsführer Bill (J. K. Simmons) gefeuert.

Mia Dolan (Emma Stone) lebt ebenfalls in Los Angeles und arbeitet als Bedienung in einem Café auf dem Gelände eines Filmstudios in Hollywood. Sie strebt eine Karriere als Schauspielerin an und nutzt jede Gelegenheit, um vorzusprechen, erhält jedoch nichts als Absagen.

Mia und Sebastian sehen sich erstmals von Auto zu Auto, als er sich darüber ärgert, dass sie nach der Auflösung eines Staus nicht sofort losfährt. Nach weiteren Zufallsbegegnungen verlieben sie sich während eines nächtlichen Ausflugs im Griffith Observatory. Mia zieht zu Sebastian. Ihre Liebesbeziehung wird allerdings durch Enttäuschungen über Misserfolge und berufliche Hoffnungslosigkeit belastet.

Schließlich wird Sebastian von Keith (John Legend) kontaktiert, einem früheren Mitschüler. Als dieser ihn einlädt, sich als Keyboarder seiner Band "The Messengers" anzuschließen, lehnt er es zunächst ab, weil er Keith noch nie leiden konnte und vor allem, weil die Vermischung von Jazz und Soul Sebastians puristischem Musikgeschmack widerspricht. Es ist Mia, die ihn dazu überredet, die Chance zu nutzen, das Startkapital für einen eigenen Club zu verdienen.

Sebastian unterschreibt also einen Vertrag mit "The Messengers". Die Gruppe spielt eine Platte ein und beginnt eine Tournee. Über den Erfolg vergisst Sebastian seinen Traum. Das missfällt Mia, die ohnehin durch seine häufige Abwesenheit frustriert ist. Es kommt zum Streit.

Mia glaubt nicht mehr an eine Karriere als Schauspielerin. Stattdessen folgt sie einer Anregung Sebastians und schreibt für sich als Darstellerin ein Einpersonen-Theaterstück mit dem Titel "So Long, Boulder City".

Aufgrund eines Fotoshooting-Termins der "Messengers" trifft Sebastian erst nach der Premiere vor dem Theater ein. Mia kommt frustriert über den Misserfolg aus dem Gebäude. Sie streitet sich mit Sebastian und kehrt zu ihren Eltern in Boulder City/Nevada zurück.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Bald darauf ruft eine Castingdirektorin aus Los Angeles bei Sebastian an und fragt nach Mia. Sie war bei der Aufführung von "So Long, Boulder City" und kann sich Mia als Hauptdarstellerin in einem geplanten Film vorstellen. Sebastian fährt nach Boulder City, findet Mias Elternhaus und berichtet ihr von dem Anruf. Mia will sich keine weitere Ablehnung antun, aber Sebastian bringt sie dazu, am nächsten Tag mit ihm nach Los Angeles zu fahren und vorzusprechen. Endlich erhält sie ein vielversprechendes Angebot. Weil die Dreharbeiten in Paris stattfinden werden, bedeutet das allerdings, dass Mia und Sebastian darauf verzichten, ihre Liebesbeziehung wieder aufzunehmen.

Fünf Jahre später hat Mia sich zu einer erfolgreichen Filmschauspielerin entwickelt. Sie lebt mit ihrem Ehemann und einem kleinen Kind in New York. Während eines Aufenthalts in Los Angeles überlassen Mia und ihr Mann das Kind abends einer Nanny, weil sie zu einer Veranstaltung eingeladen sind. Als sie in einen unübersehbaren Verkehrsstau geraten, beschließen sie spontan, vom Highway abzufahren und auszugehen. An einer Ecke hören sie Jazz aus einem Keller. Der Club heißt "Seb's". Mias Ahnung, dass sich Sebastian seinen Traum erfüllt hat, bestätigt sich, als sie ihn auf der Bühne sieht.

Er erblickt sie unter den Gästen, hält kurz inne und spielt dann am Klavier ein Stück aus dem Jahr an, in dem sie zusammen waren: "City of Stars". Wehmütig verlässt Mia mit ihrem Ehemann den Club, ohne ein Wort mit Sebastian gewechselt zu haben. Am Ausgang dreht sie sich um, schaut ihn an, und er erwidert ihren Blick. Beide lächeln sich bejahend an, bevor Mia weitergeht und Sebastian das nächste Stück seiner Band anzählt.

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Filmkritik:

Während andere in 3D drehten, inszenierte der Franzose Michel Hazanavicius mit "The Artist" einen schwarz-weißen Stummfilm. Nun hat der Amerikaner Damien Chazelle mit "La La Land" ein Filmgenre der Dreißiger- und Fünfzigerjahre des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt, das durch zehn Tanzfilme mit Fred Astaire und Ginger Rogers in den Hauptrollen repräsentiert wird, aber auch zum Beispiel durch einen Musical-Film wie "Singin' in the Rain" (1952).

Das romantische Genre wird in "La La Land" nicht nostalgisch-kitschig verklärt, sondern als Form für die Darstellung eines Dilemmas verwendet: die Unvereinbarkeit von Liebe und Karriere. Die Geschichte, die Damien Chazelle erzählt, ist recht einfach. Sehenswert ist "La La Land" nur wegen der ungewöhnlichen Form, in der es es tut.

Der Tanz- bzw. Musical-Film beginnt mit einem Verkehrsstau. Aber statt sich zu ärgern, steigen die Leute aus, um gemeinsam zu singen und zu tanzen. Dazu spielt eine Jazz-Combo auf der Ladefläche eines LKWs. Ebenso ungewöhnlich ist das Ende: Statt des erwarteten Happy Ends sehen wir eine melancholische Schlussszene, die andeutet, dass Mia und Sebastian zwar das Scheitern ihrer Liebesbeziehung bedauern, aber dennoch mit sich und ihren Lebenswegen im Reinen sind.

Damien Chazelle hat seinen Film in fünf Kapitel gegliedert: Winter, Frühling, Sommer, Herbst und noch einmal ein Winter fünf Jahre später.

Die Dreharbeiten für "La La Land" fanden an mehr als 30 Orten in Kalifornien statt.

Am 31. August 2016 wurden die 73. Internationalen Filmfestspiele von Venedig mit "La La Land" eröffnet. Innerhalb eines halben Jahres wurde der Tanzfilm für rund 400 Preise nominiert und gewann mehr als 180 davon. Bücher von Dieter Wunderlich Mit sieben gewonnenen Preisen bei den Golden Globe Awards 2017 stellte "La La Land" einen Rekord auf, ebenso mit 14 Nominierungen für einen "Oscar". In sechs Kategorien wurde "La La Land" dann auch mit einem "Oscar" ausgezeichnet: Regie (Damien Chazelle), Hauptdarstellerin (Emma Stone), Kamera (Linus Sandgren), Filmmusik (Justin Hurwitz), Filmsong (Justin Hurwitz, Pasek and Paul) und Szenenbild (David Wasco, Sandy Reynolds-Wasco). Nominiert hatte man "La La Land" außerdem in den Kategorien Film, Originaldrehbuch (Damien Chazelle), Hauptdarsteller (Ryan Gosling), Schnitt (Tom Cross), Kostüme (Mary Zophres), Ton (Andy Nelson, Ai-Ling Lee, Steve A. Morrow) und Tonschnitt (Ai-Ling Lee, Mildred Iatrou Morgan).

Deutsche Synchronsprecher in "La La Land": Tommy Morgenstern (Sebastian Wilder), Anja Stadlober (Mia Dolan), Tobias Schmidt (Keith), Vera Teltz (Laura Weber), Oliver Stritzel (Bill), Roman Wolko (Greg), Olivia Büschken (Tracy), Peter Flechtner (David), Anna Gamburg (Alexis) u. a.

Inhaltsangabe

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2017

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Damien Chazelle: Whiplash



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